- Der US-Autohersteller Tesla ist nicht mehr die Nummer eins bei den weltweiten Verkäufen von Elektroautos.
- Der Konzern von Elon Musk wurde vom chinesischen Hersteller BYD überholt.
- Während BYD letztes Jahr 2.2 Millionen Fahrzeuge verkaufte, waren es bei Tesla 1.6 Millionen.
Für Tesla brachte das Jahresende eine bittere Erkenntnis: Ohne Subventionen verkaufen sich auch die Autos des Elektro-Vorreiters nicht so gut. Ende September liess Präsident Donald Trump die US-Steuervergünstigung von 7500 Dollar auslaufen. In den drei Monaten danach fielen die weltweiten Auslieferungen von Tesla um 15.6 Prozent auf 418'227 Fahrzeuge. Damit verbuchte Tesla im gesamten Jahr 2025 den zweiten Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8.5 Prozent auf gut 1.636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1.8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.
Der amerikanische Investor und Analyst Gene Munster verwies nach Veröffentlichung der Zahlen darauf, dass allein im Oktober die Verkäufe von Elektroautos in den USA branchenweit um rund 30 Prozent gefallen seien. Für das laufende Jahr prognostiziert er eine Erholung der Tesla-Auslieferungen um etwa fünf Prozent.
Musk: Robotaxis und Roboter sind die Zukunft
Firmenchef Elon Musk spielt die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz. So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.
Zusätzlich spannend macht die Rivalität, dass Musk bei selbstfahrenden Autos auf Kollisionskurs zum überwiegenden Grossteil der Branche ist. Er behauptet, dass Teslas allein mit Kameras autonom fahren könnten. Waymo und andere Hersteller setzen dagegen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laserradare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte wie von ihm verkündet den Robotaxi-Markt aufrollen. Aber Konkurrenten und Experten haben Zweifel an Verlässlichkeit und Sicherheit einer solchen Lösung.
An humanoiden Robotern forschen viele chinesische Unternehmen und US-Firmen wie Agility Robotics und Figure AI. Sie arbeiten bereits daran, die Maschinen in der Industrie einzusetzen. Solange der Tesla-Absatz einigermassen stabil bleibt, werde die Börse Musk Freiraum für die Zukunftsprojekte geben, glaubt Munster.