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Die Angreifer sollen Frank Magnitz aufgelauert haben
Aus SRF 4 News aktuell vom 08.01.2019.
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Angriff auf AfD-Politiker «Frank Magnitz gibt gewissermassen eine Hassfigur ab»

Eine klaffende Wunde mitten auf der Stirn. Es ist ein schockierendes Bild, das die AfD – die Alternative für Deutschland – auf sozialen Medien teilt. Es zeigt den 66-jährigen Frank Magnitz, der in einem Spitalbett liegt. Der Chef der AfD in Bremen sitzt für die rechtspopulistische Partei im Bundestag in Berlin. Er war am Montagnachmittag von Unbekannten attackiert worden. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus und hat Ermittlungen aufgenommen.

Wie der Übergriff einzuordnen ist, wie die Reaktionen darauf sind und warum das Opfer eine Reizfigur ist, erklärt Folkert Lenz von Radio Bremen.

Folkert Lenz

Folkert Lenz

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Der studierte Sozialwissenschaftler arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten als Radiojournalist. Für Radio Bremen ist er als Politik-Redaktor tätig.

SRF News: Ist Frank Magnitz das klassische Feindbild der Linken?

Folkert Lenz: Die AfD wird ja regelmässig angefeindet – egal zu welchem Flügel die Politiker gehören, ob zu den gemässigteren Kräften oder zu den Rechtsauslegern. Magnitz zählt zu Letzteren und macht kaum einen Hehl daraus. Im Auftreten ist er eher der hemdsärmelige, robuste Typ, der politische Gegner auch mal als Hirntote bezeichnet. Und damit gibt er gewissermassen eine Hassfigur ab. Er sitzt seit 2017 im Bundestag. Aber politisch bedeutsam ist seine Rolle in der deutschen Politik eher nicht.

Es gab in Bremen schon verschiedene Anschläge gegen die AfD. Ist die Stimmung schon länger angespannt?

Wie in den meisten westlichen deutschen Bundesländern, ist die AfD auch in Bremen immer mal wieder Zielobjekt von linken Attacken. Wenn die Partei ein Büro in einem Stadtteil errichtet, dann dauert es nicht lange, bis es eine Kampagne dagegen gibt. Wenn Frank Magnitz ein Abgeordnetenbüro eröffnet, dann gibt es Gegenwind.

Solche Attacken passieren wohl aus einer sehr kleinen Szene heraus.

Öffentliche Veranstaltungen der AfD werden häufig gestört. Es wurde ein LKW einer Firma angegriffen, die Laster im Wahlkampf an die Partei verliehen haben soll. Solche Attacken passieren aber wohl aus einer sehr kleinen Szene heraus, und die Täter wurden nie ermittelt.

Die AfD hat bei den Wahlen 2015 im Landesparlament von Bremen lediglich einen Sitz geholt. Konnte sie die politische Stimmung beeinflussen?

Eher nein. Sie zog zwar vor vier Jahren mit ursprünglich vier Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. Aber wie in vielen anderen Landesverbänden auch, gab es ziemlich viel internen Streit. Mit dem Rechtschwenk der Bundespartei sind dann drei Bremer AfDler zu anderen Gruppierungen übergelaufen. Nun hat nur noch ein Parlamentarier ein AfD-Parteibuch. Und der liegt mit der Parteispitze über Kreuz. Ob die AfD bei den Landtagswahlen im Mai in Bremen vom Aufwind im Bund profitiert, das lässt sich noch nicht sagen.

Kommen wir zurück auf den Angriff auf Magnitz: In AfD-Kreisen wird vermutet, dass die sogenannte Antifa hinter dem Angriff steckt. Hat Bremen ein Problem mit linksextremer Gewalt?

Prinzipiell kann man das nicht sagen. Aber wir haben über den Brandanschlag auf ein AfD-Fahrzeug gesprochen.

Man muss sehen, ob sich da ein neues Phänomen anbahnt.

Dermassen brutale Überfälle auf Menschen, auf Politiker, das war bisher in Deutschland die Ausnahme. Man muss sehen, ob sich da ein neues Phänomen anbahnt.

Das Bild des verletzten Frank Magnitz sieht erschreckend aus. Wie reagiert man in Bremen auf den Vorfall?

Andere Bremer Politiker haben den Angriff auf den AfD-Mann scharf verurteilt, ziemlich unisono. Die Landeschefin der Grünen und Europapolitikerin Henrike Müller sagte, so trügen Demokraten keine politische Auseinandersetzung aus. Alle Parteien warnen jetzt davor, angesichts des Überfalls Häme zu empfinden. Und es herrscht natürlich auch ein bisschen Sorge, dass die Auseinandersetzungen eskalieren könnten.

Das Gespräch führte Raphael Günther.

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