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Cameron äussert sich vor der Veröffentlichung seines Buchs
Aus Tagesschau vom 17.09.2019.
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Camerons Memoiren «Es war mein Brexit-Referendum»

Der ehemalige britische Premier David Cameron veröffentlicht seine Geschichte – und am meisten interessiert das Königreich, was er heute über seine Entscheidung von 2016 denkt. Damals liess er die britische Öffentlichkeit über den Brexit abstimmen.

David Cameron ist schon vor Erscheinen seines Buches in aller Munde. Er hat der Times erlaubt Kapitel vorabzudrucken und auch dem Fernsehen ein Interview gegeben.

Zu Beginn gibt er sich schuldbewusst: «Bereue ich etwas? Tut es mir leid, wo wir jetzt sind? Fühle ich mit mitverantwortlich? Ja, ja, ja. Es war mein Referendum», so der ehemalige Premierminister.

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Cameron: «Ja, ich fühle mich mitverantwortlich»
Aus Tagesschau vom 17.09.2019.
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Cameron wollte die Abstimmung 2016 nutzen um die EU-Kritiker in seiner Partei zu stoppen. Fest im Glauben, Parteifreunde wie Boris Johnson seien auf seiner Seite und der Sieg sicher. Jetzt wirft Cameron seinem Weggefährten Johnson vor, er habe damals nur aus Karrieregründen die Seite gewechselt.

«Johnson rechnete mit einem Nein zum Brexit», betont Cameron. Doch er hätte die Chance nicht verpassen wollen, «auf der romantischen, der patriotischen Seite der Brexit-Debatte zu stehen».

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Cameron: «Johnson rechnete mit einem Nein»
Aus Tagesschau vom 17.09.2019.
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Die Rückfrage eines Journalisten, ob Johnson um seiner eigenen Karriere Willen «eine zynische Entscheidung getroffen» hat, beantwortet Cameron so: «Er hatte sich zuvor nie dafür eingesetzt.»

Weiter kritisiert Cameron Johnson auch für die aktuelle Zwangspause des Parlaments. «Für mich sieht es aus, wie eine gerissene Taktik, um die Parlamentsdebatte einzuschränken.» Das sei kontraproduktiv. «Am Ende müssen wir mit dem Parlament arbeiten.»

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SRF-Korrespondentin Henriette Engbersen: «Die Frage der Mitschuld wird Cameron noch lange anhaften»
Aus Tagesschau vom 17.09.2019.
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Johnson hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäussert. Trotzdem: Camerons Fingerzeig auf andere können eines wohl nicht vergessen machen. Er selber hat das Referendum initiiert und mehr als drei Jahre danach versinkt das Land in der grössten Krise der Nachkriegszeit.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Zimmermann  (Crocc)
    Die Konservativen wollten alle Vorteile des EU-Marktes, aber sich nicht weiter integrieren (Euro, Politik, Verteidigung, Freizügigkeit, etc.). Da sie mehr in die EU einzahlten, als direkt erhielten, haben sie den Brexit inszeniert. Ein Bärendienst, denn Grossbritannien und ihre Parteien könnten zerfallen und wirtschaftliche Einbrüche sind sicher. Johnson und Cameron haben das Land in eine Sackgasse geführt und es gibt kaum ein Zurück, jetzt haben sie das Vertrauen der EU verloren.
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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Ich würde die Engländer nocheinmal abstimmen lassen.
    Entweder wird der Austritt mit dem heutigen Wissen bestätigt oder rückgängig gemacht. Leute können Meinungen auch ändern, wenn neue Erkenntnisse vorliegen - das ist ja ansich etwas positives.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es war fahrlässig von Johnson, das Volk zu einem Brexit ohne jeglichen Plan, wie es dann weitergehen sollte, „emporzuemotionalisieren“. Er missbrauchte das Volk für seine Politkarriere. Lauthals durchs Land, voten, nichts erreichen, im Gegenteil. Er lässt „sein“ Volk in grosser, jetzt zusätzlicher Unsicherheit und in Zukunftsängsten zurück. Das Volk ist es, das hier leiden muss; Johnson hat längst einen goldenen Fallschirm bereit. Verrückt, dass er auch in diesem Blog z.T. blind Applaus erhält.
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