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Waffenhändler in den USA machen gute Geschäfte
Aus HeuteMorgen vom 02.04.2020.
abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
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Corona-Krise in den USA Aufrüsten aus Angst vor Unruhen

In den Vereinigten Staaten verkaufen sich nicht nur WC-Papier und Desinfektionsmittel besonders gut. Auch Waffen sind gefragt.

In den Monaten Februar und März machte David Liu einen ganzen Jahresumsatz. Denn der Waffenhändler im Nordosten von Los Angeles erlebte einen regelrechten Ansturm.

Alles sei ausverkauft und er habe Probleme, das Inventar zu erneuern, klagt er. Denn die Waffenlager aller grossen US-Zulieferer seien ebenfalls leer, so der chinesisch-stämmige Liu.

Behörden melden Überlastungen

Seine Kunden bewaffneten sich, weil sie soziale Unruhen und Kriminalität als Folge der Corona-Epidemie fürchteten. Die Trump-Regierung hat vor wenigen Tagen den Waffenhandel zu einem essenziellen Geschäft erklärt. Die Läden und Schiessanlagen dürfen also während der Corona-Krise offen bleiben.

David Liz, Besitzer der Arcadia Firearm & Safety in Arcadia, CA
Legende: Für viele Amerikaner reicht ein einfacher Mundschutz nicht, um sich vor den vermeintlichen Folgen der Epidemie zu schützen. Das spürt auch David Liu, der Besitzer der Arcadia Firearm & Safety im kalifornischen Arcadia. Isabelle Jacobi/SRF

Der Ansturm auf die Waffen ist ein nationales Phänomen in den USA. Die Behörden in Bundesstaaten wie Colorado und Pennsylvania melden, dass ihre Backgroundcheck-Systeme überlastet sind. Und auch das FBI kämpft mit den Hamsterkäufen von Feuerwaffen und meldet akuten Stau bei den millionenfachen Leumundsprüfungen, die zu bewältigen sind.

Für alles gerüstet

Organisationen, die für strengere Waffengesetze einstehen, warnen nun vor neuen Gewalttaten und Suiziden. Dieses Argument schlägt der Waffenhändler Liu in den Wind. Er habe Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, aber für alles andere sei er gerüstet – weil er eine Waffe trage.

Heute Morgen vom 2.4.2020, 06:00 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Meier  (Harz)
    In den USA gibt es Regionen wo die sozialen Abgründe unglaublich tief sind. Die Menschen dort leben schon seit vielen Jahren am Limit und wenn noch eine weitere Krise dazu kommt, wird geplündert und gebrandschatzt. Davor haben viele Angst. Man denke bloss an lokale Katastrophen wie beim Hurrican in New Orleans. Die gegenwärtige Situation ist nota bene um ein vielfaches gewaltiger. Wenn die Wirtschaft absäuft, was ziemlich sicher passieren wird, gibt es an gewissen Orten massiv "social unrests".
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  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Es zeigt eigentlich gut auf, wie wenig Vertrauen die Amerikaner in ihr Land, die Regierung und die Menschen haben. Ein Armutszeugnis.
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  • Kommentar von Thomas Heimberg  (tomfly)
    Ich war schon immer ein Gegner der Bewaffnung, aber aus Sicht der Amis kann ich das trotzdem verstehen. Seit der Besiedlung des Amerikanischen Kontinents galt immer "hilf dir selbst. Dieses Verständnis gilt weitgehend auch heute. Du bis selbst erfolgreich oder gehst unter. Die staatliche Unterstützung und Rückhalt für den Einzelnen ist in den USA viel schlechter als hier, viele stehen vor dem wirklichen Nichts. Zu was wird da mancher fähig werden? Vor dem haben die Amerikaner Angst.
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