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Schweizer Journalisten werden mit Gummischrot attackiert
Aus News-Clip vom 05.06.2020.
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Pressefreiheit unter Beschuss Schweizer Journalisten in den USA von Polizei attackiert

  • Ein Schweizer Fernsehteam will aus Minneapolis berichten – über die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt.
  • Die Reporter geraten zwischen die Fronten der Polizei, geben sich als Journalisten zu erkennen. Ein Gummigeschoss verfehlt sie nur knapp.
  • Ähnlich wie den Schweizer Berichterstattern ergeht es vielen Journalisten in den USA. Hunderte Vorfälle dieser Art wurden bereits bekannt.

Es geschah vergangenen Samstag in der Nacht, in Minneapolis, kurz nach 20 Uhr. Die Fernseh-Korrespondenten Gaspard Kühn von RTS und Max Herber von RSI sowie ihr Kameramann Jean-Pascale Azaïs finden sich eingekesselt zwischen zwei Polizeifronten.

Gummigeschosse gegen Pressevertreter

Die Demonstrierenden sind fast alle verschwunden. Plötzlich schwirrt eine Gummikugel ganz nahe an ihnen vorbei. Und zwar, nachdem sich das Schweizer Team als Presse zu erkennen gegeben hatte.

Der 38-jährige RTS-Journalist Gaspard Kühn erzählt, wie es dazu kam. Sie hätten sich aus der unangenehmen Lage befreien wollen. Deshalb seien sie auf die Polizei zugegangen, mit gezückten Presseausweisen, und hätten laut «Presse!» gerufen. Aber die Polizisten hätten nur geschrien «Back Up!» und kurz danach mit Gummimunition auf sie geschossen.

Hunderte Meldungen über ähnliche Vorfälle

Das Schweizer TV-Team hat nichts Verbotenes getan. Die Ausgangssperren in rund 40 US-Städten gelten für Journalisten nicht. Es könnte sich auch um einen Irrtum handeln, aber an Schauplätzen von Minneapolis bis Los Angeles erlebten viele Medienvertreter solche Zwischenfälle.

Auf dem Twitterfeed der U.S. Press Freedom Tracker sind innert einer Woche über 250 Meldungen eingegangen. Es ist riskant geworden, in den USA über die Bürgerrechts-Proteste zu berichten. Polizisten attackieren und verhaften Journalisten, aber auch Protestierende haben zugeschlagen, wie etwa in Washington D.C. einen Fox-News-Reporter.

Noch nie gesehenes Phänomen

«Wir müssen vor Ort berichten», sagt Kühn von RTS. «Über die Sichtweise der Protestierenden und diejenige der Polizei. Wenn wir das nicht mehr tun können, dann leben wir nicht mehr in einer Demokratie.»

Die Organisation Reporter ohne Grenzen spricht von einem in den USA noch nie gesehenen Phänomen.

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Pulverfass USA: Aufstand gegen Rassismus
Aus Rundschau vom 03.06.2020.
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Heute Morgen, 5.06.2020, 6 Uhr

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85 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Fake News Video? Ich höre keine rufenden Journalisten, Kamera filmt eher wie aus der Deckung heraus. Ein Motorradfahrer zieht völlig unbehelligt von dannen nachdem ihm eine Nebel oder Tränengasgranate die Weietrfahrt blockiert, Querschlägergeräusch kein direktbeschuss... Einige locker dastehende Polizisten im Laserpointergewitter. Ist das eine Aufnahme des betroffenen Kamerateams?
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  • Kommentar von Ruedi Möckli  (rm)
    Natuerlich geht das nicht. Objektiv muss man allerdings auch sagen, dass viele Journalisten hier nun geziehlt die Grenze abtasten und versuchen Fehlverhalten zu provozieren, und dies dann festhalten fuer ihren Sender. Und das ist natuerlich ebenfalls nicht in Ordnung, besonders wenn die Polizisten unter so viel Druck stehen wie jetzt und womoeglich mehr Fehlentscheidungen treffen als normal.
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    1. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Genau das meinte ich mit "Keine Hetze betreiben, Verhaeltnismaessigkeit wahren , auf Polemik verzichten " in meinem Kommentar. Wenn die Objektivitaet der CH-Berichte aus USA nicht besser ist als bei jenen aus China, dann machen uns diese "Reportagen" nicht klueger.
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  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    Wie wollen Polizisten mitten im Getümmel wissen, ob der Presseausweis echt ist, trotz Kamera-Equipment?
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    1. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      1. Leuchtweste mit der Aufschrift „Press“
      2. Kameramann und Tonmann mit Equipment.
      3. Menschenkenntnis darf von einem Polizisten erwartet werde.

      Selbst wenn die Punkte 1-3 wegfallen würden gibt es kein Recht ohne Verdacht auf irgend jemanden mit Gummischrot zu schiessen.

      Aber schon klar, seit Trump ist die Presse vorab schon verdächtig und der Feind.
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