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Mob greift Flüchtlinge aus Venezuela an (unkommentiert)
Aus News-Clip vom 19.08.2018.
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Angriff auf Flüchtlingslager Sicherheitskräfte an Grenze zu Venezuela aufgerüstet

  • Nach gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen aus Venezuela hat der brasilianische Präsident Michel Temer eine Dringlichkeitssitzung der Regierung einberufen.
  • Im Norden Brasiliens hatten Anwohner ein Lager mit Flüchtlingen aus Venezuela angezündet und teilweise zerstört.
  • Der Vorfall ereignete sich an der Grenze zum krisengeschüttelten Land Venezuela.
Venezolaner übernachten in Pacaraima auf der Strasse
Legende: Zehntausende Venezolaner sind seit letztem Jahr nach Brasilien geflüchtet. Reuters

Temer beriet am Sonntag unter anderem mit den Ministern für Verteidigung, öffentliche Sicherheit und Aussenpolitik über die Lage in dem Ort Pacaraima an der Grenze zu Venezuela.
Dutzende aufgebrachte Einwohner einer Grenzstadt im Norden Brasiliens hatten am Samstag zwei Lager mit Flüchtlingen aus Venezuela angegriffen und teilweise zerstört.
Der Vorfall ereignete sich in Pacaraima im nördlichen Bundesstaat Roraima an der Grenze zu Venezuela. Der brasilianischen Militärpolizei zufolge wurden drei Brasilianer verletzt. Zu Opfern unter den Venezolanern lagen zunächst keine Angaben vor. Die Zahl der in der 12'000-Einwohnerstadt Pacaraima auf der Strasse oder in improvisierten Lagern lebenden Venezolaner wird auf tausend geschätzt.

Zehntausende fliehen nach Brasilien

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  • Seit 2017 haben mehr als 127'000 Venezolaner ihr Land verlassen und die Grenze nach Brasilien passiert.
  • Davon sind rund 69'000 Personen in andere Länder weitergereist, wie die brasilianischen Behörden mitteilten.
  • Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben rund 56'000 Venezolaner Bleiberecht in Brasilien beantragt.

Die Gouverneurin von Roraima, Suely Campos, sprach sich für eine vorübergehende Schliessung der Grenze aus. Von der Zentralregierung in Brasília forderte sie zusätzliche Sicherheitskräfte an. Sie begründete dies mit der «zunehmenden Kriminalität», für die sie die Venezolaner in der Region verantwortlich machte.
Das brasilianische Ministerium für öffentliche Sicherheit sagte zu, dass am Montag 60 Soldaten die örtlichen Sicherheitskräfte verstärken würden.

Krise in Venezuela

Venezuela steckt infolge von Erdölpreiszerfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die Inflation ist ausser Kontrolle geraten. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Geldentwertung in diesem Jahr eine Million Prozent erreichen. Die Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Buesser  (TimBue)
    Kein Wort natürlich im Artikel für Ursache des ganzen Übels in Venezuela, einem an Rohstoffen sehr reichen, vor 20 Jahren noch hochentwickelten Land. Sozialistische Kreise putschten sich an Macht, wälzten Behörden mit politischen Aktivisten um, zogen sozialistische Planwirtschaft auf mit korrupten Ideologen an Schalthebeln. Mit einsetzendem wirtschaftlichem Niedergang kommt immer mehr Unterdrückung und Autokratie auf. So geschehen in 'sozialistischen Paradiesen' Kuba, Nicaragua, Bolivien, usw.
    1. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      So einfach ist die Antwort nicht Herr Buesser!? Die USA hat an diesen Entwicklungen überhaupt nichts zu tun?
    2. Antwort von Bruno Bär  (ursinho007)
      Das ist nicht ganz korrekt. Sie müssen rechtsextreme Regierungen auch dazu zählen. Alles was diktatorisch ist, ob links oder rechts, führt zu diesen Zuständen. Macht macht korrupt, egal wie sie zustande gekommen ist. Bei Kuba ist noch zu sagen, dass das Bildungsniveau in keinem anderen lateinamerikanischen Land so hoch ist.
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Naja, so richtig gut geht es keinem Land im Hinterhof der USA . Dasselbe gilt für den Hinterhof Russlands:-(
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Es wäre gut zu erfahren, wie die Entwicklung in der Region Brasiliens ist. Gefühlt ist es Teil des extrem unterentwickelten Hinterlandes, wo Neid und Hass nicht aus Bosheit sondern aus purem Elend entsteht.
    1. Antwort von Jonas Lieberherr  (Achtsamkeit)
      Guten Tag Herr Buchmann,

      ich teile Ihren Kommentar. Für Neid und Hass und demzufolge auch Bossheit braucht es immer eine "Entwicklung" (z.B. Elend).
    2. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      NB: ... purem Elend in Venezuela, haben Sie doch gemeint, oder ?
    3. Antwort von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
      Ich meinte, den Brasilianern in der Region des Landes geht es nicht unbedingt viel besser als den verarmten Venezolanern.
    4. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Warum kauft China Venezolanern nicht das Erdöl zu angemessenen Preisen ab? Also ein deutlich höherer Preis als auf dem internationalem Markt. Vielleicht könnte damit ja China das Elend in Venezuela beseitigen. - Warum füttert China also Venezuela nicht durch ? Warum hält sich China damit zurück ?
    5. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Elend in Venezuela beenden kann nur eine neue, demokratisch gewählte Regierung.
    6. Antwort von Patrick Charpilloz  (Skeptiker)
      Und wieso bitte Herr Haller soll China das tun? Seit wann ist China die neue Mutter Theresa der Welt?
      Nein, es braucht in Venezuela wieder eine Revolution, bei der die „sozialistischen“ Diktatoren vom Volk verjagt werden mit einer anschliessend demokratisch gewählten Regierung, die fürs Volk und nicht nur für die eigene Tasche oder irrwitzige Ideologien arbeitet.
    7. Antwort von Arthur Meili  (Arthur Meili)
      Viele Fluechtende gehen von BR wieder zurueck nach Venezuela, weil fuer sie das Leben in BR anscheinend noch schwieriger ist als zuhause.