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Brände im Amazonas-Gebiet Bolsonaro stellt Bedingungen für Hilfsangebot der G7-Staaten

  • Die brasilianische Regierung akzeptiert die Hilfsgelder für den Kampf gegen die Waldbrände im Amazonas-Gebiet nur unter Bedingungen.
  • Präsident Jair Bolsonaro verlangt von Emmanuel Macron eine Entschuldigung wegen angeblicher Beleidigungen.
  • Die G7-Staaten hatten Brasilien bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar zugesagt, um die Löscharbeiten in der Waldbrandregion zu unterstützen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Hilfe für das brennende Amazonasgebiet abspielen. Laufzeit 05:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.08.2019.

Jair Bolsonaro wirft Emmanuel Macron eine «kolonialistische Mentalität» vor. Frankreichs Präsident bezeichnete am G7-Gipfel in Biarritz die Amazonas-Region wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz als «Gemeingut».

Bolsonaro verlangt eine Entschuldigung

«Macron sollte die Beleidigungen gegen mich zurücknehmen», sagte der Staatschef Brasiliens beim Verlassen seiner Residenz. «Er hat mich einen Lügner genannt. Und dann hat er nach meinen Informationen die Souveränität des Amazonas-Gebiets infrage gestellt.»

«Damit ich mit Frankreich, das die besten Absichten hat, spreche oder irgendwas annehme, muss er diese Äusserungen zurücknehmen», sagte Bolsonaro.

Die G7-Staaten hatten Brasilien angesichts der verheerenden Amazonas-Waldbrände 20 Millionen US-Dollar an Soforthilfen zugesagt. Damit sollten vor allem Löschflugzeuge finanziert werden, sagte Macron am Montag beim Gipfeltreffen der führenden Industrieländer im südwestfranzösischen Seebadeort Biarritz.

Scharfe Angriffe

Der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles begrüsste zunächst die Unterstützung durch die G7. Bolsonaros Kabinettschef Lorenzoni erteilte dem Vorschlag dann aber eine Absage: Brasilien danke für die angebotene Hilfe, sagte er zum «G1»-Portal.

Vielleicht wäre es wichtiger, mit den Mitteln Europa wieder aufzuforsten.
Autor: Onyx LorenzoniBolsonaros Kabinettschef

«Vielleicht wäre es wichtiger, mit den Mitteln Europa wieder aufzuforsten.» Zugleich rief er Macron auf, dieser solle sich lieber um die Probleme bei sich «zu Hause» und in den französischen «Kolonien» kümmern.

Die brasilianische Regierung hat Macron in den vergangenen Tagen wiederholt scharf angegriffen, weil der französische Präsident die Amazonas-Waldbrände auf die Agenda des G7-Gipfels gesetzt hatte.

«Brasilien pocht auf Souveränität»

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 Jürgen Blaser
Legende:SRF

Dass die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nichts von den angebotenen 20 Millionen Dollar wissen wolle, sei nicht überraschend, sagt Jürgen Blaser. Er ist Leiter für internationale Waldwissenschaften an der Berner Fachhochschule.

Brasilien habe bereits in der Vergangenheit ablehnend reagiert, wenn es um internationale Hilfe für Projekte im Amazonas gegangen sei. «Brasilien pocht sehr stark auf die Souveränität des Amazonas.» Für Brasilien sei der Amazonas ihr Gebiet, nicht irgendein Gebiet der internationalen Gemeinschaft, so Blaser.

«Sie gehen davon aus, dass ihnen das Geld einen Teil dieser Souveränität nehmen würde.» Sie befürchten also, dass sie nicht entscheiden können, was mit dem Wald passiert – und das nicht erst seit Bolsonaro im Amt ist: «Die Brasilianer sind solchen Angeboten gegenüber schon seit Jahrzehnten sehr kritisch eingestellt.»

Quelle: WWF, Goethe Institut, 23.08.1917-20%20%Wasserspeicher der ErdeWichtiger AmazonasO₂ Produzent der ErdeBiodiversitätder Erde Fläche des Regenwaldes≈ Fläche von AustralienDer Amazonas hat 4x mehr Bewohnerals die SchweizAmazonasAmazonasAmazonas10%
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52 Kommentare

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  • Kommentar von Tobias Vetter  (ToVe)
    Bolsonaro überbietet in Sachen alternative Fakten und Unverschämtheiten sogar seinen Amtskollegen aus einem Land etwas weiter nördlich. Wer hätte gedacht, dass den jemand noch übertump(f)en kann?
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  • Kommentar von Martin Hofer  (MartinSurfeu)
    20 Mio € um den Amazonas zu retten von den G7 Verbrecher? So werden die Indigenen nicht überleben, dafür die internationale evangelische Bewegung, die die Erde untertan Macht - logisch für die Weisse Herrschaft. Das ist die Realität, leider
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Tja, offenbar darf man hier tatsächlich pauschal die G7 Staaten als „Verbrecher“ bezeichnen... nun denn... und nur so als Anmerkung zu Ihrem weiteren Kommentar.. Brasilien ist vornehmlich ein katholisches Land.
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  • Kommentar von Martin Müller  (Sprak)
    Der Regenwald ist nicht die oder eine Lunge der Welt. Allen Sauerstoff, den er produziert, wird wieder verbraucht. Und die Brände in Südamerika sind knapp durchschnittlich in Bezug auf die letzten 15 Jahre. Die "Brandsaison" ist allerdings noch nicht zu Ende (auch Regenwald kann trocken und somit brennbar werden). In Afrika brennt es vergleichsweise mehr als in Südamerika. Da sagt man nichts, man hat da auch keinen Politiker, den man schnellstmöglich weg haben will. Und koloniale Verstrickungen.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Nach Satellitenbilder der NASA und deren Auswertung sind die allermeisten Brandherde entlang der Strassen. Wenn der Regenwald 'trocken' ist, dann ist er trocken wo willentlich gerodet wurde und für das Agrobusiness verwendet wird. Dann sollten sie schon ein bisschen mehr wissen, inbezug auf die Zusammenhänge eines kontakten Oekosystem. Denken wir nur an die Biodiversität, welche von der der Mensch vielfältig profitieren kann (Medizin). Denken wir âuch an der Wasserhaushalt und CO2 Speicher.
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