Zum Inhalt springen
Inhalt

Atom-Deal mit Iran Macron zweifelt an Trumps Willen

Legende: Video «Kein Anlass zur Annahme, dass Trump alles für den Deal tun wird.» (frz.) abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.04.2018.
  • Emmanuel Macron befürchtet, dass US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigen will.
  • Dies sagte der französische Präsident vor Journalisten in Washington.
  • Macron erklärte aber auch, er wisse nicht, welche Entscheidung Trump treffen werde.
Emmanuel Macron hört zu
Legende: Emmanuel Macron befürchtet, dass Donald Trump doch noch aus dem Atomabkommen mit Iran aussteigen wird. Reuters

Zum Abschluss seines Staatsbesuchs sagte Macron: «Es scheint, als würde er nicht wirklich alles tun, um das Abkommen zu retten.» Frankreichs Staatsoberhaupt hatte während seines dreitägigen Washington-Besuches versucht, Trump eine Linie aufzuzeigen, wie die USA in dem Abkommen bleiben, langfristig aber dennoch ihre Ziele verwirklichen könnten.

Trump hatte sich diesen Vorschlägen gegenüber zunächst aufgeschlossen gezeigt und erklärt, man müsse in der Politik auch flexibel sein können.

Nach Macrons Äusserungen: Ölpreise legen zu

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Präsident Macrons geäusserte Befürchtungen, die USA könnte aus dem Atomabkommen mit Iran steigen, haben sich laut Händlern auf die Ölpreise ausgewirkt. Diese haben zugelegt. Fachleute gehen davon aus, dass – im Fall einer Kündigung des Abkommens – US-amerikanische Sanktionen wiederaufleben würden und dadurch die Ölausfuhr des Iran drastisch reduziert würde. Der Iran ist einer der wichtigsten Produzenten im Rohölkartell Opec.

Zuvor hatte sich Macron im US-Kongress nachdrücklich für
internationale Zusammenarbeit ausgesprochen. Beim Iran-Abkommen
und dem Kampf gegen die globale Erwärmung bezog Frankreichs
Präsident in seiner Rede vor beiden Kammern andere Positionen
als sein Gastgeber Trump. Das Atomabkommen mit dem Iran solle
nicht aufgegeben werden, wenn man nichts Substanzielleres habe, betonte Macron.

Merkel besucht Trump am Freitag

Am Freitag wird die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in Washington erwartet. Sie will bei Trump ebenfalls Werbung für den Verbleib der USA beim Atomabkommen machen. Das wird der zweite Besuch der Bundeskanzlerin beim US-Präsidenten Trump.

Im Mittelpunkt der Gespräche dürften neben dem Iran, der drohende Handelskrieg zwischen USA und Europa sowie die Krisen in Syrien stehen. Nach Macron ist Merkel die zweite wichtige Europapolitikerin innerhalb weniger Tage, die mit Trump zusammentrifft.

Merkel hat wiederholt betont, wie zentral die Partnerschaft mit den USA trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten mit Trump für Deutschland sei. Die Kanzlerin dürfte dem US-Präsidenten, der in der Wirtschaftspolitik auf Abschottung setzt, erneut klarmachen, dass sich Europa in dieser Frage nicht auseinanderreissen lässt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

29 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Trump hat gar kein Wahl als Abkommen in Mai zu kundigen. Druck von Republikaner und gewisse Lobysten ist zu hoch um zu wiederstehen. Damit wird Welt wieder sehen wie viel ist ein Abkommen mit USA wert. Macron war nur ein Besucher welche Trump durch weisse Haus geführt hat ohne irgendwelche poltische Gewicht für USA zu haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Drago: Gemäss meinen Informationen war das Atomabkommen für den 45. Präsidenten schon immer ein "Very bad Deal". Schon alleine deshalb, weil alles, was Obama zustande brachte, schlecht sein muss. Soviel ich weiss, war die Kündigung dieses Abkommens schon im Wahlkampf das erklärte Ziel des 45. Präsidenten der USA.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Solange der Iran Israel vernichten will, ist dieser Atom-Deal keinen Schuss Pulver wert. Ganz im Gegenteil, er versucht so von seiner Strategie abzulenken. Das ist ja auch der Grund warum Macron einen neuen Vertrag will. Trump weiss aber, dass Merkel da nicht mitmacht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Schtze die Situation ganz anders ein, Querelife. Macron versucht zu vermitteln, um das Abkommen zu retten. Denn wenn es aufgekündigt wird, könnte der Iran wieder beginnen, Uran anzureichern, was für Trump wiederum als Kriegsgrund missbraucht werden könnte. NB. Europa würde im Falle eines Krieges ganz sicher nicht ungeschoren davonkommen - US-Staatsgebiet hingegen eher schon.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Der Iran hat zweifellos keine militärischen Fähigkeiten, die eine Bedrohung für die USA darstellen würden - und, der Iran hält das Atomabkommen ein. Er war nie für terroristische Handlungen im Ausland oder dergleichen verantwortlich. Aber er hat etwas Unverzeihliches in den Augen der USA getan. Er hat den US-Dollar bedroht, denn der Iran hat kürzlich die Verwendung des USD im Handel verboten. Das Land weigert sich, sein Öl für die US-Währung zu verkaufen... wie einst Gaddafi in Libyen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Mitulla: Ich teile ihre Einschätzung der "militärischen Bedrohungslage". Ich war erleichtert, als das Atomabkommen mit dem Irak endlich im Trockenen war. Ich war konsterniert, als der 45. Präsident der USA, Donald Trump den Ausstieg aus diesem Vertrag ankündigte. Kann er die Bedeutung dieses Vertrages nicht erkennen? Muss er (zwangshaft) zerstören was sein Vorgänger aufbauen konnte?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen