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Beziehungen USA-Türkei Wird Biden den Völkermord an den Armeniern anerkennen?

Nach einem Telefonat von Biden mit Erdogan steht offenbar bald eine Erklärung der USA zum Genozid an den Armeniern an.

  • US-Präsident Joe Biden hat angesichts der Spannungen mit dem Nato-Partner Türkei mit Präsident Recep Tayyip Erdogan telefoniert.
  • Den Gedenktag der Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs an diesem Samstag war laut Mitteilung des Weissen Hauses kein Thema im Gespräch.
  • Allerdings stellte das Weisse Haus in Aussicht, dass es zu diesem Thema bald eine Ankündigung geben werde.

Video
Aus dem Archiv: Die Vertreibung der Armenier - kurz erklärt
Aus News-Clip vom 22.04.2015.
abspielen. Laufzeit 59 Sekunden.

Biden habe am Freitag sein Interesse «an einer konstruktiven bilateralen Beziehung» ausgedrückt, teilte das Weisse Haus mit. Biden und Erdogan hätten ein Treffen am Rande des Nato-Gipfels in Brüssel im Juni vereinbart.

Gespannte Erwartung vor Armenier-Gedenktag

Den Gedenktag der Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs von heute Samstag erwähnt die Mitteilung des Weissen Hauses nicht. Bereits im Wahlkampf versprach Biden, die Gräueltaten als Völkermord anzuerkennen. Am Gedenktag vor einem Jahr betonte er: «Schweigen ist Mittäterschaft.»

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, liess offen, ob Biden sein Versprechen wahrmachen werde. Sie rechne aber damit, dass es dazu in den kommenden Tagen mehr geben werde.

Ankara warnte die USA vor einem solchen Schritt. Sollten die USA die Beziehungen weiter verschlechtern wollen, sei das ihre Entscheidung, sagte der Aussenminister kürzlich.

Der Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg

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Während des Ersten Weltkriegs waren im Osmanischen Reich Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300’000 bis 500’000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

Der Deutsche Bundestag hatte 2016 befunden, dass die Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern 1915 während des Ersten Weltkriegs als Völkermord zu bezeichnen sei. Erdogan hatte damals erklärt, die deutsch-türkischen Beziehungen seien ernsthaft beschädigt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief 2019 offiziell den 24. April zum Gedenktag aus.

SRF 4, Nachrichten, 24.04.2021, 22:00 Uhr ; 

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