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Spanien: Kinder sollen bald an die frische Luft
Aus HeuteMorgen vom 20.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:57 Minuten.
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Ausgangssperre in Spanien «Für viele Kinder wird es der erste Spaziergang seit 6 Wochen»

Sport oder Spaziergänge sind in Spanien wegen des Coronavirus grundsätzlich bis zum 9. Mai tabu. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Wochenende eine Verlängerung der strikten Ausgangssperre um weitere zwei Wochen an. Eine leichte Lockerung zeichne sich aber wegen sinkender Corona-Zahlen für Kinder Anfang nächster Woche ab, sagt die Journalistin Julia Macher in Barcelona.

Julia Macher

Julia Macher

Journalistin in Barcelona

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Julia Macher berichtet aus Spanien für verschiedene Radio- und TV-Sender, hauptsächlich über Gesellschaft und Kultur.

SRF News: Was ändert sich ab dem 27. April in Spanien?

Julia Macher: Kinder dürfen wieder vor die Tür. Für viele wird es der erste Spaziergang seit sechs Wochen sein. Ob es wie in Portugal ein Recht auf einen einstündigen Spaziergang geben wird oder ob man den Aufenthalt draussen über gewisse Zeitfenster organisiert, ist noch unklar. Aber man kann wieder an die frische Luft.

Vielen Familien fällt ein Stein vom Herzen, denn bisher durften Kinder in Spanien nur in Ausnahmefällen nach draussen. Das galt etwa für autistische Kinder oder wenn sie mangels Betreuungsmöglichkeiten einen Elternteil zum Einkaufen begleitet haben.

In den letzten Wochen war die Kritik an der Regierung vor allem wegen der Ausgangssperre für Kinder gross. Kommt deshalb die Lockerung?

Zum Teil. Es gab Druck von Eltern, die sich vor allem in den sozialen Medien darüber beschwert haben, dass Hunde in Spanien mehr Rechte hätten als Kinder. Es protestierten auch Kinderärzte und Ernährungsexperten. Denn die spanischen Kinder haben in der Quarantäne bereits fünf Prozent zugenommen. Es gab auch Druck von Regionalpräsidenten von Madrid, Katalonien, Galizien oder dem Baskenland.

Die Kinder haben in der Quarantäne bereits fünf Prozent zugenommen.
Autor: Julia Macher

Der Hauptgrund für die Lockerung wird aber gesundheitspolitisch begründet, denn die Zahl der Neuinfizierten wie auch der Todesfälle sinkt, und die Zahl der als geheilt Entlassenen steigt. Das spanische Expertenteam sieht deshalb solche kleinen Lockerungen als gerechtfertigt an.

Wie sieht es mit den Lockerungsmassnahmen für den Rest der Bevölkerung aus?

Da gibt es noch nichts Konkretes. Allerdings denkt die Regierung über Änderungen für ältere Menschen nach, die – ähnlich wie die Kinder – wieder zu bestimmten Zeiten nach draussen dürfen sollen. Auch wird darüber diskutiert, ob sportliche Aktivitäten einzeln an der frischen Luft ermöglicht werden sollen. Das sind aber alles Pläne für die Zeit nach dem 27. April.

Der spanische «Exit» beginnt dann ab dem 9. Mai nach dem Ende der Notstandsmassnahmen. Wie dies aussieht, ist noch unklar. Offensichtlich sollen die Lösungen auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort abgestimmt werden. In Gebieten mit wenigen Fällen oder auf dem dünn besiedelten Land könnten Massnahmen früher gelockert werden. In Grossstädten wie Barcelona und Madrid wird es später sein.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

HeuteMorgen, 20.04.2020, 07:00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Martin J. Pérez  (MJP)
    Mich verwundern einmal mehr die hiesigen "Experten" Kommentare, in denen man einfach mal andere Länder schlecht macht. Ich Frage mich ja auf welche Fachkenntnisse die Herren Gasser, Müller und Röthenmund ihre Behauptungen stützen.
    Die gravierende Lage in Spanien begründet sich in der späten Reaktion der Regierung die es völlig Verschlafen hat rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen.
    Zu sagen in Spanien wäre man undisziplinierter, das Gesundheitswesen unfähig etc. ist Absurd und reine Hetze.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Diese Ausgangsbeschränkung in Spanien richtet am Ende deutlich mehr Schaden an, als das Coronavirus. Solange die Menschen fürs Einkaufen nach draussen dürfen, bringt ein Spazierverbot gar nichts. Zumal man sich eher im Supermarkt als auf der Strasse ansteckt. Viele Länder beweisen dass es eben keine rigorose Ausgangssperre braucht. Dass die Zahlen in Spanien nicht eher sanken liegt wohl eher an der laschen Umsetzung durch die Bevölkerung.
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    1. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      ... und am katastrophalen Gesundheitssystem das schon in Normalzeiten am Anschlag ist. Dazu gehören auch schlechte, oder unmotivierte da schlecht bezahlte Ärzte, die nach Schulmedizin falsche Medikationen verabreichen. Kortison, Antibiotika, Immunsuppressiven, Fiebersenker ...
      Bei einem Virus bei dem eigentlich kein Medikament hilft, kann die Symptom-Bekämpfung reihenweise tödlich sein.
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Das Problem liegt auch daran das wegen den Sozialen Verhältnissen mehrer Generationen im gleichen Haushalt liegen Herr Gasser, dank der Ausgangssperre sind erheblich mehr Menschen nicht auf den Strassen. Und es stimmt nicht das die Spanier nicht Diszipliniert sind, ich erlebe das Gegenteil. Aber Cliches müssen genährt werden. Aber man nimmt gerne einfache Antworten die sind angenehmer und passen ins eigen Weltbild.
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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Bei uns in der Schweiz dürfen, können und sollen die Kinder täglich raus!

    Es ist aber immernoch Vorsicht geboten was Kinder unD Covid19 betrifft wie eine gestern in den USA veröffentlichte Studie zeigt: https://www.scmp.com/news/china/society/article/3080648/us-coronavirus-study-warns-sick-children-could-overwhelm-health
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Coronazeit, Studienzeit, schöne Zeit, weil garantiert jeder die ihm passende Studie irgendwo findet.
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    2. Antwort von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
      Holzer. Kinder dürfen raus, aber Spielplätze und Parks sind verboten. Sooo viel besser ist es mit unserer Bewegungsfreiheit nicht. Wir haben auch nicht die grossen Probleme Spaniens. Ausserdem sind wir fast das einzige Land in Europa, das bis 26.4. überhaupt keine Lockerungen hat, bis am 11.5. praktisch weiterhin mit minimalen Lockerungen weiterfährt. Bis 11.4. alle Geschäfte und Betriebe, ausgenommen 4-5 Grossverteiler, geschlossen zu halten ist ein grotesker Plan. Es gibt da nichts zu loben.
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    3. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Herr Giger:

      Ich habe eine Quellenangabe gemacht und nicht erwähnt was ich glaube oder denke. Solche Studien sind neu und man darf sie lesen und mit Vorsicht selber entscheiden was man wie tun möchte.

      Herr Schneebeli:

      Ich weiss nicht wo sie wohnen, aber bei uns sind Spielplätze zwar nicht zu, aber selbst wenn ist der Wald der grösste Spielplatz. Man muss halt auch etwas kreativ sein seinem Kind zuliebe. Zum Rest ihres Komentares möchte ich nicht viel sagen das es hier nicht das Thema ist
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