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Globale Militärausgaben auf Höchststand
Aus HeuteMorgen vom 27.04.2020.
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Bericht zu den Militärausgaben Weltweiter Rüstungswettlauf mit immer höherem Tempo

Noch nie wurde weltweit so viel für das Militär ausgegeben wie im vergangenen Jahr. Gemäss den Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri nahmen 2019 die Rüstungsausgaben inflationsbereinigt um satte 3.6 Prozent zu und belaufen sich inzwischen auf gut 1.9 Billionen US-Dollar – also auf mehr als 1'900 Milliarden.

Pro Kopf der Weltbevölkerung fliessen damit jährlich 249 Dollar ins Militär. Sipri-Direktor Dan Smith spricht von einem «Allzeithoch bei den Rüstungsausgaben und beim internationalen Waffenhandel».

Mit Abstand die Nummer eins sind die USA: Sie investieren in ihre Rüstung mehr als ein Drittel dessen, was alle übrigen Länder zusammen ausgeben. Zudem erhöhen sie – nach erheblichen Kürzungen Anfang der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts – ihren Wehretat wieder kräftig: um 5.3 Prozent allein im Jahr 2019.

Auf Platz zwei folgt China

Die Nummer zwei ist China, das seit nunmehr 25 Jahren seine Rüstungsausgaben ununterbrochen deutlich erhöht und damit gegenüber den USA aufholt. 2019 betrug das Wachstum 5.1 Prozent. Dahinter folgen Indien, Russland und Saudi-Arabien. Erst danach kommen mit Frankreich, Deutschland und Grossbritannien die ersten westeuropäischen Staaten. Seit der Krimkrise und den wachsenden Spannungen mit Russland sind freilich auch vielerorts in Europa wieder Zuwächse zu verzeichnen.

US-Navy-Schiffe.
Legende: Mit über 730 Milliarden Dollar sind die USA weiterhin die Nummer eins bei den Militärausgaben. Keystone/Archiv

Besonders deutlich fallen sie in etlichen osteuropäischen Ländern aus – etwa in Polen oder Rumänien und in den baltischen Ländern. 2019 investierte aber auch Deutschland zehn Prozent mehr in die Rüstung. Dies, nachdem es von den USA und von der Nato-Führung unter Druck gekommen ist, weil es dem Nato-Ziel, dass jedes Land mindestens zwei Prozent seines Bruttoinlandprodukts in seine Verteidigung steckt, weit hinterherhinkt.

«Mehr Spannungen, mehr Militärausgaben»

Sipri-Chef Smith sieht die in den letzten Jahren immer stärker wachsenden Wehretats als «klares Zeichen für eine zunehmend unsichere Welt mit mehr bewaffneten Konflikten, mehr Spannungen, mehr Militärausgaben und mehr Waffen».

Dazu kommen einerseits die Rückkehr der alten Konfrontation zwischen Moskau und Washington sowie andrerseits die neue Rivalität zwischen China und den USA um die Rolle der dominierenden Supermacht.

Wohl Kürzungen wegen Corona-Krise

Allerdings ist es wenig wahrscheinlich, dass sich das Wachstum der Militärausgaben 2020 und in den Folgejahren fortsetzt. Die enormen Folgekosten der Corona-Krise dürften in den allermeisten Ländern Kürzungen beim Militärbudget erzwingen.

Diese haben bereits in den Golfstaaten begonnen. Vor allem in Saudi-Arabien, das sich aufgrund des rekordtiefen Ölpreises die Aufrüstungsexzesse der vergangenen Jahre nicht mehr leisten kann und nun auch einen Ausweg aus seiner Beteiligung am Krieg im Jemen sucht.

SRF 4 News, 27.04.2020, 00:30 Uhr/wuef;horm

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64 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Man kann alles mit allem vergleichen und dennoch wird man letztlich nicht umhin kommen, zu sehen, dass solche Vergleiche sehr relativ sind nur ungefähre Aussagen machen und eher rein akademischer Natur sein können.
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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Hr. Leu und Hr. Noah Schmid, Ihr streitet Euch nur um Namen weil Ihr davon ausgeht der andere sei dagegen. In Wahrheit wollt Ihr dasselbe, aber Einigkeit scheint Euch nicht geheuer!! So Schade !!
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Roger Gasser: Ohne Streitkultur mit harten Gegenpositionen können die guten Argumente nicht geschärft werden und die schlechten werden nicht eliminiert. Dass wir beide eine Welt ohne Krieg wünschen ist ja wohl klar. Herr Schmid ist eher der Idealist, der sagt, wie es - vielleicht - irgendeinmal sein sollte und ich bin der Realist, der sagt, wie es ist und wie sich die Akteure verhalten werden. Beide Seiten haben ihre Berechtigungen.
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    2. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Th.Leu: es geht mir darum dass es zielführender ist zu versuchen die Gemeinsamkeiten herauszustellen und die Differenzen möglichst aussen vor zu lassen. Zusammenarbeit ist weit effektiver als Streit, weil Zusammenarbeit von Anfang an die Aussicht auf friedliche Verhandlung eröffnet, Argumentieren bleibt ein Kampf mit meist einem oder gar mehreren Verlierer.
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Roger Gasser: Da bin ich total anderer Meinung. Die Gemeinsamkeiten sind das Ziel, aber wie man es erreicht, da gibt es immer verschiedene Wege. Wenn wir alle nur Gemeinsamkeiten hätten, dann bräuchten wir keine Wahlen mehr, sondern könnten einen einzigen von uns ins Amt setzen, der dann bestimmt wo es lang geht. Nur der kritische Diskurs bringt uns weiter: Das gilt in der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Ohne Kritik erstarren wir und finden keine unkonventionellen Lösungen mehr.
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    4. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Die Armee sollte sich um bewaffnete Einsätze kümmern und ein bundesstaatlich organisierter Zivildienst sollte sich um zivile Aufgaben kümmern, wie z.B. Katastrophenschutz, Pandemien (und allfällige Landesausstellungen), weil das effizienter ist, als wenn das bewaffnete Verbände tun (Feuerwehren und Gesundheitsfachleute tragen ja auch keine Waffen). Auch sollte ein VBS alle Bedrohungen gleich berücksichtigen und nicht auf militärische fokussieren. Das ist eine Feststellung und kein Idealismus.
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    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Noah Schmid: Wenn Sie das Worten "sollten" brauchen ist es Idealismus. Denn genausogut könnten Sie sagen: Es "sollte" keine Kriege mehr geben, deshalb schaffen wir die Armee ab. Das ist aber "wishful thinking" und wir würden im "worst case" schutzlos dastehen. Wir könnten uns auch als Trittbrettfahrer unserer Nachbarn verhalten, die aufgrund unserer fehlenden Verteidigungsbereitschaft ihrerseits mehr für die Verteidigung ausgeben müssten. Mit so einem Verhalten macht man sich eher unbeliebt.
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    6. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Herr Leu.
      Ich habe nirgends gesagt, dass die Armee abgeschafft werden soll, sondern dass sie gezielt für bewaffnete Einsätze verwendet werden soll und ein bundesstaatlicher Zivildienst für Katastropheneinsätze verwendet werden soll, weil das effizienter ist. Der Staat sollte stets bestrebt sein, Steuergelder möglichst effizient zu verwenden.
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    7. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Herr Gasser: Wie langweilig!! Es geht nichts über eine gute Streitkultur wo fairness und Anstand herrschen! Auch ich diskutiere gerne, manchmal vielleicht sogar mit Polemik um den Gegner noch ein bischen mehr zu fordern ;-)
      Und es gibt immer verschiedene Wege zum gleichen Ziel, selten Abkürzungen.
      Schön wenn SRF solche Diskurse in Abfolge hier veröffentlicht. Das ist bereichernd das spannende am Forum.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Volks-Billionen/Milliarden-Verschwendung/Missbrauch" von offensichtlich unfähigen, kleingeistigen, egoistischen Machthabern weltweit, welche ihre effektiven charakterlichen, persönlichen Mankos wett zu machen versuchen, indem sie Billionen/Milliarden in das "Wettrüsten", die Kriegsmateial-Produktion-und deren Kauf stecken! Ein entsprechendes "Virus" dagegen, wäre hilfreich für die ganze Welt, wenn da nicht der "Nachwuchs" wäre....
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