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Hilfsorganisationen bereiten sich auf Ernstfall vor
Aus Tagesschau vom 07.04.2020.
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Coronavirus in Krisenregionen Wenn fast die Hälfte der Spitäler zerstört ist

Das IKRK fürchtet eine Ausbreitung des Coronavirus in Krisengebieten und warnt: in vielen Ländern könnte es zur Katastrophe kommen.

«Seit 2015 wurden im Jemen 45 Prozent der Spitäler vollständig zerstört. Im Südsudan sind im ganzen Land gerade mal zwei Beatmungsgeräte vorhanden und in Burkina Faso neun», sagt Dominik Stillhart, der globale Einsatzleiter des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes zur Situation im Gesundheitswesen in den Krisengebieten.

Und wo man kaum die normale medizinische Versorgung gewährleisten könne, sei man nicht imstande eine Pandemie zu bewältigen.

Die Abstandsregeln einzuhalten ist vielerorts unmöglich.
Autor: Dominik StillhartEinsatzleiter IKRK

Das IKRK intensiviert deshalb die Arbeit vor Ort. Besonders gefürchtet wird ein Ausbruch in Gefängnissen oder Flüchtlingslagern, wo sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten. Hygienemassnahmen seien dort entscheidend. «Die Abstandsregeln einzuhalten ist vielerorts unmöglich, umso wichtiger ist, dass wir die Einrichtungen mit Seife, sauberem Wasser und Desinfektionsmittel versorgen können und die Menschen auf eine mögliche Ankunft des Virus vorbereiten.»

Ein Mann bückt sich zu einem Eimer hinunter, in Sudan.
Legende: Nicht nur im Sudan sind die Möglichkeiten für eine adäquate Hand-Hygiene sehr beschränkt. Keystone

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sammelt nun 800 Millionen Franken zur Unterstützung der verletzlichsten Regionen der Welt im Kampf gegen das Coronavirus. «Wir passen unsere Programme an die Situation an und verstärken vor allem Bereiche, die auf Prävention ausgerichtet sind zu den Themen Wasser oder Gesundheit. So erreichen wir die Gebiete, zu denen andere Organisationen wegen der Konflikte keinen Zugang haben.»

Schutzmaterial ist Mangelware

Diese Situation sei für alle ausserordentlich, auch für die fast 20'000 Mitarbeiter des IKRK in den Regionen, sagt Dominik Stillhart: «Einerseits sind die Mitarbeiter selbst exponiert, andererseits leiden wir unter den Massnahmen von Regierungen, die die Bewegungsfreiheit einschränken. Da müssen wir Überzeugungsarbeit leisten, dass wir unsere Arbeit aufrechterhalten können.»

Person mit Schutzmaske trägt Karton aus einem IKRK-Fahrzeug.
Legende: Das Internationale Rote Kreuz will zunächst prioritär das Gesundheitspersonal und die Spitäler ausrüsten. IKRK

Eine weitere Schwierigkeit ist das Beschaffen von Schutzmaterialien. «Bei Masken, Handschuhen und so weiter ist die Versorgungslage sehr knapp. Wir haben bereits eine grosse Bestellung in verschiedene Länder geschickt. Es fehlt aber an Material, so dass wir prioritär das Gesundheitspersonal und die Spitäler ausrüsten.»

Die internationale Gemeinschaft versucht, die Krisenregionen möglichst gut auf die Pandemie vorzubereiten – und ist angesichts der raschen Verbreitung in anderen Teilen der Welt beunruhigt.

Tagesschau, 07.04.2020, 18:00 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    ".....in vielen Ländern könnte es zur Katastrophe kommen." Die ist schon da in einigen Ländern, die Katastrophe: zB USA mit über 500tausend Infizierten und fast 22tausend Todesfälle. Der Zweibeiner sollte endlich den Denkapparat einschalten. Mutter Natur ist uns nicht mehr wohlgesinnt. Sie ist enttäuscht und sehnt sich nach einer lieblicheren Spezies. Dabei nimmt sie leider keine Rücksicht auf die Schwächsten von uns.
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  • Kommentar von Werner Blatter  (blatti)
    Wenigstens hat man im Jemen schon gemerkt das der Krieg nicht mehr so wichtig ist, solchen Ländern zu helfen wäre ein grosser Fehler, weil es nach überstandener Krise weitergeht wie vorher.....
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