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Die Ukraine beteiligt sich nicht an Schuldzuweisungs-Spekulationen
Aus Wirtschaftswoche vom 10.01.2020.
abspielen. Laufzeit 04:03 Minuten.
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Absturz der Boeing 737 in Iran Ukraine hält sich zu Raketen-Vorwürfen zurück

Nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran verdichten sich die Hinweise auf einen versehentlichen Raketenbeschuss durch den Iran als Ursache. Offiziell wird die Ursache für den Absturz weiter untersucht.

Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der britische Premierminister Boris Johnson haben jedoch angetönt, dass eine iranische Flugabwehrrakete den Absturz verursacht haben könnte. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau sprach sogar von klaren Beweisen. Die Regierung der Ukraine gibt sich aber zurückhaltend, so SRF-Korrespondent David Nauer.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

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David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

SRF News: Was sagt der ukrainische Präsident zu den Spekulationen, das Flugzeug sei abgeschossen worden?

David Nauer: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bleibt relativ vorsichtig. Er sagte, ein Abschuss des Flugzeugs sei nicht auszuschliessen, aber eben auch nicht bewiesen. Das heisst, die Ukraine schliesst sich den Vorwürfen gegen Iran weiterhin nicht explizit an, aber Selenski machte schon auch klar, dass er die Informationen aus den USA und aus Kanada sehr ernst nimmt. Er will sich heute Nachmittag auch mit dem US-Aussenminister Mike Pompeo austauschen.

Ein Sicherheitspolitiker aus der Ukraine hat darauf hingewiesen, dass die Rakete, die das Flugzeug womöglich zum Absturz gebracht hat, aus Russland stammt. Gibt es Reaktionen aus Russland?

Der Kreml und Präsident Putin haben sich noch nicht dazu geäussert. Aber ein Aussenpolitiker aus dem Parlament sagte, er zweifle daran, dass das Flugzeug abgeschossen worden sei. Mir scheint, das ist die weitverbreitete Meinung in Moskau. Russland hat mit dem Vorfall direkt nichts zu tun, aber Russland 2006 Luftabwehrraketen an den Iran geliefert. Eine solche Rakete hat möglicherweise dieses Unglück verursacht. Würde sich das bestätigen, wäre es ziemlich unangenehm für die Russen und ich denke, das weiss man in Moskau sehr genau.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
    Ein grosses Lob für den ukrainische Präsident Wolodimir Selenski. Er äussert sich vorbildlich und macht keine voreiligen Schuldzuweisungen. Ganz im Gegensatz zu Trudeau und GB der, meiner Meinung nach, im vorauseilendem Gehorsam, auf BILD-Niveau, die US-Sympathischste Variante als gegeben proklamiert.
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Da schießt die iranische Armee offensichtlich eine Passagiermaschine voller unschuldigen Zivilisten ab und die Iranische Regierung weiß nichts besseres als alles möglichst zu vertuschen. Mögen sich alle die ein solches Regime verteidigen und ihm das Recht auf Atomwaffen zusprechen schämen.
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    1. Antwort von Joel Benz  (J.Benz)
      Herr Blatter, bewiesen ist noch gar nichts, also halten wir uns doch mit solchen Rundumschlägen zurück. Sollten sich die Hinweise bestätigen, was durchaus möglich ist, wird sich noch zeigen, wie der Iran damit umgeht. Viel schlechter als die beiden Atommächte Russland und USA kann man es jedenfalls nicht machen. Bis es aber soweit ist lassen wir die Verantwortlichen ihre Arbeit machen.
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    2. Antwort von Luca Jakob  (LJakob)
      Herr Blatter, Sie sollten sich mit solchen Ausdrücken zurückhalten, bis die eindeutigen Beweise vorliegen. Auch wenn der Abschuss bestätigt wurde, andere Länder wie die Vereinigten Staaten haben bereits Passagierflugzeuge abgeschossen (Iran-Air-Flug 655). Ich schäme mich, diesen Vorfall unnötig verharmlosen zu müssen, nur da Sie es als Einzelfall preisgeben.
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    3. Antwort von m. mitulla  (m.mitulla)
      @R. Blatter "...schießt die iranische Armee offensichtlich eine Passagiermaschine voller unschuldigen Zivilisten ab..." Was macht Sie da so sicher???
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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Zu Bedenken gibt es noch, die Maschine hatte eine Stunde Verspätung und diese wurde nicht weiter gemeldet. Folglich wurde sie abgeschossen, weil kein Abflug gemeldet war. Das wäre eine entsetzliche Folge. Trotzdem man schiesst nicht einfach ein Flugzeug ab, es würde zu der Vermutung passen, es war nicht absichtlich, es war ein Unfall.
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