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Amnesty-International-Bericht Schwere Menschenrechtsverletzungen an Rückkehrern in Syrien

  • Syriens Geheimdienste haben zurückgekehrte Flüchtlinge nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International inhaftiert, gefoltert und verschwinden lassen.
  • In einem veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty «schwerste Menschenrechtsverletzungen» an 66 Menschen.
  • Darunter seien fünf Todesfälle sowie Vergewaltigungen. 17 Menschen seien spurlos verschwunden, heisst es weiter.
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Archiv: In Syrien ist das Leid zur Institution geworden
02:24 min, aus HeuteMorgen vom 10.03.2021.
abspielen. Laufzeit 02:24 Minuten.

Unter den Betroffenen waren laut Bericht auch 13 Kinder. Amnesty International rief verschiedene Länder dazu auf, keine Menschen in das Bürgerkriegsland abzuschieben – auch wenn die militärischen Auseinandersetzungen nachgelassen hätten.

Grausame Schilderungen

Die «erschütternden Aussagen» von Betroffenen zeigten, dass Syrien kein sicherer Ort für Rückkehrer sei. «Es verstösst gegen das Völkerrecht, Menschen in ein Land abzuschieben, in dem sie Gefahr laufen, verschleppt und gefoltert zu werden», erklärte Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland.

Eine Frau berichtete unter anderem, wie Geheimdienstmitarbeiter ihre Tochter an einem Grenzübergang vor ihren Augen sexuell schwer missbrauchten. Es seien auch ein 13 Jahre alter Junge und ein fünf Jahre altes Mädchen vergewaltigt worden, schreibt Amnesty weiter.

Rückkehrer gelten als Oppositionsanhänger

Nach Amnesty-Einschätzung werden Rückkehrer in Syrien als Anhänger der Opposition betrachtet, weil sie zuvor vertrieben worden sind. Der Bericht stützt sich auf Interviews mit 41 syrischen Frauen und Männern, darunter Rückkehrer und Angehörige.

In Syrien war 2011 ein Bürgerkrieg ausgebrochen, nachdem Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstrationen vorgegangen waren. Seitdem sind mehr als zwölf Millionen Menschen geflohen, rund die Hälfte davon ins Ausland. Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad kontrollieren mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes.

Die Gewalt war in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Dennoch kommt es unter anderem immer wieder zu Luftangriffen auf Rebellengebiete.

SRF 4 News; 7.9.21, 03 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Leon Turcan  (Leon3103)
    Masseneinwanderungsinitiative, Ausschaffungsinitiative, Durchsetzungsinitiative. Schon ziemlich traurig, aber nicht so traurig wie die Ausreden der Fremdenhasser, also vor allem die SVP. Wie kann es eigentlich sein, dass das die Wählerstärkste Partei unseres Landes ist? Das muss man sich als Schweizer richtig schämen
    1. Antwort von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
      Kriminelle so einfach loszuwerden ist schließlich reizvoll.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Leute aus diesen Kreisen behaupten die Schweiz sei eine Diktatur wegen den Covid 19 Massnahmen. Was ist dann im Vergleich das Regime in Damaskus?
    3. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Turcan: die Meinung der anderen als "Hass" zu bezeichnen ist Kinderkram.
  • Kommentar von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
    Den Anschiebungs- und Abschottungspolitiker*innen im Westen wird leider auch das egal sein. Zynische Welt.
  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Es ist nach wie vor wenig ratsam, in das Reich Baschar al Assad zurückzukehren. Das Risiko, drangsaliert und gefoltert zu werden ist zu gross.
    1. Antwort von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
      Die kehren auch nicht zurück, weil es ratsam wäre. Sondern weil sie in irgend einem trostlosen Lager oder sonst wo in völliger Perspektivenlosigkeit gestrandet sind. Und das deshalb, weil wir sie hier nicht wollen, da sie unseren Wohlstandstrott stören. Dann doch lieber einen Sack Pommechips und die neuste Netflixserie…
    2. Antwort von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
      Es gibt auch welche die nicht freiwillig ins Reich von Assad zurückkehren, sondern in Europa ausgewiesen werden.