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Legende: Audio Die BBC distanziert sich von Leugnern des Klimawandels abspielen. Laufzeit 03:31 Minuten.
Aus Info 3 vom 03.05.2019.
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BBC gegen Klimaleugner «Wissenschaftlich ist die Beurteilung des Klimawandels klar»

Die ehrwürdige britische Rundfunkanstalt BBC hält fest: Der Klimawandel ist menschgemacht. Darum brauche es keine «falsche Fairness» und Klimaleugner müssten nicht mehr zu Wort kommen. Fredy Gsteiger von SRF erklärt diesen Entscheid.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

SRF News: Ist der Entscheid der BBC aus journalistischer Sicht richtig?

Fredy Gsteiger: Richtig oder nicht richtig – das ist Ansichtssache. Aber der Schritt der BBC ist auf jeden Fall nachvollziehbar. Denn soweit es die Wissenschaft betrifft, ist die Beurteilung des Klimawandels klar: Es gibt diesen und der Mensch spielt dabei eine Rolle.

Völlig anders sieht es in der Bevölkerung aus. Dort herrschen sehr unterschiedliche Ansichten – auch wenn es darum geht, Konsequenzen aus dem Klimawandel zu ziehen. Diesbezüglich ist ein Streit im Gange. Diesen müssen die Medien führen.

Die BBC präzisiert, es sei denkbar, dass Klimaskeptiker auch künftig zu Recht zu Wort kommen. Aber dabei müsse jeweils der Hintergrund der interviewten Person deutlich gemacht werden. Wie ist das gemeint?

Was an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen herauskommt, wissen wir auch beim Klimawandel nicht. Es ist nicht völlig undenkbar, dass plötzlich ganz neue Fakten auf den Tisch kommen. Wahrscheinlich ist es nicht. Aber zumindest so viel Offenheit muss man sich bewahren und sagen: Wenn neue Fakten da sind, muss man darauf eingehen und diese auch diskutieren.

Aber ganz wichtig ist beim Klimawandel, dass der Hintergrund der Leute, die möglicherweise solche Fakten – oder vielleicht auch nur falsche Fakten – präsentieren, ausgeleuchtet wird. Denn viele der wenigen Wissenschaftler, die den Klimawandel bestreiten, wurden von Industriezweigen, der Erdölbranche beispielsweise, gekauft oder von undurchsichtigen Quellen finanziert.

Beim Klimawandel bezieht die BBC Stellung. Wie handhaben dies andere Medienhäuser, zum Beispiel SRF?

Es gibt kaum andere wichtige Medienhäuser, die so klar Stellung bezogen haben wie die BBC mit ihren öffentlich gemachten Richtlinien. Beispielsweise ARD, ZDF, «Der Spiegel» oder «Süddeutsche Zeitung» haben keine solchen Richtlinien. Auch wir bei SRF haben sie nicht schriftlich festgelegt.

Die politische Debatte über den Klimawandel und die Konsequenzen muss geführt werden.

Wir haben die Diskussion intern jedoch intensiv geführt. Wir sind ebenfalls der Überzeugung, dass der Klimawandel eine Tatsache ist, und dass man einem Wissenschaftler, der dies erklärt, nicht immer eine Gegenposition entgegenstellen muss. Aber klar ist: Die politische Debatte über den Klimawandel und die Konsequenzen muss geführt werden.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

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147 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    @Frank Straube (Vigo) weiter unten: Nein, der Anteil des Flugverkehrs in der CH ist 14%. Sie sollten das Heizöl nicht vernachlässigen.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    @ Zoller, weiter unten: Die Beweise können Sie, sofern Sie es ernsthaft versuchen, in jeder seriösen Wissenschaftlichen Zeitschrift nachlesen. Sie können auch googeln, und wenn Sie auf Deutungen stossen, können Sie dort nachfragen wie man auf genau diese Deutung kam.
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  • Kommentar von Erich Zoller  (Erich Zoller)
    Wissenschaftler sind sich über die Funktion von CO2 ganz und gar nicht einig . Zuerst der Treibhauseffekt, den gibt es nicht, da sind sich heute alle einig. Heftig wird diskutiert ob CO2 die absorbierte Wärme in beide oder nur in eine Richtung strahlt, usw. Selbst Mitglieder des IPCC (Weltklimarat) sind sich darüber und in anderen Punkten nicht einig. Die Politik erhebt unbewiesene Theorien zum Dogma.
    Wer es wagt das Ganze zu hinterfragen ist ein Lügner, Verirrter oder Ungläubiger!
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    1. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Ist ja auch egal zu welchem Grad wir mit CO2 den Klimawandel beeinflussen den das Problem bleibt das sellbe und Mansnahmen sollten sofort umgesetzt werden! Das das Ausbäuten der Natur gestopt werden sollte zu unserem eigenen Schutz steht wirklich nicht mehr in Frage. Zeit um sich einzelner Fakten klarer zu werden besteht nicht somit sollte alles daran gesetzt werden um die Natur inkl. Klima nachhaltig und schützend zu organisieren. Was spricht dagegen? Die Gier?
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