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Coronavirus-Fälle Sympathien für kranke Staatsoberhäupter?

Donald Trump ist an Corona erkrankt und viele fragen sich: Steigert das seine Umfragewerte? Der Blick auf die britische Insel zeigt, ein kranker Regierungschef erhält Sympathien, doch dies kann von kurzer Dauer sein.

Genau wie Donald Trump hat Boris Johnson vor der Infektion das Virus eher auf die leichte Schulter genommen. Für Schlagzeilen sorgte etwa Johnsons Aussage nach der Besichtigung eines Spitals: «Ich war im Krankenhaus, da waren ein paar Corona-Patienten. Ich habe allen die Hand geschüttelt. Ich schüttle auch weiterhin allen die Hände.»

Video
Aus dem Archiv: Boris Johnson auf der Intensivstation
Aus 10 vor 10 vom 07.04.2020.
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Als er nur wenige Woche später selbst infiziert war, gab es von links bis rechts Besserungswünsche. Doch hinter vorgehaltener Hand dachte vielleicht so mancher: Das geschieht ihm recht. Boris Johnson kommunizierte anfangs, genau wie Trump, via Videobotschaft und gab sich betont ruhig, er habe nur milde Symptome und: «Ich arbeite jetzt von zu Hause aus.»

Nach zehn Tagen eingeliefert

Doch den Krankheitsverlauf kann niemand prognostizieren. Einige von Johnsons Mitarbeiter, die sich ebenfalls angesteckt hatten, waren schnell wieder genesen. Doch der Premierminister selbst nicht: Nach zehn Tagen wurde er ins Spital eingeliefert. Die Downing Street versuchte zu beruhigen und erklärte, das sei nur zur Kontrolle. Doch einen Tag später lag er auf der Intensivstation und er fürchtete um sein Leben.

Mitgefühl in der Bevölkerung

Zu diesem Zeitpunkt drehte die Stimmung in der britischen Bevölkerung spürbar. Auf den sozialen Medien schrieben viele Bürger, dass sie seine Politik ablehnten, aber ihm von Herzen gute Besserung wünschten. Der Komiker Jonathan Pie brachte es mit britischem Humor auf den Punkt: «Es fühlt sich nicht richtig an, ihn einen Mistkerl zu nennen, während er krank ist, deshalb werde bitte bald wieder gesund.»

Die Umfragewerte Johnsons stiegen. Doch das war von kurzer Dauer. Denn Johnsons lange Krankheit hatte zur Folge, dass er die politischen Geschäfte nicht weiterführen konnte, wichtige Entscheidungen blieben liegen.

Umfragewerte sinken wieder

Der britische Premierminister ging nach seiner Krankheit viel seriöser mit dem Virus um. Dennoch sind Johnsons Beliebtheitswerte seither gesunken, denn ihm passieren immer wieder peinliche Fehler im Umgang mit der Krise.

Kürzlich erklärte er die eigenen Corona-Regeln falsch. Das ärgert viele Bürgerinnen und Bürger. Johnson selbst sagt, er sei vollkommen genesen. Doch die Gerüchte, dass er nicht so fit ist wie zuvor, kann er nicht ganz entkräften.

SRF 4 News, 3.10.2020, 6 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Reber  (kokolorix)
    Ich müsste lügen, um Trump gute Besserung zu wünschen. Er hätte damit kein Problem, ich schon.
  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Interessanterweise trifft es mit USA, GB, Indien, Brasilien und Israel vor allem Länder die in direkter Konkurrenz zu dem kommunistischen Regime in Peking stehen. Schweden zum Beispiel hat bei der Pandemie Bekämpfung total versagt aber trotzdem nicht wirklich gelitten. Auch wurden in Schweden, übrigens ein Land welches kein Konkurrent von China ist, keine Präsidenten oder Premierminister angesteckt. Das nun Trump mitten im Wahlkampf angesteckt wird ist natürlich auch nur Zufall.
  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Dass viel keine Sympathien für Donald Trump aufbringen, ist verständlich. Dass er am Coronavirus erkrankt ist, hat er, wie übrigens auch Boris Johnson, selbst verschuldet.
    Warum?
    Weil beide nicht an die Ansteckungen glaubten und dem Volk was vorgaukelten.
    Die Resultate sind nun bekannt.
    Warum aber wird immer nur auf diesen 2 Staatsmänner rumgehackt, derweil andere Staatsmänner Kriege führen und ihren eigenen Völker unterdrücken?
    Trotz Antipathie, gute Besserung dem Präsidenten der USA