Ausland-Türken gehen nicht wählen

Die Wahl des Präsidenten interessiert die Ausland-Türken kaum: Weniger als zehn Prozent haben abgestimmt.

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Bildlegende: Der erwartete Andrang blieb aus: Eine Türkin gibt in Wien ihre Stimme für die Präsidentschaftswahlen ab. Keystone

Ganz gelungen ist das Experiment nicht. Zum ersten Mal konnten Türken, die im Ausland leben, an der türkischen Präsidentenwahl teilnehmen – und zwar, ohne dafür in die Heimat reisen zu müssen. Doch nun zeigt sich: Nur wenige Ausland-Türken haben von dieser Möglichkeit auch Gebrauch gemacht.

Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Regierungsquellen meldete, haben gerade einmal 232'000 Türken ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Beteiligung von rund 8,6 Prozent. Auf noch tiefere Zahlen kommt die unabhängige Beobachtergruppe Gurbetin Oylari. Sie beziffert die Beteiligung mit nur fünf Prozent.

Insgesamt leben 2,7 Millionen wahlberechtigte Türken ausserhalb ihrer Heimat. Die Wahlbehörde hatte im Vorfeld mit einer Beteiligung von 30 bis 35 Prozent im Ausland gerechnet.

Weiter Weg zum Wahllokal

In Deutschland waren rund 1,4 Millionen Türken zur Wahl aufgerufen. Dafür hatte die Türkei im ganzen Land sieben riesige Wahllokale eingerichtet. Dennoch war schon im Vorfeld spekuliert worden, dass der oft weite Weg ins Wahllokal und die komplizierte Registrierung viele Wähler abschrecken könnte.

Wie hoch die Stimmbeteiligung in Deutschland war, ist nicht bekannt. Auch Zahlen für die Schweiz, wo rund 87'000 Türken leben, sind noch nicht erhältlich.

Möglicherweise erhöht sich die Stimmbeteiligung der Auslandtürken aber noch leicht. Denn in türkischen Flughäfen und an Grenzübergängen kann noch bis zum Wahltag am 10. August abgestimmt werden. Da viele Auslandstürken ihre Sommerferien in ihrer alten Heimat verbringen, rechnet Vize-Regierungschef Emrullah Isler mit insgesamt 450'000 bis 500'000 Wählern in dieser Gruppe.

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    Die Stadt Konya im Herzen Anatoliens zeigt das. Eine Reportage.

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