Darum geht es: In der Provinz Chubut, einem Teil der Region Patagonien im Süden Argentiniens, wüten Waldbrände. Winde und Trockenheit erschweren die Löscharbeiten: Zahlreiche Bewohner und etwa 3000 Reisende mussten bereits evakuiert werden. Starke Winde fachen die Flammen immer wieder an. Dazu kommen hohe Temperaturen und ausgetrocknete Böden. Bislang sind laut offiziellen Angaben mehr als 15'000 Hektaren von den Flammen zerstört worden. Die argentinische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden sind. Die Ermittlungen in Argentinien laufen auf Hochtouren, von offizieller Seite gibt es derzeit aber nicht mehr Informationen.
Gerüchte über angebliche israelische Brandstifter: Auf Social Media kursiert ein Video, das angeblich einen israelischen Touristen zeigt, der ein Feuer gelegt haben soll. Darin wird insinuiert, Israeli wollten das Land dann kaufen, wenn es abgebrannt ist. Für die Authentizität des Videos und dieser Angaben gibt es aber keinerlei Beweise. Präsident Javier Milei sprach in diesem Zusammenhang von der «dunklen Seite Argentiniens» und warnte vor antisemitischen Verschwörungserzählungen.
Andere Theorien: Die argentinische Faktencheck-Plattform Chequeado hat drei weitere Theorien rund um Gerüchte zum Ursprung der Brände genauer unter die Lupe genommen. Demnach ist eine davon irreführend, zwei wurden als Falschmeldungen identifiziert. Die argentinischen Behörden ihrerseits betonen, dass ihre Ermittlungen noch am Laufen seien.
Theorie um Javier Milei: Eine der Theorien dreht sich um die Regierung von Javier Milei, genauer gesagt um ein Brandschutzgesetz: Eine ehemalige Kandidatin für das Parlament in Buenos Aires schreibt in einem Beitrag auf X, dass die Regierung angeblich ein Gesetz zum Umgang mit Bränden aufgehoben habe. Dieses Gesetz, das eine schnellere Nutzung von Landflächen nach Bränden ermöglichen würde, ist laut Chequeado jedoch nie in Kraft getreten. Es wurde lediglich ein Versuch unternommen, einen bestehenden Gesetzesartikel über den Umgang mit Feuer zu ändern und landwirtschaftliche Aktivitäten auf einem Grundstück zwischen 30 und 60 Jahre nach einem Brand zu verbieten. Diese Theorie ist demnach irreführend.
Gerücht um ein «Geständnis» von Matías Baez: Ebenfalls auf Social Media kursieren Posts, nach denen ein libertärer Politiker namens Matías Baez Brandstiftung und den Landverkauf an Israel gestanden haben soll. Diese Theorie entpuppt sich gemäss Chequeado als frei erfunden: Es gibt gar keinen Abgeordneten, der so heisst.
Granate: Es gibt zudem die Theorie, dass im Rahmen der Brände in Chubut eine von Israel hergestellte M26-Granate in Patagonien gefunden worden sein soll. Auch dieses Gerücht wird auf der argentinischen Faktencheck-Plattform widerlegt. Auf deren Website steht: «Das ist falsch. Bei der im Epuyén-See gefundenen Granate handelt es sich um das argentinische Modell FMK8.»