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MH17-Abschuss: Hauptverfahren gegen vier mutmassliche Täter eröffnet
Aus Rendez-vous vom 07.06.2021.
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Abschuss über der Ukraine Prozess um Flug MH17 in den Niederlanden beginnt

  • Fast sieben Jahre nach dem Abschuss des Passagierflugs MH17 über der Ostukraine wurde am Montag in den Niederlanden das Hauptverfahren gegen vier mutmassliche Täter eröffnet.
  • Die Boeing 777 der Malaysia Airlines sei mit einer russischen Rakete von dem Luftabwehrsystem BUK abgeschossen worden, so die Staatsanwaltschaft.
  • Keiner der Angeklagten – drei Russen und ein Ukrainer – ist anwesend. Russland bestreitet jegliche Mitschuld.

Im extra gesicherten Justizgebäude am Amsterdamer Flughafen werden zunächst der Fall, anschliessend von Dienstag bis Freitag inhaltliche Aspekte der Ermittlungen gegen die Angeklagten erörtert. Dies teilte das Gericht mit.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der umkämpften Ostukraine von prorussischen Rebellen abgeschossen worden. Das Flugzeug war unterwegs von Amsterdam nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Alle 298 Menschen an Bord, die meisten von ihnen Niederländerinnen und Niederländer, wurden getötet. Deshalb ist der Prozess in dem Land angesetzt.

Beschuldigte sind abwesend

Keiner der Angeklagten ist in dem Verfahren anwesend. Nur der Russe Oleg Pulatow, der eine führende Rolle im Geheimdienst der selbsternannten Volksrepublik Donezk gespielt haben soll, lässt sich vor Gericht von Anwälten vertreten.

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Aus dem Archiv: Prozessstart in Amsterdam zum MH17-Abschuss
Aus Tagesschau vom 09.03.2020.
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Den drei hohen russischen Offizieren und dem ukrainischen Rebellen-Kommandanten wird vorsätzlicher Mord in 298 Fällen vorgeworfen. Die vier sollen für den Transport der BUK-Rakete zuständig gewesen sein. Sie werden alle per internationalem Haftbefehl gesucht, wie Elsbeth Gugger, SRF-Korrespondentin in den Niederlanden, sagt.

Russland streitet Mitschuld ab

Russland bezeichnete den Prozess als «Theaterinszenierung» und erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass prorussische Kräfte verantwortlich waren. «Das internationale Fahnderteam, das den Abschuss minutiös untersucht hat, kam jedoch zum Schluss, dass Flug MH17 mit besagter russischer BUK-Rakete abgeschossen wurde», so Gugger. Es habe dies mit zahlreichen Fotos und Videos sehr eindrücklich unterbaut.

Russland seinerseits behauptete zwar immer wieder, die Ukraine sei für den Abschuss verantwortlich, aber wirklich stichhaltige Beweise konnte Moskau nicht liefern. Dafür habe Russland dieses Fahnderteam mit Falschmeldungen in den sozialen Medien behindert und gar versucht, Einfluss auf einzelne Fahnder zu nehmen, so Gugger.

Gedenken an die Opfer

Um an die mutmassliche Mitverantwortung Russlands zu erinnern, stellten Opferangehörige am Vortag der Verhandlung vor der russischen Botschaft in Den Haag erneut 298 leere weisse Stühle in der Formation der Passagierkabine auf – einen für jeden Toten. Die Gruppe Wahrheitsfindung MH17 warf der Regierung in Moskau vor, Russlands Verstrickung in den MH17-Abschuss zu verschleiern.

Weisse Stühle stehen, aufgereiht wie in einem Flugzeug, auf einer Rasenfläche.
Legende: 298 weisse Stühle wurden bereits zum vierten Mal aufgestellt, so wie 2018. Hans de Borst, einer der Angehörigen: «Vielleicht müssen wir das noch zehnmal tun.» Keystone

Wann in dem Gerichtsverfahren ein Urteil verkündet werden kann, ist noch offen. Laut Mitteilung bekommt die Staatsanwaltschaft am 17. und 18. Juni die Gelegenheit zu weiteren Darlegungen, anschliessend dann auch die Verteidigung. Weitere Anhörungen sind bis zum 9. Juli geplant. Im September sollen dann Angehörige von Opfern vor Gericht zu Wort kommen.

SRF 4 News, Rendez-vous, 07.06.2021, 12:30 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Ich finde, das JIT hat sehr gute Arbeit geleistet. Zur Erinnerung: Die RF wurde im Jahre 2014 ausdrücklich eingeladen, am JIT teilzunehmen - sie lehnte ab. Und wie immer, wenn der Kreml im Unrecht ist, erfindet er x-Geschichten, um die öffentliche Meinung soweit zu bringen, dass sie an gar nichts mehr glaubt. Interessant, dass einige Kommentare, welche die Schuldfrage relativieren, praktisch mit den selben Kreml-Narrativen arbeiten. Ein guter Vergleich: YT/Ukraine: From Propaganda to Reality.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @Kurt Trionfini
    USA Kommunikation: Zahlung ist keine Schuldbekenntniss
    Wie lange hat es gedauert?
    Strafprozess? Wurde jemand bestraft? Der Kapitän der USS Vincennes?
    Wie wurde die Sache in den Medien kommentiert im Vergleich zu MH-17?
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Weil das eine nicht bestraft wurde darf der Abschuss auch nicht bestraft werden? Was ist das für eine Logik? Zumal es ein Flugzeug der Malaysia Airlines war mit Niederländischen Passagieren.
  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    Es wird beinahe suggeriert, als hätte man absichtlich ein Passagierflugzeug abgeschossen. Ich bleib dabei, die Hauptschuldigen sind jene, die dieses Flugzeug über ein Kriegsgebiet fliegen liessen! Mit freundlichen Grüßen