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Buttigieg: «Ich beende meine Kampagne»
Aus News-Clip vom 02.03.2020.
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Buttigieg zieht sich zurück Der Jungstar war noch zu jung

Er hatte nochmals alles versucht: In South Carolina marschierte Buttigieg mit streikenden McDonalds-Arbeitern, schüttelte unzählige Hände und versuchte noch möglichst viele Wähler – vor allem Schwarze – umzustimmen. Doch es reichte nicht. Nach dem schwachen Wahlergebnis vom Samstag zieht Buttigieg jetzt die Reissleine.

Dabei hatte alles so gut angefangen für den Jung-Star: Sein Überraschungssieg im Bundesstaat Iowa machte ihn Anfang Februar über Nacht zum Mitfavoriten im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur. Eloquent, unaufgeregt, intellektuell – Buttigieg wirkte in vielerlei Hinsicht wie das pure Gegenteil zum amtierenden Präsidenten. Der zuvor kaum bekannte Bürgermeister einer mittelgrossen Stadt in Indiana konnte eine beachtliche Fangemeinschaft aufbauen.

Doch diese Fans waren mehrheitlich gut gebildet und weiss. Bei den einfacheren Leuten, vor allem aber bei den Schwarzen und den Latinos, kam er nicht an. Er war zu jung, zu unerfahren. Es fehlte ihm die Bekanntheit und das Beziehungsnetz eines Joe Biden. Das wurde ihm zum Verhängnis. In South Carolina gaben ihm nur etwa zwei bis drei Prozent der Schwarzen die Stimme. Die Afroamerikaner sind ein wichtiger, vielleicht entscheidender Teil der demokratischen Basis. Ohne ihre Stimmen gab es für Buttigieg kaum einen Weg zum Sieg.

Ein Opfer für Biden

Doch weshalb steigt Buttigieg schon jetzt aus, noch bevor es am Dienstag beim «Super Tuesday» erst so richtig losgeht? Zum einen verhiessen die Umfragen nicht viel Gutes für den Dienstag. Weder im bevölkerungsreichen Kalifornien noch in den Südstaaten wie Alabama oder Tennessee hätte er gewonnen, das schien nach South Carolina klar.

Zum anderen behielt Buttigieg den Blick fürs Ganze im Auge. Er hätte zwar im Rennen bleiben können, um weiter an Bekanntheit zu gewinnen. Doch er hätte damit den anderen gemässigten Kandidaten weiterhin wichtige Stimmen abgeknöpft, insbesondere Joe Biden. Davon hätte vor allem der beim Establishment verhasste linke Kandidat Bernie Sanders profitiert. Indem Buttigieg jetzt aussteigt, hilft er dem gemässigten Lager, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Biden gegen Bernie lautet jetzt das Rennen – falls Mike Bloomberg am Dienstag nicht überraschend gut abschneidet.

Versprechen für die Zukunft

Trotz dem frühen Aus hat Buttigieg viel erreicht. Als erster offen homosexueller Kandidat hat er einen Bundesstaat gewonnen und damit Geschichte geschrieben. Die Momente nach seinen Auftritten, als sein Ehemann ihn auf der Bühne umarmte, sorgten für Rührung bei den Fans.

Gut möglich, dass einige Wählerinnen und Wähler noch nicht bereit waren für einen homosexuellen Präsidenten. Doch Buttigieg ist erst 38-jährig. Gelingt es ihm in den nächsten Jahren, seine Bekanntheit auch bei Schwarzen und Latinos zu verbessern, kann er noch lange in der Top-Liga der US-Politik mitspielen. Seine emotionale Abschiedsrede am Sonntagabend wirkte durchaus wie ein Versprechen für die Zukunft.

SRF 4 News, 2.3.2020, 5 Uhr

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Buttigieg hat auf seiner HP die US-Auissenpolitik und die Militärmacht USA in den höchsten Tönen gelobt, dafür, Menschenrechte zu verteidigen, gegen Schurken vorzugehen usw.
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  • Kommentar von Johann Romeo  (gioviro)
    Pete war nicht zu jung etc..er ist einfach ein falscher Typ. Schon nur in seiner Kampagnenzeit hat er sich in wichtigen Themen widersprochen, sein Meinung je nach Popularität gewechselt. Er ist ein Profipolitiker und verfolgt mehr seine Karriere, als dem Volk zu helfen. Ihm wurde sehr wahrscheinlich eine interessante Stelle in einer zukünftigen Regierung versprochen, sonst wäre er bis super tuesday dringeblieben.
    @SRF ihr solltet besser recherchieren:“McDonaldmarsch“ war ein peinlicher Auftritt
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    1. Antwort von Fabio Skalpell  (Fabio Skalpell)
      War es der McDonalds Marsch, wo er von den Protestierenden weggeschickt wurde und unter Sprechchören ins Auto flüchten musste? Wirklich ein sehr populärer und volksnaher Politiker, dieser Pete Buttigieg ;)
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    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      gioviro. Könnten sie mich, und damit vielleicht auch SRF aufklärenm, was der McDonaldmarsch bedeutet?
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    3. Antwort von Johann Romeo  (gioviro)
      @Camenisch
      Herr Skalpell hat das recht treffend beschrieben.
      Pete kam zu spät, reihte sich in vorderster Front ein für die medienwirksamen Fotos und Videos. Nachdem kurzen Schauspiel haben sich das die Protestierenden nicht gefallen gelassen&ihm klar gemacht, dass sie ihn nicht wählen können, weil er ihnen gar nie/nicht geholfen hat. Solche Politiker braucht die Welt nicht.
      Die grossen Medien sollten sich ihrer Verantwortung mal bewusst werden!
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Wenn man das Alter der demokratischen Kandidaten und des amtierenden Präsidenten berücksichtigt, muss man in den USA zumindest 70+ sein. Vielleicht wäre 80+ noch besser. Geeignete Jüngere scheint es nicht zu geben.
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