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Legende: Audio Armee hat Kontrolle über Handelsschiff abspielen. Laufzeit 05:28 Minuten.
05:28 min, aus SRF 4 News aktuell vom 28.03.2019.
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Angespannte Lage in Malta Wurde das Schiff wirklich von Migranten gekapert?

Was ist passiert? Ein Schiff mit 100 bis 120 Migranten ist am Mittwoch vor der libyschen Küste in Seenot geraten. Die libysche Küstenwache ist anschliessend nicht ausgerückt, da sie zu wenig oder zu schlechtes Material hat. Ein türkisches Handelsschiff in der Nähe wurde um Hilfe gebeten.

Schiff am Hafen.
Legende: Die maltesische Armee hat das Handelsschiff an den Hafen eskortiert. Keystone

Dieses Schiff sollte einen libyschen Hafen anlaufen, änderte aber seinen Kurs in Richtung Malta. Italienische Medien hatten berichtet, dass der Kapitän von Flüchtlingen zu dieser Richtungsänderung gezwungen worden sei. Ob Waffen eingesetzt wurden und was sich genau an Bord des Schiffes ereignete, darüber weiss man zurzeit noch nichts.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini bezeichnet die Aktion als Piraterie.

Worauf stützt Salvini diese Aussage, verfügt er über zusätzliche Informationen? Italienkorrespondent Franco Battel bezweifelt das. Man müsse nun abwarten, was die maltesischen Behörden kommunizieren, nachdem sie mit der Besatzung und den Flüchtlingen gesprochen haben. «Ausserdem weiss man auch nicht, ob sich alle Migranten an Bord an der Meuterei beteiligt haben.» Die Aussage von Matteo Salvini bezüglich Piraterie sei sicherlich zu früh und auch zu pauschal, so Battel.

Flüchtlinge in Bus.
Legende: Noch ist unklar, was mit den Flüchtlingen passiert. Reuters

Was passiert nun mit den Flüchtlingen? Die Migranten und Flüchtlinge werden nun zuerst befragt werden. Den Schuldigen einer möglichen Meuterei droht in Malta ein Prozess. Die grosse Frage werde sein, was mit den Minderjährigen, Frauen und anderen geschehe, die nicht am betreffenden Fall beteiligt gewesen seien, so der Italienkorrespondent. Da es in der EU keinen Verteilschlüssel gibt, wird man mühsam Lösungen finden müssen, die Flüchtlinge in einzelne EU-Staaten zu verteilen. Dieser Prozess kann Wochen dauern.

Was würde eine Rückschaffung nach Libyen bedeuten? Diejenigen, die nicht an einer möglichen Meuterei beteiligt gewesen sind, können in Malta einen Antrag stellen, erklärt Battel. Laut UNO und anderen Stimmen herrschen in den libyschen Lagern aber menschenunwürdige Zustände; Gewalt und Mangel an Essen beispielsweise. Die Migranten wollen unter keinen Umständen wieder zurück nach Libyen und versuchen deshalb jeweils alles, um wegzukommen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler (Claudia)
    @Bucher
    Aber die Menschrechte fordern das niemand in eine Situation gebracht werden darf in der sein Leben bedroht ist. Und das wäre in Lybien wohl der Fall. Mit dem Seerecht, nächster Hafen, haben hier viele eine gute Ausrede, damit keine Flüchtlinge nach Europa kommen. Googeln sie doch mal Flüchtling gslager Lybien und fragen Sie sich, ob Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren können Menschen dort hin zu schicken. Aber wahrscheinlich denken Sie wie viele aus den Augen, aus dem Sinn.
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  • Kommentar von Claudia Beutler (Claudia)
    @Herr Hermann leider funktioniert es nicht die Schuld für die Misere in Afrika den Moslems in die Schuhe zu schieben. In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Angola oder Eritrea sind überwiegend Christen.
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  • Kommentar von R S (Rsala)
    An das internationale See-und Menschenrecht hätte er(der Captain)sich wohl auch gehalte ,wenn er nach der Bergung den ursprünglichen Hafen angelaufen wäre...
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Nein, hätte er nicht. Es gilt ein sicherer Ort anzusteuern. Ein Gebiet, wo bewaffnete Milizen inklusive IS-Verbände herrschen ist kein sicherer Ort.
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