Die EU plant für diesen Sommer ihren bisher grössten Einsatz gegen Waldbrände.
Angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr in ganz Europa werden fast 800 Feuerwehrleute aus 14 Ländern an besonders gefährdeten Gegenden in Zypern, Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal stationiert, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte. Ein Überblick der aktuellen Brandherde Europas.
Frankreich
Wegen eines weiter um sich greifenden Naturbrandes in Südfrankreich sind inzwischen 10'000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur mitteilte. Der Brand wurde durch Wind, grosse Hitze und vor allem durch eine aussergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der betroffenen Region dazu auf, die Strassen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren, um dort Besitz in Sicherheit zu bringen. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Der Waldbrand hat mittlerweile eine Fläche von etwa 1650 Hektar erfasst. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Rund 5000 Menschen aus Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan werden evakuiert. Ein Anwohner und ein Feuerwehrmann wurden bereits lebensgefährlich verletzt.
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Bild 1 von 3. In Oreokastro, nördlich von Thassaloniki, brannte unter anderem eine Recycling-Fabrik. Bildquelle: Reuters/Alexandros Avramidis.
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Bild 2 von 3. Nach Angaben der Feuerwehr bekämpften rund 115 Feuerwehrleute zusammen mit 38 Löschfahrzeugen und einer unbekannten Anzahl von Freiwilligen den Brand in Oreokastro. Bildquelle: Reuters/Alexandros Avramidis.
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Bild 3 von 3. Die Behörden gaben bekannt, dass ein 76-jähriger «nicht nüchterner» Mann unter dem Verdacht festgenommen wurde, das Feuer gelegt zu haben. Bildquelle: Keystone/ACHILLEAS CHIRAS.
Griechenland
Am Wochenende brach in der Nähe der Vororte von Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt Griechenlands, ein sich rasch ausbreitender Flächenbrand aus, wie die griechische Feuerwehr mitteilte. Die Bewohnenden von drei kleinen Vororten nördlich der Stadt wurden zur Evakuierung aufgefordert. Bisher wurden mehrere Geschäfte beschädigt. Bei einem weiteren Waldbrand rund 20 Kilometer nordöstlich von Thessaloniki kamen am Mittwoch ein Mann und sein 12-jähriger Sohn ums Leben. Weitere Brände wüteten am Samstag in der Umgebung von Thessaloniki, unter anderem auf der Halbinsel Chalkidiki, einem beliebten Urlaubsziel, sowie in der Stadt Kilkis im Norden.
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Bild 1 von 2. In der Nähe von Beziers im Süden Frankreichs brannte am Freitag ein Feuer neben einer Autobahn. Bildquelle: Reuters/Abdul Saboor.
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Bild 2 von 2. Auch in der Nähe von La Fare im Süden Frankreichs brannte es vergangenen Donnerstag. Bildquelle: Keystone/zvg SDIS13.
Spanien
Besonders angespannt ist die Lage im Nordosten Spaniens in der Nähe der Stadt La Bisbal d’Empordà im Hinterland der Touristenregion Costa Brava. Dort hat ein Feuer bereits mindestens 2300 Hektar Busch- und Waldland niedergebrannt. Das entspricht in etwa der Fläche von 3100 Fussballfeldern. Laut Medienberichten sind mehrere Häuser niedergebrannt worden. Verletzt wurde bisher niemand.
Wegen starken Rauchs haben die Behörden am Freitag rund 45'000 Bewohnerinnen und Bewohner mehrerer Ortschaften östlich von Girona aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Diese Aufforderung wurde am Sonntag wieder aufgehoben, wie die Behörden auf X mitteilten. Der Waldbrand sei «vorläufig stabilisiert».
Sorge bereitet den Behörden jedoch, dass sich der Brand aufgrund der starken Windprognosen in der bewaldeten Bergregion Massís de les Gavarres weiter ausbreiten könnte. Sie ist rund 35'000 Hektar gross.
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Bild 1 von 3. Eine Gegend in der Nähe von Calonge wurde abgebrannt. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
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Bild 2 von 3. In der Nacht auf Samstag brannte das Feuer noch. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
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Bild 3 von 3. Die Behörden Kataloniens hielten die Bewohnenden während des Brandes an, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
Portugal
In der Region Vouzela in Zentralportugal versuchten mehr als 1200 Feuerwehrleute, unterstützt von fast 400 Fahrzeugen und 15 Flugzeugen, einen am Donnerstag ausgebrochenen Brand zu löschen. Das teilte die portugiesische Zivilschutzbehörde mit. Bis Sonntag hatte sich der Waldbrand über eine Fläche von 12'000 Hektar – also 120 Quadratkilometer – ausgebreitet, wie aus Informationen des Waldbrand-Portals der Europäischen Union «Copernicus» hervorgeht.
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Bild 1 von 2. Die Generaldirektion für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der EU teilte mit, dass Spanien am Freitag 120 Feuerwehrleute und 45 Fahrzeuge als Verstärkung nach Portugal entsandt habe. Bildquelle: Reuters/Pedro Rocha.
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Bild 2 von 2. Italien und Spanien sendeten zudem drei Löschflugzeuge. Bildquelle: Keystone/PAULO CUNHA.
Schweiz
Der Waldbrand im Val Resa bei Locarno vor wenigen Tagen ist unter Kontrolle gebracht worden. Gemäss der Feuerwehr Locarno war am späten Dienstagvormittag nur noch Rauch vorhanden. Ausgebrochen war der Brand am Montagabend. Betroffen sei eine Fläche von rund 20 Hektaren, erklärte der Mitarbeiter der Feuerwehr Locarno auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
In vielen Kantonen herrscht erhebliche bis grosse Waldbrandgefahr. In einigen Regionen des Wallis gilt gar die höchste Gefahrenstufe.