Zum Inhalt springen
Inhalt

«Blackface»-Bilder aufgetaucht Rückrittsforderungen gegen US-Gouverneur nach Skandal-Foto

Legende: Video Politiker in Erklärungsnot abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.02.2019.
  • Ralph Northam, demokratischer Gouverneur von Virginia, soll im Jahr 1984 mit einem Mitstudenten für ein Foto mit eindeutig rassistischer Botschaft posiert haben.
  • Erst zeigte Northam sich schuldbewusst, dann streitet er ab, auf dem Bild zu sein.
  • Trotzdem fordern ihn Parteikollegen und andere zum Rücktritt auf.

Den Stein ins Rollen brachten geleakte Bilder des Gouverneurs in einem Fotobuch. Darauf sind zwei Personen sichtbar: Eine schwarz geschminkt, die andere in eine Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klan gehüllt.

In den USA ist dieses Bild historisch bedingt besonders umstritten. Denn Schwarzschminken («Blackface») gilt in der amerikanischen Geschichte als Ausdruck der Diskriminierung von Afroamerikanern und ist heute ein absolutes Tabu. Genauso verpönt ist der Ku-Klux-Klan, dessen Ziel die Unterdrückung von Schwarzen ist.

«Ich bin nicht die Person auf dem Foto»

Der beschuldigte Gouverneur zeugte sich zunächst schuldbewusst: «Ich kann die Entscheidung von damals nicht ändern. Ich kann auch den entstandenen Schaden meines Verhaltens nicht rückgängig machen.» Er übernehme jedoch die Verantwortung für seine früheren Handlungen und setze alles daran, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Nur einen Tag später setzt Northam zur Kehrtwende an: «Nach meiner gestrigen Aussage habe ich mit meiner Familie und meinen Klassenkameraden aus dieser Zeit über alles nachgedacht. Meine Schlussfolgerung ist, dass ich nicht die Person auf diesem Foto bin.»

Sämtliche moralische Autorität verspielt

Doch der Schaden ist angerichtet. Das Vertrauen seiner Wähler im Bundesstaat Virginia ist erschüttert. Demonstranten fordern Northam zum Rücktritt auf: Er solle an jede schwarze Stimme für ihn denken.

Auch aus der Politik werden Rücktrittsforderungen laut. Beispielsweise von Joe Biden, dem ehemaligen US-Vizepräsidenten unter Barack Obama. In den USA gäbe es keinen Platz für Rassismus. Northam habe sämtliche moralische Autorität verspielt und müsse zurücktreten.

Und US-Präsident Donald Trump bezeichnet den Vorgang in seinem Tweet als unverzeihbar. Bisher lehnt der Demokrat einen Rücktritt aber ab.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Seltsam, das Skandal-Foto wurde öffentlich nachdem Ralph Northam einen verstörenden Kommentar zu 'Virginia’s new abortion bill' von sich gab. Auf die Frage, was passieren würde, wenn ein Kind nach einem gescheiterten Abtreibungsversuch geboren würde, sagte er: «Das Kind würde wiederbelebt, wenn Mutter und Familie es wünschen, und dann würden sich die Ärzte (physicians) und die Mutter miteinander unterhalten.» Und die Aussage von Kathy Tran dazu. Die Studienkollegen Northam's alles Demokraten..?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das zeigt, dass es auch unter den Demokraten versteckte Rassisten gibt . Also nichts Neues aus den USA und Weltweit .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naheliegender ist, dass es sich um einen unbedachten, geschmackslosen Gag handelte. Es war ja 1984. Damals nahm man es mit dem Rassismus noch nicht so genau.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Das Bild zeigt doch einen Party Gag und ich finde das ist in keinster Weise rassistisch. Harmonisch trinken da Schwarz und Weiss ein Bier zusammen. Das ist eher ironisch. Man kann ja auch als Hitler an eine Themenparty gehen ohne gleich Nazi zu sein. Sich humorvoll mit der Vergangenheit zu konfrontieren anstatt ständig rumzuheulen (aber es trotzdem nicht besser zu machen) halte ich für nicht stossend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Naja, wer nebst Humor auch noch Anstand und Respekt hat, geht nicht als Hitler an eine Party. Dieser Typ und seine Handheber und Absatzklacker verantworten zuviel menschliches Leid, als dass man da irgend etwas komisch daran finden könnte. Dasselbe gilt für den Ku-Klux-Klan, der nur ein primitiver, extrem-protestantischer Möchtegern-Geheimclub mit fasnachtsähnlichen Gebräuchen ist.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von werner zuercher (Werner Zuercher)
      Lieber Herr Duran, würde es ein Foto geben das Donald Trump als Schwarzer verkleidet zeigt, Sie würden ganz anders schreiben und schreien!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen