- Im Berufungsprozess gegen Frankreichs Altpräsident Nicolas Sarkozy hat die Staatsanwaltschaft in Paris sieben Jahre Haft gefordert.
- Sarkozy war in erster Instanz wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
- Hintergrund ist die Libyen-Affäre: Sarkozy wird vorgeworfen, illegale Wahlkampfgelder aus Libyen erhalten zu haben.
Der 71-jährige Sarkozy hatte in dem Verfahren erneut seine Unschuld beteuert. Es sei kein Cent aus Libyen in seinen Wahlkampf geflossen und er habe nicht unter dem Einfluss des damaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi gestanden, hatte Sarkozy vor Gericht ausgesagt.
In erster Instanz sah das Gericht keine Belege, dass dieses Geld tatsächlich floss. Doch die Justiz sah es als erwiesen an, dass Sarkozy und Vertraute versuchten, dieses Geld zu beschaffen.
Die Staatsanwaltschaft in Paris fordert nun neben der Haft- auch eine Geldstrafe von 300'000 Euro. Sie wirft Sarkozy die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung, illegale Wahlkampffinanzierung sowie den Umstand vor, von der Veruntreuung öffentlicher Gelder profitiert zu haben. Zehn weitere Angeklagte stehen vor Gericht.