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«Beispiellose Tragödie» Zwölf Tote bei Waldbrand in Andalusien

  • Bei einem Waldbrand im Süden Spaniens sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, einige der Opfer wurden gemäss Behörden in Fahrzeugen aufgefunden.
  • 23 Menschen werden demnach noch vermisst.
  • Etwa zehn Menschen wurden dem Staatsfernsehen RTVE zufolge verletzt und einige von ihnen in Spitäler gebracht.

Die meisten Todesopfer waren nach Angaben der Behörden ausländische Staatsangehörige. Vier mutmassliche Briten kamen in ihrem Fahrzeug ums Leben, weitere sieben Personen starben, nachdem sie ihre Fahrzeuge verlassen hatten und auf eigene Faust über eine nicht vorgesehene Route zu fliehen versuchten. Für einen spanischen Staatsbürger, der ebenfalls unter den Toten war, wurden zunächst keine näheren Umstände bekannt gegeben.

Der Brand war am Donnerstag Nachmittag in der rund 300 Kilometer nordöstlich von Málaga gelegenen Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería ausgebrochen, wie die Regionalregierung mitteilte.

Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.
Autor: Antonio Sanz Gesundheitsminister

Der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz sprach von einer «beispiellosen Tragödie» – es sei der Waldbrand «mit den bislang schwersten Folgen» in Andalusien. «Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.»

Mögliche Brandursache

Eine gerissene Stromleitung könnte das Feuer ausgelöst haben. Sie soll in die wegen Hitze und Trockenheit stark ausgedörrte Vegetation gefallen sein. Funken könnten das Feuer dann ausgelöst haben. Rund 150 Menschen meldeten entsprechende Beobachtungen, sagt die freie Journalistin Nicole Ris in Spanien.

Waldbrand in Andalusien

Momentan richte sich jedoch alles darauf aus, das Feuer in den Griff zu bekommen und den Verlust weiterer Menschenleben zu verhindern, sagt die ARD-Journalistin Franka Welz.

Ortschaften evakuiert

Nach Angaben von Gesundheitsminister Sanz sind derzeit rund 150 Feuerwehrleute mit fünf Löschfahrzeugen sowie weitere Rettungskräfte in Los Gallardos im Einsatz. Im Laufe des Tages sollen zudem elf Löschflugzeuge zum Einsatz kommen, sagt die Journalistin Ris. Mehr als tausend Menschen mehrerer Ortschaften seien in Notzelte in benachbarten Orten wie Mojácar gebracht worden. Ein Campingplatz, der bislang von dem Feuer verschont geblieben war, wurde vorsorglich geräumt.

Die Löscharbeiten dürften laut Nicole Ris vor allem wegen des schwer zugänglichen Geländes schwierig bleiben. Maschinen könnten dort nur begrenzt eingesetzt werden, zudem könne wechselnder Wind die Flammen wieder neu anfachen. Eine weitere Herausforderung sei die Betreuung der Evakuierten, die noch nicht wüssten, ob ihre Häuser oder Angehörigen betroffen seien.

Wie gut ist Spanien auf Waldbrände vorbereitet?

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Spanien sei grundsätzlich gut ausgerüstet, sagt die freie Journalistin Nicole Ris. Das Land verfüge über mehr als siebzig Löschflugzeuge und -helikopter sowie rund 30’000 Fachkräfte. Zusätzlich seien diesen Sommer 700 bis 800 EU-Einsatzkräfte in Südeuropa stationiert.

Waldbrände hätten in den Jahren jedoch zugenommen, die Bedingungen, auch klimabedingt, seien extremer. Hitze und Dürre liessen Brände schneller entstehen und sich rascher ausbreiten.

Zugleich werde immer wieder über ungenügende Präventionsmassnahmen diskutiert, etwa über fehlende Brandschneisen. Viele Brände seien zudem menschengemacht, zum Beispiel durch Fahrlässigkeit, etwa eine weggeworfene Zigarette, oder durch Brandstiftung. In Spanien werde deshalb auch über höhere Strafen für Verursacher diskutiert.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez brachte auf der Plattform X seine «grosse Trauer und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Brandes» zum Ausdruck.

In Spanien wüten derzeit mehrere Waldbrände. Seit Jahresbeginn haben dort grossflächige Feuer bereits mehr als 50’000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen – eine Fläche fast so gross wie der Kanton Basel-Landschaft.

Waldbrand trifft Tourismus bisher kaum

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Der Tourismus in Andalusien sei derzeit nicht grossflächig betroffen, sagt Franka Welz von der ARD in Madrid. Reisende in besonders gefährdeten Gebieten müssten jedoch mit Warnungen und Anweisungen der Behörden rechnen. Ein Campingplatz wurde bereits vorsorglich evakuiert.

Spanien leidet wie auch Portugal und Frankreich derzeit unter massiver Hitze. In Teilen des Landes gilt seit Tagen die höchste Hitzealarmstufe.

Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen begünstigen den Ausbruch von Feuern. Auch in Frankreich und Portugal kämpfte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen gegen mehrere Brände.

SRF 4 News, 10.7.2026, 4 Uhr ; 

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