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«Beginn einer neuen Realität» in Österreich
Aus Tagesschau vom 14.04.2020.
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Lockerung der Massnahmen Diese Länder machen erste Schritte zurück zur Normalität

Wie kann nach der Coronavirus-Pandemie die Rückkehr in den Alltag am besten gelingen? Eine Reihe von Ländern wagt sich vorsichtig an erste Lockerungen der Massnahmen.

Österreich: In der Alpenrepublik geht es seit dem 14. April mit dem zaghaften Rückweg los: Kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte dürfen aktuell laut Bundeskanzler Sebastian Kurz unter strengen Auflagen wieder öffnen. Ab dem 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Coiffeure folgen dürfen. Ein Zeitplan zur Öffnung von Hotels und Gastronomie soll Ende April stehen, Ziel ist eine Wiederaufnahme des Betriebs ab Mitte Mai.

Kleidergeschäft.
Legende: Kleinere Geschäfte dürfen in Österreich seit dem 14. April wieder öffnen. Keystone

Spanien: Hunderttausende Spanier durften am Montag erstmals nach zwei Wochen wieder zur Arbeit fahren. Der sogenannte Winterschlaf, mit dem die Regierung den Kampf gegen die Pandemie intensiviert hatte, ging in jenen Regionen zu Ende, in denen der Ostermontag kein Feiertag ist – zum Beispiel in Madrid. Dort haben Polizeibeamte in der U-Bahn Schutzmasken ausgegeben. Von der umstrittenen Verschärfung der Ausgangssperre waren vor allem Baugewerbe und Industrie betroffen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez in der Coronavirus-Krise.
Legende: Zwar dürfen in gewissen Regionen die Spanier wieder arbeiten gehen, aber Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte gleichzeitig auch, es gebe noch keine echte Abschwächung der Ausgehsperre. Keystone

Italien: Bei den Italienern wird über eine «Phase 2» gesprochen, doch zunächst wurden die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Einwohner bis zum 3. Mai verlängert. Lebensmittelhandel, die Apotheken, Tankstellen und anderes standen in Italien stets offen. Gleich nach Ostern sollen nun einige Geschäfte, etwa Buch- und Schreibwarenläden, zusätzlich öffnen. Die besonders heftig betroffene Lombardei will diese Läden nicht so schnell wieder aufmachen, auch andere Regionen erlassen derzeit eigene Spezialbestimmungen.

Italiens Premier Giuseppe Conte in der Coronavirus-Krise.
Legende: Nach den Osterfeiertagen will Italiens Premier Giuseppe Conte die ersten Lockerungen der Massnahmen erlauben. Allerdings halten stark betroffene Regionen, wie die Lombardei, Spezialmassnahmen aufrecht. Keystone

Dänemark: In einem ersten Schritt sollen Kinderkrippen, Kindergärten sowie die Schulen für Kinder bis zur fünften Klasse ab dem 15. April wieder öffnen. Damit will die dänische Regierung die Eltern entlasten.

Frederiksen am Rednerpult.
Legende: Alle weiteren Massnahmen hat Ministerpräsidentin Frederiksen um vier Wochen verlängert: Die Grenzen bleiben vorläufig bis zum 10. Mai dicht. Gleiches gilt für Restaurants, Cafés, Kneipen sowie Theater und weitere Freizeiteinrichtungen. Versammlungen mit mehr als zehn Personen sind weiter verboten, Grossveranstaltungen bis Ende August untersagt. Reuters

Tschechien: Die Beschränkungen für Handel und Gastronomie sollen bis zum 8. Juni schrittweise aufgehoben werden. Kommenden Montag dürfen Handwerksbetriebe, Wochenmärkte und Autohändler wieder öffnen; später folgen in zweiwöchigen Abständen kleinere und dann grössere Einzelhandelsgeschäfte. Restaurants, Hotels und Einkaufszentren bekommen als letzte grünes Licht. Ab der zweiten Juniwoche sollen auch kulturelle Veranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern möglich sein. Die Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit bleibt vorerst bestehen.

Präsident am Rednerpult im Parlament.
Legende: Das tschechische Kabinett hat einen Stufenplan zur Lockerung der corona-bedingten Einschränkungen beschlossen. Reuters

Litauen: «Wir werden wahrscheinlich die Bedingungen für bestimmte kleine Unternehmen lockern und sehr klare Bedingungen festlegen», sagte Regierungschef Saulius Skvernelis in Vilnius. Demnach sollen diese Firmen wieder für Kunden öffnen dürfen, wenn sie bestimmte Vorkehrungen erfüllen. Am Mittwoch will die Regierung einen Vier-Phasen-Plan vorlegen. Auch ein vorläufiger Zeitplan soll präsentiert werden.

Skvernelis von nahem.
Legende: Über konkrete Änderungen solle erst später in der Woche entschieden werden, sagte Skvernelis. Gleichzeitig erwägt seine Regierung, die landesweite Corona-Quarantäne um zwei Wochen zu verlängern, unter die sie das Land zunächst bis Ostern gestellt hatte. Reuters

Norwegen: Die Kindergärten öffnen am 20. und die Schulen für Erst- bis Viertklässler am 27. April, wie Regierungschefin Erna Solberg ankündigte. Zudem dürfen die Norweger bereits ab dem 20. April wieder auf ihren geliebten Hütten übernachten. Auch dürfen ab dann Physiotherapeuten und Psychologen ihre Arbeit wiederaufnehmen. Coiffeure und Hautpfleger dürfen das sieben Tage später auch.

Erna Solberg am Rednerpult.
Legende: Gemäss Erna Solberg gibt es Hoffnung, dass alle Schüler noch vor dem Sommer zurück in die Schulen können. Die Grenzen des Landes bleiben derweil weiter geschlossen. Norweger, die in ihre Heimat zurückkehren, müssen zudem weiter 14 Tage lang in Quarantäne. Reuters

China: Im Ursprungsort der Pandemie, dem zentralchinesischen Wuhan, sind mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung am vergangenen Mittwoch auch die letzten Bewegungsbeschränkungen für die elf Millionen Bewohner aufgehoben worden. Der innerstädtische Verkehr wird normalisiert, der Flughafen nimmt seine Flüge wieder auf. Autos dürfen die Stadt wieder verlassen und die Menschen mit dem Zug auch wieder wegreisen – sofern sie gesund sind und in einer jetzt überall in China eingesetzten Corona-Gesundheits-App auf ihrem Handy einen grünen Code nachweisen können. Wer Kontakt zu Infizierten hatte, wird darin automatisch auf Rot gesetzt und darf nicht reisen.

Plakat von Xi Jinping.
Legende: Auf lokaler Ebene soll weiter Fieber gemessen und Mundschutz getragen werden. Kindergärten, Schulen und Hochschulen bleiben vorerst geschlossen. Reuters

Iran: Präsident Hassan Ruhani kündigte an, dass die Corona-Vorschriften «unter besonders strengen hygienischen Auflagen» in drei Phasen gelockert werden sollen. Ab Samstag soll zunächst in den Provinzen die Arbeit in Wirtschaftsbereichen mit geringem Gefährdungsrisiko wieder aufgenommen werden. In der zweiten Phase soll dies dann auch in der Hauptstadt Teheran passieren.

Ausgenommen sind weiterhin fast zwölf Branchen, bei denen die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist, darunter Kaufhäuser und Einkaufspassagen, Restaurants und Cafés, Kinos und Theater, alle Sportanlagen sowie Friseure und Schönheitssalons. Auch die Schulen, Universitäten und Kitas bleiben zu, genauso wie religiöse Stätten wie Mausoleen und Moscheen.

Ruhani am Rednertisch.
Legende: Die Verbote für Sportanlagen, Festhallen, Friseurläden sowie heilige religiösen Stätten bleiben jedoch bestehen. Bis auf Weiteres würden landesweit auch keine Freitagsgebete veranstaltet. In der dritten Phase soll aber dann auch über diese Bereiche entschieden werden, sagte Ruhani. Reuters

SRF 4 News, Heute Morgen, 8:00 Uhr;

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Dieter Tolksdorf  (Dieter T)
    ganz ehrlich - ich verstehe nicht, warum z.B. Blumenläden oder Baumärkte geschlossen bleiben. Blumenläden sind auch nicht komplizierter als Postfillialen und machen dazu noch Freude. Und Baumärkte? Wo ist das Problem mit Baumärkten? Gerade jetzt, wo man so viel Zeit zuhause verbringen darf, könnte man wirklich sinnvolles damit anfangen. Nur leider kann man nicht mal einen Blumentopf für den Garten kaufen...
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Wenn sie in mehrere Läden gehen erhöht sich das Risiko , sich anzustecken. Es ist deshalb ratsam, so wenig wie möglich in Läden zu gehen. Für die Risikogruppen ist es empfehlenswert, die Einkäufe von Nachbarn ausführen zu lassen.
  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Ein Lob allen, die eine Lockerung von Massnahmen vorsehen. Unser Bundesrat taumelt wie bei der verspäteten Schliessung der Grenzen einmal mehr hinterher.
  • Kommentar von Markus Holti  (M.A.Holti)
    Etwas zum Nachdenken: Wer die an Corona Verstorbenen mit jenenen Sterbefällen an anderen Influenza vergleicht, kommt auf folgenden Schluss: Durchschnittlich machen Coronafälle (Tote) zurzeit zwischen 5-15% aller Influenzaverstorbenen aus. Dieses Verhälntnis ist nicht neu und wird seit 2005 statistisch festgehalten. Es finden seltsamerweise kaum Oduktionen statt, um festzustellen, an was die Verstorbenen tatsächlich gestorben sind. "Mit" oder "an" Corona zu sterben, ist nicht das gleiche!
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Markus Holti: Gerne möchten wir Ihnen zu diesem Thema unseren Artikel ans Herz legen. https://www.srf.ch/news/schweiz/bag-zahlen-kritisch-betrachtet-sterben-die-patienten-wegen-oder-mit-corona
    2. Antwort von Philip Guillaume  (Phipu)
      Am Ende sind diese Menschen aber aufgrund der Virusinfektion gestorben. Man kann das nicht relativieren mit der Erklärung, dass diese Menschen so oder so gestorben wären. Hätten diese den Virus nicht gehabt, würden die grösste Mehrheit noch leben. Am Ende hat das Virus das Fass zum Überlaufen gebracht und nichts anderes. Ob es ein Teil der Toten auch so "gelupft" hätte, ist reine Spekulation und sagt nichts über die Sterblichkeitsrate des Virus aus.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Markus Holti. Ihre Haarspalterei hat nichts mit der Realität zu tun. Tatsache ist, dass mehr Patienten in den Spitälern, auf den Covid-19 Stationen sind, mit mehr Intensivstationen, dass mehr sterben innerhalb einer kurzen Zeit, trotz Massnahmen, dass immer wieder erstaunlich ist, wie es immer und immer wieder Leute gibt, welche nach Monaten von Tausenden Nachrichten aus der ganzen Welt, immer noch lernresistent sind. Erstaunlich.
    4. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Markus Holti, "Wer die an Corona Verstorbenen mit jenenen Sterbefällen an anderen Influenza vergleicht, kommt auf folgenden Schluss" - Tja, man sollte halt nicht Kartoffeln mit Erdbeeren vergleichen: Das Coronavirus ist 30x tödlicher und massiv virulenter Influenza.