- In Kongo-Kinshasa ist erneut das gefährliche Ebolafieber ausgebrochen.
- Das Gesundheitsministerium Kongo-Kinshasas meldet 80 Tote in der Provinz Ituri, die im Nordosten des Landes an Uganda und den Südsudan grenzt.
- Ein Labor in der Hauptstadt Kinshasa bestätigt nun 13 Fälle der seltenen Variante Bundibuguyo.
- Das Nachbarland Uganda bestätigt bis jetzt einen Fall eines verstorbenen Patienten.
Insgesamt gebe es aktuell 246 Verdachtsfälle sowie 80 gemeldete Todesfälle, wie das Gesundheitsministerium in Kongo-Kinshasas mitteilt. Am Freitag lag die Todeszahl noch bei 65. Auch Uganda meldet mittlerweile den ersten Fall eines verstorbenen Kongolesen in der Stadt Kampala. Laut dem Gesundheitsministerium Ugandas sei der Fall aus Kongo-Kinshasa importiert worden. Lokal habe man noch keine Fälle bestätigt.
Kein Impfstoff für seltene Variante
Nun legt das nationale Forschungsinstitut «Institut National de la Recherche Biomédical» (INRB) die ersten Laborergebnisse vor: Die 13 untersuchten Fälle entsprechen der seltenen Bundibuguyo-Variante. Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit hat es sich hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt. Das berichtet die afrikanische Gesundheitsbehörde «Africa CDC».
Für den Bundibuguyo-Stamm gibt es aktuell keinen zugelassenen Impfstoff. Allerdings hat die Variante eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent, während diese beim Zaire-Stamm bei bis zu 90 Prozent liegt.
«Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal», sagte Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité, der bereits selbst mehrfach bei Ebola-Ausbrüchen im Einsatz war. Angesichts von fast 250 Verdachtsfällen muss der Ausbruch seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein, falls sich die Zahlen bestätigen. «Vermutlich kommt es aus einer sehr abgelegenen Gegend.»
Da sich der Ausbruch der tödlichen Fieberkrankheit in einer städtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen befinde, äusserte sich auch die Gesundheitsbehörde CDC besorgt über das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus. Eine dringende Sitzung zur Koordinierung mit Gesundheitsbehörden aus Kongo-Kinshasa, Uganda und dem Südsudan sowie internationalen Gesundheitsorganisationen sei daher einberufen worden.
16 Ebola-Ausbrüche seit 1976
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Wenn Infizierte nicht sofort behandelt werden, liegt die Sterblichkeit nach Angaben des deutschen Robert-Koch-Instituts bei bis zu 90 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch in Westafrika mehr als 11'000 Menschen gestorben.
In dem zentralafrikanischen Land wurden zuletzt im September 2025 Ebolafälle bekannt. Der damalige Ausbruch, bei dem 45 Menschen starben, ereignete sich in der Provinz Kasai im Südwesten des Landes und wurde drei Monate später für beendet erklärt. Es handelte sich insgesamt um den sechzehnten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976.