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«Brutstätte für Gier» New Yorker Generalstaatsanwältin klagt gegen Waffenlobby NRA

  • Die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York hat Anklage gegen die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA (National Rifle Association) eingereicht, um ihre Auflösung zu erreichen.
  • «Betrug und Missbrauch» seien über Jahre an der Tagesordnung gewesen, sagte Letitia James in New York.
  • Über drei Jahre hinweg seien Schäden in Höhe von mehr als 64 Millionen Dollar entstanden.
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Aus dem Archiv: Donald Trump steht hinter der Waffenlobby
Aus Tagesschau vom 05.05.2018.
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Generalstaatsanwältin Letitia James wirft der Führung der National Rifle Association vor, Millionensummen abgezweigt zu haben. «Der Einfluss der NRA war so stark, dass die Organisation jahrzehntelang nicht kontrolliert wurde, während die Führungsriege Millionen in ihre eigene Tasche
steckte», erklärte sie. Die NRA habe als «Brutstätte für Gier, Missbrauch und schamlosen Gesetzesbruch» gedient.

Auch der Regierungsbezirk District of Columbia gab eine Klage mit ähnlicher Stossrichtung bekannt. Die NRA nannte die Vorwürfe gegenstandslos und sprach von einem Angriff auf die verfassungsmässigen Rechte von Waffenbesitzern.

Die New Yorker Klage richtet sich gegen die NRA als Ganzes wie auch namentlich gegen vier hochrangige Manager. Demnach sollen Verträge an enge Bekannte und Familienmitglieder vergeben worden sein.

Zudem seien Scheingeschäfte mit ehemaligen Mitarbeitern geschlossen worden, um «ihr Schweigen und weitere Loyalität zu erkaufen». Durch Verstösse der NRA gegen die eigene Satzung sowie die Gesetze des Bundes und des Bundesstaates seien innerhalb von drei Jahren mehr als 64 Millionen Dollar abgeflossen. Dies habe dazu geführt, dass die NRA 2018 rote Zahlen aufgewiesen habe.

In New York registriert

Die NRA steht traditionell den Republikanern von Präsident Donald Trump nahe, während James eine Demokratin ist. Die Generalstaatsanwältin wies vor Journalisten die Vorstellung zurück, die Klage sei durch die Nähe der NRA zu Trump motiviert.

Der Präsident erklärte in einer ersten Stellungnahme, der Bundesstaat Texas wäre ein guter Ort für einen neuen Hauptsitz der NRA. Dieser liegt gegenwärtig im Bundesstaat Virginia. Die 1871 gegründete Organisation fällt allerdings unter New Yorker Recht, weil sie in dem Bundesstaat als gemeinnützige Organisation registriert ist und dort ihre meisten finanziellen Geschäfte tätigt.

Die NRA setzt sich als Lobbygruppe für die in der US-Verfassung verankerten Rechte von Waffenbesitzern ein und veranstaltet zudem Sicherheitskurse zum Umgang mit Schusswaffen. Kritiker werfen ihr vor, durch ihre Arbeit für die zahlreichen Schusswaffenopfer in den USA mitverantwortlich zu sein.

SRF 4 News,06.08.2020, 19 Uhr ;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Das ist zwar ein wenig wie bei Al Capone ... wenn man die NRA schon politisch/gesellschaftlich nicht belangen kann oder will, dann halt über die Buchhaltung ... aber egal, Hauptsache man kriegt sie mal in den Griff. Die Auflösung der NRA wäre ein Segen für die USA, und in der Folge vermutlich auch für andere Staaten.
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  • Kommentar von mahmut alane  (holundder)
    Die nra macht nach Massenmorden an Schulen ein paar Tage später, am gleichen Ort, Werbung für das Recht auf Waffen. Die gier, niedertracht und gleichgültigkeit für Menschenleben ist bei der führungsriege der NRA ausgeprägt. Dieser Lapierre ist das letzte. In der Verfassung steht übrigens "a well regulated militia"- doch die nra will alles deregulieren, damit sie mehr Waffen verkaufen können.
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  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Letitia James war doch auch verantwortlich für die Auflösung einer Trumpstiftung Ende 2019 und der 2 Millionen Schadenersatzzahlung durch die Trumps. Sie scheint durchaus zu wissen was sie tut und feuert nicht einfach Nebelpetarden ab.
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