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Argentinisches U-Boot «Keine Mittel» für die Bergung der toten Seeleute

Legende: Video Das Wrack der «ARA San Juan» wurde gefunden abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 17.11.2018.
  • Die Entdeckung des vor einem Jahr verschollenen U-Boots «ARA San Juan» hat in Argentinien Erleichterung, Trauer und Wut ausgelöst.
  • Präsident Mauricio Macri hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

«Heute ist der traurigste Tag», sagte Macri in einer Ansprache. «Die Heldinnen und die 43 Helden werden im Leben ihrer Liebsten nicht zu ersetzen sein.» Eine Suchmannschaft der privaten Firma Ocean Infinity hatte das gesunkene U-Boot rund 500 Kilometer östlich des Golfs San Jorge vor der patagonischen Küste geortet.

Das Schiff sei in einer Tiefe von 907 Metern entdeckt worden, sagte der Kommandant der Marinebasis Mar del Plata. «Die Hülle ist noch in einem Stück, sie ist total deformiert und implodiert, aber ohne nennenswerte Risse», erklärte Kapitän Gabriel Attis.

«Ab heute wird sich ein Teil der Wunde schliessen», sagte Isabel Polo, die Schwester eines Seemanns, im Fernsehen. Jorge Villarreal, der Vater eines weiteren Besatzungsmitglieds, sagte: «Jetzt wissen wir, wo unsere Kinder sind. Wir wollen ihnen den Abschied bereiten, den sie verdienen. So können wir Frieden finden.»

«Wir müssen die Wahrheit wissen»

Ob das U-Boot und die Leichen der Seeleute aus 900 Metern Tiefe geborgen werden können, ist weiterhin fraglich. «Wir verfügen noch nicht einmal über die Mittel, um in diese Tiefen zu gelangen», sagte Verteidigungsminister Oscar Aguad. «Wir haben auch keine Ausrüstung, um ein solches Schiff zu bergen.» Fernando Morales, Vizepräsident des argentinischen Schifffahrtsverbands, sagte der Zeitung «La Nación»: «Das U-Boot bergen zu wollen, ist eine Utopie.»

Die Familien aber wollen ihre Angehörigen beerdigen und fordern eine umfassende Aufklärung des Unglücks. «Wir wollen, dass das U-Boot an die Oberfläche geholt wird. Wir wollen die Wahrheit wissen und die Justiz soll klären, wer dafür bezahlen muss», sagte Juan Aramayo, der Vater eines Besatzungsmitglieds.

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