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Anschlag auf Separatistenchef Zweites Todesopfer in der Ostukraine

Neben Sachartschenko kam eine weitere Person ums Leben. Der Kreml warnt vor verschärften Spannungen in der Region.

Zerstörtes Gebäude
Legende: Sachartschenko starb, als eine Bombe im Café «Separ» (Separatist) explodierte. Reuters

Bei dem tödlichen Anschlag auf den Donezker Separatistenchef Alexander Sachartschenko in der Ostukraine hat es nach offiziellen Angaben ein zweites Todesopfer gegeben. Sechs Menschen seien in Spitäler gebracht worden, teilte der Zivilschutz der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk mit.

Am Freitagabend war im Café «Separ» (Separatist) in Donezk eine Bombe explodiert und hatte den 42-jährigen Sachartschenko getötet.

Kreml erwartet veschärfte Spannungen

Die prorussischen Separatisten und Politiker in Moskau machen die Ukraine für den Anschlag verantwortlich. Der Kreml rechnet nach dem tödlichen Anschlag zudem mit verschärften Spannungen im Kriegsgebiet Ostukraine.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow wertete das Attentat als «offene Provokation, um die Minsker Vereinbarungen zu torpedieren». Es könne nun keine Rede mehr von einem baldigen Treffen im Normandie-Format sein, «wie unsere europäischen Partner das wollen», sagte er. «Erst muss die Situation analysiert werden.» Im sogenannten Normandie-Format beraten Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine über eine Lösung des Konflikts in der von Separatisten kontrollierten Ostukraine.

Porträt Sachartschenko
Legende: Sachartschenko hatte die sogenannte Volksrepublik Donezk seit August 2014 geführt. Keystone

Separatistenrepublik setzt auf Minsker Abkommen

Die Minsker Vereinbarung soll eigentlich den Krieg zwischen den von Moskau unterstützten Separatisten und der ukrainischen Armee beenden, in dem seit 2014 mehr als 10'000 Menschen getötet worden sind.

Anders sah es der Unterhändler der Separatistenrepublik Luhansk im Minsk-Prozess, Wladislaw Dejnego. Minsk bleibe «das einzige Instrument, das wir für eine Friedensregelung haben», sagte er. Der Tod Sachartschenkos ändere daran nichts.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    einmal mehr enpuppen sich die vom Westen eingesetzten 'Demokraten' als Terroristen. Taliban waren ja auch zuerst von den USA finanziert worden. Die Destabilisierung der Ukraine hat sich mittelfristig nicht gelohnt. Das sieht die EU hoffentlich ein. Man hat da naiv die USA unterstuetzt beim Regime Change.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Die EU bzw. die führenden Politiker der EU, werden dies nicht einsehen, weil ja genau dies bezweckt wurde, um Russland zu provozieren und dämonisieren zu können. Das hat ziemlich gut geklappt (bis darauf, dass Putin nicht überreagiert hat und so dem Westen kein Vorwand für einen grösseren Krieg lieferte, wie z.B. Brzenzinski in einem Interview im Sommer 2014 durchblicken liess, er es gerne gesehen hätte, dass der Konflikt eskaliert.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Gefährliche Zeiten: Eskalation in der Ostukraine, Gefahr eines Konfliktes zwischen Russland und USA in Syrien (was haben die USA dort zu suchen, Islamisten beschützen?), Provokation der Nato mit grösseren Militärübungen an den Grenzen zu Russland (Litauen und Georgien!), grosse Militärübungen Russland u.a. im Mittelmeer. Ist wirklich Putin an die zugenommenen Eskalation mit Gefahr des Ausbruches eines grösseren Krieges schuld?
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Dass Russland genau wie z.B. die USA in der Ukraine in erster Linie eigene Interessen verfolgt und nicht in erster Linie helfen will sollte klar sein.
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