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China führt Verbot ein Der wichtigste Markt für Elfenbeinhandel wird ausgetrocknet

Doch wird damit der Handel mit dem weissen Gold tatsächlich untergraben? Beim WWF zeigt man sich zuversichtlich.

Legende: Video China verbietet Handel mit Elfenbein abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.01.2018.

Elefanten werden skrupellos gejagt und getötet wegen ihrer Stosszähne. Das Elfenbein – auch weisses Gold genannt – hält in Afrika nach Drogen und Waffen den drittgrössten Anteil bei Schmuggelware. Grösster Abnehmer des Elfenbeins war bisher China. Doch nun ist dort der Handel damit seit Anfang Jahr verboten.

Für die Naturschutzorganisation WWF ist das Handelsverbot in China der wichtigste Schritt gegen die Wilderei. «China ist der grösste Markt für illegales Elfenbein. Solange es einen Markt gibt, gibt es auch Wilderei. Hier anzusetzen, ist entscheidend», sagt Philip Gehri, Medienbeauftragter von WWF Schweiz.

Zentrum der Elfenbein-Verarbeitung in China ist die Boomstadt Guangzhou. Hier wohnen viele chinesische Millionäre. Sie und auch die wachsende Mittelschicht investieren gerne in Elfenbein. Dieses gelte in China und anderen Ländern in Südostasien als Statussymbol, sagt Gehri: «Wenn man zu Geld kommt, kauft man sich so was.»

200 Tonnen Elfenbein pro Jahr

In verschiedenen Ländern Afrikas leben lokale Wilderer, korrupte Zöllner und Milizen von der Wilderei. Sie fliegen mit Helikoptern in Wildtier-Reservate, töten Elefanten, sägen ihnen die Stosszähne ab und sind innert Minuten wieder weg. Allein nach China werden jährlich 200 Tonnen Elfenbein exportiert. Die grosse Frage: Wird nun das Handelsverbot tatsächlich umgesetzt?

«Legaler und illegaler Handel sind schwer auseinanderzuhalten. Jetzt sind die Verhältnisse klar», sagt Gehri. Schliesslich habe China wiederholt angekündigt, dass es eine Führungsrolle im Kampf gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel übernehmen wolle. «Das gibt uns die Hoffnung, dass die Chinesen das Verbot auch umsetzen werden», erklärt Gehri vom WWF.

Durch das chinesische Handelsverbot steigen die Überlebenschancen afrikanischer Elefanten. Vielleicht ist dies auch ein Signal für andere Staaten, den Elfenbeinhandel zu verbieten.

4 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    «Legaler und illegaler Handel sind schwer auseinanderzuhalten. Jetzt sind die Verhältnisse klar» ... Gibt es denn einen legalen Handel? .... Die Fremd - und Selbstausbeutung Afrikas, macht mich traurig. Ein Kontinent, der so reich ausgestattet worden ist und den Viele für die Wiege der Menschheit halten .... und es zeigt sich auch wieder mal, wie es Andrew Sayer geschrieben hat: Die Welt (kann sich die Spezies der ausbeuterischen Klasse) der Reichen und Superreichen nicht mehr leisten.
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    1. Antwort von Robert Frei (RFrei)
      Ein Elefant frisst an die 200 kg Grünzeug pro Tag. Hierfür braucht er ein grosses Territorium. Das Problem ist, dass die Wildzonen flächenmässig heutzutage stark eingeschränkt sind, und Elefanten sowohl ihrem eigenen Biotiop, als auch im Farmland ausserhalb der Wildzonen Schaden anrichten. Deshalb findet wie in unseren Wäldern auch dort (leider) ein geplanter und legaler Abschuss statt. Das Problem ist nun, wie dieses legal erlegte Elfenbeim vom gewilderten unterschieden werden kann.
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    2. Antwort von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
      wenn Thailand die Stosszähne seiner Zuchtelefanten verkauft, so ist das legal nach thailändischem Gesetz. Wenn der Handel mit legalem Elfenbein erlaubt ist, so ist das legaler Handel. Neu ist auch der Handel mit legal beschafftem Elfenbein illegal in China, daher ist es für die Polizei sehr einfach einzugreifen.
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Danke Ihnen beiden Herr Frei und Herr Bucher für die Erläuterungen. Das Dilemma Mensch und Großtiere, die weite Räume beanspruchen ist ein kaum lösbares. Doch ohne die 'Großen' wird so manche erwünschte Renaturalisierung nicht gehen. Zu verlangen, dass der nichtindigene Mensch sich aus einigen Gebieten einfach raushält, wäre ein gangbarer Weg ... Aber im Moment schaut's ja so aus, wie im Film 'Highlander', 'es gibt nur Einen'.
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