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Immer mehr Angriffe auf Medienschaffende in den USA
Aus Echo der Zeit vom 05.06.2020.
abspielen. Laufzeit 04:47 Minuten.
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Angriffe auf Journalisten «Trumps Worte haben Schaden angerichtet»

200 Angriffe wurden in den letzten Tagen in den USA gezählt. Eine Journalismus-Professorin zeigt sich alarmiert.

Die Bilder seien bestürzend, sagt Journalismus-Professorin Ellen Shearer von der Northwestern University. Sie ist auch Vizepräsidentin der «National Security Journalism Initiative». So viel Gewalt gegen Medienschaffende in so kurzer Zeit habe es in den USA noch nie gegeben. Obschon diese sich klar als Journalisten zu erkennen gaben, wurden sie angegriffen.

Die Organisation Press Freedom Tracker hat in nur einer Woche über 200 Vorfälle registriert. 50 Journalistinnen und Journalisten seien körperlich attackiert worden, 33 mit Tränengas, 20 mit Pfefferspray, 50 mit Gummigeschossen – ganz gezielt und mit voller Absicht. Ein CNN-Reporter wurde vor laufender Kamera festgenommen.

Wie feindliche Kämpfer seien Journalisten von der Polizei behandelt worden, sagt Shearer. Das sei ein krasser Verstoss gegen die Regel, dass Medien unbehelligt berichten dürfen, solange sie die Polizei nicht behindern. In einer Demokratie müsse diese Regel von der Polizei unbedingt respektiert werden, denn die Journalistinnen und Journalisten seien quasi die Augen und die Ohren der Bevölkerung.

Es hätten wohl verschiedene Faktoren dazu beigetragen, dass sich Angriffe gegen Medienschaffende derart gehäuft hätten, glaubt Shearer. Viele Menschen stünden seit Wochen unter enormem Stress.

Medien als Feind des Volkes verunglimpft

Seit mehr als drei Jahren würden die Medien als Feind des Volkes verunglimpft, als Fake News, Lügenpresse. Diese Worte des Präsidenten hätten Schaden angerichtet. Der Gouverneur von Minnesota hat sich inzwischen für die Verhaftung des CNN-Journalisten entschuldigt. Ansonsten fehlten klare Stellungnahmen seitens der politischen Entscheidungsträger oder der Polizei, bedauert Shearer.

Im Moment könne sie nur hoffen: Darauf, dass die Polizeichefs ihre Korps wieder daran erinnerten, dass Reporter nicht Feinde seien, sondern eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft erfüllten, sagt Ellen Shearer. Dennoch sei es beängstigend, dass dies in einer Demokratie wie den USA wieder nötig geworden sei.

Echo der Zeit vom 5.6.2020

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher  (Lol)
    Die Geschichte und das Rechtssystem der USA sind geprägt von Anarchie, Willkür, Gewalt, Raub und Mord. Die frühen Siedler bewegten sich in rechtsfreien Räumen und es galt das Recht des Stärkeren. Die Ureinwohner wurden mit überlegenen Waffen und für sie unbekannten Krankheiten weitgehend ausgerottet. Der Wohlstand des Südens war auf Sklavenhaltung aufgebaut. Nur mit diesem Wissen kann man verstehen, was nicht erst jetzt in den USA geschieht.
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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    " Trumps Worte haben Schaden angerichtet" Also nichts Neues im Westen und zwar nicht nur die aktuellsten. Das zieht sich schon seit Beginn seiner Amtszeit oder noch davor wie ein roter Faden durch alles was durch ihn in seiner selbstgefälligen Art kommuniziert wird. Aber für ihn selbst ist das alles grossartig, wundervoll, .... Dafür, dass er sich selbst vermutlich für den Erleuchteten hält ist er wahrlich nicht der h...ste.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt  (lb)
    Physische Gewalt ist in den USA weit mehr akzeptiert/praktiziert als etwa in Europa. New York, 2005. Wir hatten einen Messestand. Meine Frau hatte kurz zuvor einen Armbruch. Also auf zu Bloomingdales, dem "weltbesten" Kaufhaus, um passendes Outfit zu kaufen. Vor der Umkleide-Kabine wurde ich physisch, körperlich von einer Sicherheitskraft gehindert, ihr in der Umkleidekabine beim Anprobieren zu helfen. Klar hat sich das Management entschuldigt. Gewalt ist immer ein Nährboden für mehr Gewalt.
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