Bangkok-Terror ist wohl hausgemacht

Die Sicherheitskräfte Thailands haben nach den Anschlägen vom Wochenbeginn in Bangkok fremde Geheimdienste konsultiert. Danach kamen sie zu Schluss, dass wohl keine internationalen Terroristen in die Anschläge verwickelt sind. Derweil dürfte ihnen der Hauptverdächtige inzwischen entwichen sein.

Eine junge Thailänderin sitzt vor einem Schrein mit Blumen und betet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die thailändische Polizei geht davon aus, dass der Anschlag nicht das Werk einer internationalen Terrorgruppe ist. Keystone

Nach Angaben von Polizeichef Somyot Phumpanmuang dürften mindestens zehn Täter beteiligt gewesen sein, die die Tat seit mindestens einem Monat vorbereitet haben sollen. Die Bangkok-Bomber hatten nach neuesten Erkenntnissen der thailändischen Polizei keine Verbindung zu international operierenden Terroristen.

Uiguren unter Verdacht

Die Polizei sei nach Konsultationen mit ausländischen Geheimdiensten zu diesem Ergebnis gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. Es gebe auch keine Anhaltspunkte, dass gezielt Chinesen Ziel des blutigen Anschlags am Montag waren.

«Der Täter hat offenbar nicht allein gehandelt»

4:47 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.08.2015

In Bangkok kursierten zuvor Gerüchte, dass der Anschlag auf das Konto von Uiguren gehen könnte, einer in China verfolgten muslimischen Minderheit. Thailand hatte Anfang Juli mehr als 100 illegal eingereiste Uiguren gegen deren Protest in ihre Heimat abgeschoben.

Hauptverdächtiger entwischt?

Der am Tatort gefilmte Mann, der einen Rucksack deponiert hat und dann flüchtete, hat sich derweil mit grosser Wahrscheinlichkeit ins Ausland abgesetzt. Dies räumte die thailändische Polizei ein.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol sei eingeschaltet, um nach ihm zu fahnden. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen vorsätzlichen Mordes vor. Die Polizei sucht in Bangkok auch nach zwei mutmasslichen Komplizen des Mannes.

Bei dem Anschlag waren am Montag 20 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 120 verletzt worden. Eine zweite Bombe verfehlte am Dienstag ihr Ziel.