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Chinas rasante Aufholjagd in der Rüstungsproduktion
Aus SRF 4 News aktuell vom 27.01.2020.
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Aufholjagd in Rüstungsbranche Deshalb belegt China Platz 2 hinter den USA

Das Kräfteverhältnis unter den Rüstungsproduzenten hat sich verändert. China platziert sich neu gleich hinter den USA.

Wo wird am meisten Kriegsmaterial produziert? China ist der zweitgrösste Rüstungsproduzent der Welt hinter den USA, aber vor Russland. Das zeigen die neuesten Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, Link öffnet in einem neuen Fenster. Dieses hat allerdings zum ersten Mal Zahlen aus China in seine Berechnungen mit einbezogen. Bisher war die Datenlage dafür nicht klar genug gewesen.

Will China führend in der Rüstungsherstellung werden? Laut den Verfassern des Berichts hat sich China schon länger vorgenommen, auf diesem Gebiet aufzuholen. Das Land versuche, unabhängiger zu werden von Importen aus dem Ausland, indem es selbst Waffen produziert, heisst es. Es gehört zudem zur offiziellen Regierungspolitik, dass die eigene Armee modernisiert wird.

Wie wichtig ist die Rüstungsindustrie für China? China erhöht die Verteidigungsausgaben jedes Jahr deutlich. Davon profitiert in erster Linie die heimische Rüstungsindustrie. Sie ist in den betroffenen Regionen ein wichtiger Arbeitgeber und spielt dort somit eine wichtige Rolle. Hinzu kommt: Seit dem Tiananmen-Massaker liefern westliche Länder keine Waffen mehr nach China.

Wohin liefert China Waffen aus eigener Produktion? Vor allem in die Region. Wichtige Abnehmer sind Länder wie Pakistan, Bangladesch und Burma. Stark zugenommen haben sollen auch die Waffenexporte in afrikanische Länder. Aber die Exporte bewegen sich noch auf tiefem Niveau. Laut dem Sipri produziert China hauptsächlich fürs eigene Land, um unabhängiger zu sein.

Liefert China auch an Länder, in denen Bürgerkrieg herrscht? «Eine Debatte darüber, wohin man Waffen liefern soll oder darf, findet hier nicht statt», sagt SRF-China-Korrespondent Martin Aldrovandi. Es würden keine hohen Anforderungen an die Abnehmer gestellt. So gebe es zum Beispiel Berichte, wonach chinesische Waffen auch im Kongo oder im Südsudan gelandet seien.

Hält sich China an internationale Abkommen? China ist noch nicht Mitglied des Arms Trade Treaty – dem Abkommen, mit dem der weltweite Waffenhandel geregelt werden soll. Letzten September teilte die chinesische Regierung mit, man bereite sich darauf vor, dieses Abkommen so schnell wie möglich zu unterzeichnen. Man wolle einen Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Welt leisten, hiess es. Es ist aber unklar, wann China unterzeichnen wird.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von kurt trionfini  (kt)
    Vor kurzem stand die USA als Waffenschmiede NR. 1 zur Debatte. Die Kommentare waren ein mehrfaches als jetzt und die Empörung, im Vergleich, hoch sieben. Als ob chinesische Kugeln rücksichtsvoller töten und chinesische Bomben vorsichtiger explodieren würden.
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    1. Antwort von Fritz Meier  (FriMe)
      Ihrem Kommentar kann ich nur beipflichten. Für den (West-)Europäer sind die USA immer der Inbegriff des Bösen, obwohl die CH und andere Staaten westlich des ehemaligen eisernen Vorhangs v.a. dank des US-Marshallplans und ihrer Sicherheitsgarantien überhaupt wieder auf die Beine kamen.
      Eigentlich müssten die CH und EU massiv aufrüsten, um die durch die US-Abzüge überall entstehende Vakuums vor unserer Europa-Haustüre endlich zu stabilisieren und gleichzeitig eigene Marshallpläne entwickeln.
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    2. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Autsch! So war es nicht gemeint... und schon gar nicht als Einladung zum Rüstungswettbewerb. Henu.
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    3. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Wenn der Westen der Böse und China die Guten wären, hätte man sicher diese schönen Flugzeuge (Bild) auch für die Schweiz in die Ausschreibung genommen. Zudem diese sicher auch billiger sind. Ich denke dieser Artikel zielt eher darauf hin, die Aufrüstung zu fördern und eventuell auch den Flugzeugkauf der CH zu beeinflussen. Um die #1 zu werden, oder ebenbürtig, braucht es mit eine starke Armee; da führt nun mal heut zutage noch kein Weg vorbei.
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Weltweit - sogar auch bei uns - wird weisgemacht, dass nan auf Produktion und Export von Waffen angewiesen ist und das, obwohl wir doch schon seit zweitausend Jahren Friede auf Erden haben.
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    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Ich verstehe die Ablehner, aber ich verstehe jene nicht, die uns jedes Jahr zu Wheinachten "Frieden auf Erden" predigen. Jede Religion - nicht nur die christliche - nimmt für sich in Anspruch eine friedliche zu sein und die Gläubigen folgen weltweit den religiöden Führern die Frieden predigen aber Kriege zulassen. Darf man da nicht ein bisschen zynisch sein?
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Die Welt beherrschen zu wollen muss ja ein wirklich "schönes Gefühl sein"!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Es ist vor allem ein schönes Gefühl für die Grossmächte, mehr Gewicht in die Waagschale legen zu können.
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