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CDU-Parteitag in Essen Alles dreht sich um Merkel

Die CDU schart sich um die Bundeskanzlerin wie Eisenspäne um einen Magneten, sagt SRF-Korrespondent Peter Voegeli.

Legende: Video «CDU feiert Angela Merkel» abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 06.12.2016.

Die CDU ist wie ein Haufen Eisenspäne. Taucht ein Magnet auf, richten sich die Eisenspäne auf den Magneten aus. Wenn es um die Macht geht, verhält sich die CDU genauso: 89,5 Prozent der anwesenden Parteidelegierten stimmten für Angela Merkel, die damit wie erwartet Bundevorsitzende der Partei bleibt.

Zwar ist dies das zweitschlechteste Wahlergebnis in Merkels 16 Jahren als CDU-Vorsitzende. Doch auch in dieser grössten Krise der Kanzlerin stimmen 9 von 10 Delegierten für sie. Und keiner ihrer fünf Stellvertreter kam an ihr Resultat heran.

Eine Situation, wie die des Spätsommers 2015 kann, soll und darf sich nicht wiederholen.
Autor: Angela Merkel
Merkel am Rednerpult, sie trinkt aus einem Glas Wasser.
Legende: 9 von 10 CDU-Delegierten stimmten für Merkel. Reuters

Merkel hielt eine 80-minütige, längliche Rede, die an Auftritte von Helmut Kohl erinnerte. Dessen Reden waren wenig prickelnd – aber umso prickelnder war die Macht, die er 16 Jahre lang garantierte.

Merkel beruhigte, betonte Werte, war bodenständig, präsentierte sich als verlässlich: «Eine Situation, wie die des Spätsommers 2015 kann, soll und darf sich nicht wiederholen. Das war und ist mein erklärtes politisches Ziel», lautete ihr Schlüsselsatz.

Auch einige Menschen, die schon immer in Deutschland lebten, hätten dringend einen Integrationskurs nötig.
Autor: Angela Merkel

Rund ein Drittel der 890'000 Flüchtlinge hätten keinen Anspruch auf Asyl und müssten das Land verlassen, wenn die Rechtsverfahren zu diesem Ergebnis kämen, sagte sie. Und erntete Applaus für den Satz.

Merkel sagte aber auch, dass man manchmal den Eindruck habe, «auch einige Menschen, die schon immer in Deutschland lebten, hätten dringend einen Integrationskurs nötig». Merkel nahm nicht alles zurück. Aber die Akzente haben sich verschoben.

Die CDU hat Witterung für den kommenden Wahlkampf aufgenommen, und stellt sich auf eine Auseinandersetzung mit einer möglichen rot-rot-grünen Koalition von SPD, Linken und Grünen ein. Sie schlägt nach links, obwohl der wahre Gegner rechts ist. Sie schlägt nach links, um die abtrünnigen Wähler von der AfD wieder zu gewinnen.

Merkel am Rednerpult vor einem grossen CDU-Logo.
Legende: Merkel: «Unsere eigene Stärke haben wir selber in der Hand.» Reuters

Kritik an Merkel bleibt sehr verhalten

Von den Delegierten gab es auch Kritik, wenn auch nur sehr vereinzelt. So sagte etwa Christine Arlt-Palmer aus Freiburg, die Ereignisse des Spätsommers 2015 dürften sich nicht nur nie mehr wiederholen, sie hätten auch gar nie so passieren dürfen. Sie sprach auch die verheerenden Wahlniederlagen in den Bundesländern an. In der Tat ist die CDU nur noch in 6 von 16 Länder-Regierungen vertreten.

Doch am Ende der kritischen Rede Arlt-Palmers gab es nur schütteren Applaus und sofort eine Korrektur seitens der Tagungsleiterin. Diese verwies auf den Wahlsieg in Sachsen-Anhalt und die guten Wahlergebnisse bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen.

Unsere Zukunft hängt einzig und allein von unserer eigenen Stärke ab. Und diese haben wir selber in der Hand.
Autor: Angela Merkel

Es ist sehr vielsagend, dass sich Angela Merkel zum Schluss selbst zitierte. Sie zitierte ihre eigene Rede, als sie vor 16 Jahren hier in Essen in derselben Halle zum ersten mal als CDU-Parteivorsitzende gewählt wurde: «Es ist genau wie damals, deshalb will ich es auch in meinen Worten von damals sagen: Unsere Zukunft hängt einzig und allein von unserer eigenen Stärke ab. Und diese haben wir selber in der Hand.»

Im Augenblick heisst das: Merkel hat die Zukunft der CDU in der Hand.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Würde mir eine Rede von Merkel nur gegen Schmerzensgeld antun. Verzichte deshalb hier auf jedweden Kommentar.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das erinnert mich seher stark an die Eunuchenregierung vor einigen Hundert Jahren in China . Ob das auf Dauer gut gehen kann?
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Merkel sagt von sich, dass die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren halbiert wurde. Was tut sie gegen die Sklavenhalter – Ausbeuter in Deutschland? Menschen in Deutschland, die wie Sklaven behandelt werden: Schlachtarbeiter, Pflegekräfte privater Haushalte, Frauen, die nach Deutschland verkauft und prostituiert wurden, und Flüchtlinge, die in Gefahr sind, Deutschlands nächste Schattenarbeiter zu werden. Wir die CDU sich auch diesen Problemen annehmen??? Wohl kaum.
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    1. Antwort von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
      Verehrte Frau Keller, die CDU nimmt sich keiner wirklichen Probleme mehr an. Die sind längst zu Eunuchen gemacht worden weil MERKEL sich selbtsherrllich jede Möglichkeit nimmt das Land nach ihren Wünschen zu formen. Lesen Sie doch die Statements zum doppelten Pass.
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