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China gehört zu den grössten Rüstungsproduzenten
Aus HeuteMorgen vom 27.01.2020.
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Weltweit die Nummer 2 China ist jetzt auch Rüstungs-Grossmacht

Was seine Rüstungsindustrie betraf, war China bisher ein schwarzes Loch. In den Untersuchungen über die grössten Rüstungskonzerne und -exporte kam es praktisch nicht vor. Zu unsicher sei die Datenlage, hiess es beim Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri.

Nicht verblüffend, aber beeindruckend

Erstmals traut man sich nun eine verlässliche Quantifizierung zu. Die Sipri-Expertin für die Rüstungsindustrie, Aude Fleurant, sagt: «Es war überaus aufwendig, an gesicherte Daten zu gelangen, doch nun gibt es erstmals aussagekräftiges Material.»

Die Erkenntnisse daraus sind nicht völlig verblüffend, aber beeindruckend. Gleich drei chinesische Rüstungskonzerne gehören inzwischen zu den grössten zehn weltweit. Sie verkaufen zusammen Waffen für gut 49 Milliarden Dollar pro Jahr.

Dabei ist der Marinebereich, dem besondere Priorität eingeräumt wird, ausgeklammert, weil da die Faktenlage noch immer zu dünn ist. Vermutet wird, dass Chinas Kriegswerften ihre führenden US-Konkurrenten bereits überholt haben.

China hat sein Ziel weitgehend erreicht

Die grössten chinesischen Waffenschmieden sind US-Rüstungsgiganten wie Lockheed-Martin oder Boeing sowie der britischen BAE auf den Fersen und haben Anbieter wie Airbus oder die russische Nummer eins, Almaz-Antey, überholt. Allein der chinesische Luftfahrtkonzern Avic hat 460'000 Angestellte.

China hat damit sein selbstgesetztes Ziel, im Rüstungsbereich zum Selbstversorger und unabhängig von ausländischen Anbietern zu werden, weitgehend erreicht. Und zwar bei allen Waffengattungen und selbst bei technologisch hochentwickeltem Kriegsgerät.

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Aus dem Archiv: China feiert Gründungstag mit Militärparade
Aus Tagesschau vom 01.10.2019.
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Die nach dem Tiananmen-Massaker 1989 verhängten Waffenembargos der USA und der EU gegen China haben entsprechende Bestrebungen Pekings erst recht vorangetrieben. Entsprechend rückläufig, um 50 Prozent, sind die Rüstungsimporte, die vor allem aus Russland stammten.

Immer mehr kaufen chinesische Waffen

Der Aufstieg von Chinas Rüstungsriesen spiegelt die seit Jahren enormen Aufrüstungsanstrengungen im Reich der Mitte. Er zeigt zugleich, dass China auch als Rüstungsexporteur rapide an Terrain gewinnt. Es hat seine Rüstungsverkäufe vervielfacht und ist bei landgestützten Waffensystemen inzwischen der fünftgrösste Anbieter im internationalen Markt. Immer mehr Länder kaufen chinesische Waffen, zumal sie deutlich billiger sind als westliche, jedoch gar nicht oder nur geringfügig weniger potent.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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15 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    China hätte jetzt eigentlich andere Sorgen.
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  • Kommentar von Arthur Pünter  (puenti)
    Truppenparaden und Präsentationen des neuesten Kriegsmaterials, dazu die aggressive Expansionspolitik im südchines. Meer erinnern frappant an totalitäre Regime der Vergangenheit. Ebenfalls ins Bild passt die Rhetorik der Selbstverteidigung - gegen wen? Neu ist die auf allen wirtschaftl. und polit. Kanälen forcierte "Seidenstrasse", welche finanziell u. wirtschaftl. schwächere Staaten in die Abhängigkeit Chinas führt. Aber wirtschaftliche Beziehungen mit China - auch die der Schweiz - gehen vor.
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    1. Antwort von Sebastian Mallmann  (mallmann)
      Die Chinesen berufen sich nicht zu Unrecht auf ihr Selbstverteidigungsrecht. Die USA sind in einigen Nachbarregionen stark militärisch präsent. Und auch China wird registriert haben, dass die USA in den letzten Jahrzehnten gerne mal diplomatische Mittel aussen vor gelassen haben und dafür auf militärische "Überzeugungsarbeit" gesetzt haben.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    China ist nicht nur bezüglich Grösse und Anzahl (1'300 Mio Menschen) eine Gefahr, sondern primär wegen der kompromisslosen Ideologie (Diktatur der KPC) und der Intransparenz ihrer langfristigen Strategie. Es ist nicht verwunderlich, das da heimlich viel mehr aufgerüstet wurde, als Sipri vermutet hatte. China ist NIE ehrlich, sei es bei den neu entdeckten KZ (Uiguren), Umgang mit Taiwan+Hongkong, Verhältnis zu Russland, Investitionen Afrika, Corona-Virus usw. Es kann wirklich gefährlich werden!
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    1. Antwort von Beat Heuberger  (Beat Heuberger)
      Macht korumpiert alle Politiker. Ich weiss nicht was schlimmer ist - das diktatorische China die imperialistische USA oder die heimlifeisse Schweiz. Ich weiss aber dass jeder nur für sich selbst verantwortlich ist. Andere aber für ein Verhalten zu verurteilen welches man selbst teilt scheint mir der Kern des Übels zu sein.
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    2. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      @Heuberberger: Sie haben den Nagel FAST auf den Kopf getroffen. Nebst den der Politik ist aber auch die Wirtschaft und die Religionen betroffenen. Und - da ich selbst auch Zweibeiner, schliesse ich mich nicht aus, wie ich mich als Machtmensch verhalten würde. Darum halte ich mich flach mit Kritik an Menschen, aber nicht an Systemen/Ideologien!!
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    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Heuberger: das Erfolgsrezept der Schweiz im 2. WK war die Appeasement- Politik gegenüber dem Reich. Das war zwar nicht heroisch, dafür umso effektiver.
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