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Italien und Spanien im Kampf gegen Corona
Aus Tagesschau vom 25.10.2020.
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Das Coronavirus und Europa So bekämpft Europa die zweite Corona-Welle – ein Überblick

Mehrere europäische Länder greifen angesichts der stark steigenden Fälle von Corona-Infektionen und der steigenden Auslastung der Spitäler zu strikteren Massnahmen – von nächtlichen Ausgehverboten bis zu Teil-Lockdowns. Eine Übersicht über die aktuell am stärksten betroffenen Länder.

Spanien – nächtliche Ausgangssperre

Die spanische Regierung hat erneut den nationalen Notstand beschlossen, um nächtliche Ausgangssperren gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer ausserordentlichen Ministerratssitzung Madrid vereinbart. Der Notstand gilt ab sofort für zunächst zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäss Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung Pedro Sánchez.

Nur unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken. Anders als bei dem Notstand während der ersten Welle, wird diesmal keine totale Ausgangssperre verhängt, sondern ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und sechs Uhr morgens. Die Regionen bekommen aber Spielraum zur Ausgestaltung und dürfen den Beginn zwischen 22 und 24 Uhr und das Ende zwischen fünf und sieben Uhr ansetzen. Die Anordnung gilt fast für das ganze Land ausser den Kanaren. Im Rahmen des Notstands dürfen sich die Regionen ausserdem ab sofort auf eigene Initiative abriegeln, ohne befürchten zu müssen, dass die Justiz diese Massnahme kippt.

Im ganzen Land werden zudem bis auf Weiteres Versammlungen von mehr als sechs Personen, die nicht im selben Haushalt leben, untersagt.

Italien – Restaurants ab 18 Uhr geschlossen

In Italien müssen ab Montag bis zum 24. November Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen geschlossen bleiben. Sportveranstaltungen müssen wieder ohne Zuschauer stattfinden. Restaurants und Bars müssen um 18 Uhr schliessen. Ferner muss der Unterricht für mindestens 75 Prozent der Gymnasialschüler online abgehalten werden. Das gab Ministerpräsident Giuseppe Conte heute bekannt. Es gilt zudem weiterhin eine generelle Maskenpflicht ausserhalb der eigenen vier Wände – drinnen und draussen.

Die Regierung empfiehlt auch dringend, auf den Empfang von Gästen zu Hause sowie auf nicht dringende Reisen zu verzichten. Bars und Restaurants können dem neuen Massnahmenpaket zufolge nach 18 Uhr weiter für Lieferservices sowie Take Away arbeiten. Museen können offen bleiben, allerdings mit einer begrenzten Anzahl von Besuchern.

In den Regionen Lombardei, Latium und Kampanien gilt ausserdem eine Ausgangssperre zwischen 23 und 5 Uhr. In Rom werden beliebte Plätze und Treffpunkte an den Wochenenden abends geschlossen. In den Metropolen Neapel und Rom kam es wegen der nächtlichen Ausgangssperre zu Demonstrationen und Ausschreitungen.

Irland - Homeoffice und Teil-Lockdown

Die Massnahmen wurden erheblich verschärft: Seit Donnerstag gilt für sechs Wochen die höchste von fünf Massnahmen-Stufen. Wer kann, muss bis zum 1. Dezember in Irland Homeoffice machen. Geschäfte, die keine lebensnotwendigen Waren verkaufen, werden geschlossen. Treffen mit anderen Haushalten sind bis auf wenige Ausnahmen untersagt. Schulen bleiben geöffnet und Sport im Freien im Umkreis von 5 Kilometern ist erlaubt.

Dublin.
Legende: Cocktails gibt es nur noch zum Mitnehmen: Eine Frau geht in Dublin an einer geschlossenen Bar vorbei. Keystone

Tschechien – Geschäfte geschlossen

Tschechien kämpft in Relation zur Einwohnerzahl mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Es wurden mehr als 15'000 bestätigte Corona-Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Das hart getroffene Land erhält nun Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich.

Letzte Woche hat die Regierung einen erneuten landesweiten Lockdown verhängt. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Es gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Spaziergänge in Parks und in der Natur sind erlaubt, es gilt jedoch eine weitgehende Maskenpflicht im Freien.

Die Plätze sind leer: zwei Menschen laufen über den sonst vollen Platz vor dem Prager Schloss.
Legende: Die Plätze sind leer: zwei Menschen laufen über den sonst vollen Platz vor dem Prager Schloss. Keystone

Slowakei - nur dringliche Besorgungen

In der Slowakei dürfen Menschen seit dem Samstag bis zum 1. November ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie dringende Besorgungen verlassen. Am Freitag begannen Antigen-Schnelltests für die gesamte Bevölkerung, die binnen drei Wochen abgeschlossen sein sollen. Ministerpräsident Igor Matovic meldete am Sonntag 3024 Neuinfektionen innert 24 Stunden – auch das ein Rekordwert.

Regierungschef Igor Matovic schliesst einen Lockdown nicht mehr aus. Um ähnliche Zustände wie im Nachbarland Tschechien zu verhindern, helfe vermutlich nur, «das ganze Land abzuriegeln».

Frankreich - nächtliche Ausgangssperre

In Frankreich gilt seit Samstag eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen.

Belgien - Restaurants geschlossen

In Belgien hat die Regierung ebenfalls eine nächtliche Ausgangssperre verfügt ebenso wie die Schliessung von Kneipen und Restaurants und strikte Kontaktbeschränkungen. Die Regionalregierung für die Hauptstadt Brüssel schärfte dies am Wochenende noch nach. Ab Montag gilt verschärfte Maskenpflicht. Alle Theater, Kinos, Museen sowie Sportstätten und Schwimmbäder werden geschlossen. Heimarbeit ist Pflicht, soweit dies möglich ist. Und: Kinder dürfen an Halloween nicht von Tür zu Tür ziehen.

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Aus dem Archiv: Überblick Corona in Europa
Aus Tagesschau vom 22.10.2020.
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Niederlande - Teil-Shutdown

Die Regierung in Den Haag hat die Corona-Massnahmen erheblich verschärft und einen Teil-Shutdown angeordnet. Kneipen, Cafés und Restaurants müssen für vier Wochen schliessen, der Verkauf von Alkohol ist ab 20 Uhr verboten. Die Bürger dürfen nur maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen. Zudem sollen sie Bus und Bahn nur in dringenden Fällen nutzen. Derweil wurden erste schwer kranke Covid-19-Patienten ins benachbarte Deutschland verlegt, weil die niederländischen Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

SRF4 News, 25.10.20, 16 Uhr;

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Müller  (Arthur)
    @redo: es wäre an der Zeit, die Gewinne sinnvoller zu verteilen. Saläre der Fussballer, Lohn des Pflegepersonals, Entschädigung der CEOs, öffentlicher Dienst, Spekulationsgewinne, Einkünfte der KMUs, des Gastgewerbes.
    Insgesamt ist genügend "Geld" vorhanden.
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Heute kann einem Beitrag im cash.ch entnommen werden, dass mehr als der Hälfte der europäischen Kleinunternehmen der Bankrott droht. Es ist offensichtlich, dass unzählige Existenzen durch die von der Politik angeordneten Massnahmen nachhaltig vernichtet werden. Da stellt sich dann eben schon die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, das Leben einiger sehr alter Menschen um einige Wochen zu verlängern und dafür Millionen von Menschen in den Ruin zu treiben......
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Gerade das cash.ch sollte wissen was eine Exponentialfunktion ist. Auch wenn aktuell nur wenige Patienten hospitalisiert werden, wird es in 2 bis 3 Wochen keine freien Betten mehr haben auf den Intensivstationen. Wenn sie dann ihren Herzinfarkt gerade dann haben, oder ihren Autounfall, dann war das halt einfach Pech für sie. Aus diesem Grund sollten wir die Limetten des Systems nicht ausloten. Und von der Restlebenserwartung eines 82 oder 85 Jährigen hat das cash.ch auch noch was gehört.
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    2. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Ja wenn es denn "nur" alte Menschen treffen würde. Und lassen Sie auch die Folgeschäden nicht ausser Acht.
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    3. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      @Franz Lehmann: Na ja, wenn ich mir die Statistik des BAG ansehe merke ich sofort, dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen mit COVID-19 bei 84 Jahren liegt. Seit Kalenderwoch 24 ist keine Person unter 48 Jahren mehr gestorben. Wer also behauptet, dass es nicht vor allem ältere Personen trifft hat ein Wahrnehmungsproblem. Auch das Durchschnittsalter der Hospitalisierten ist mit 64 Jahren bereits hoch.
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    4. Antwort von Beat Zurbrügg  (BeZu)
      @Reto Derungs: Absolut Ihrer Meinung aber denken Sie daran das Menschen die in Angst und Panik versetzt werden und in Angst leben zum Teil nicht mehr die Möglichkeit haben rational zu denken. Ihnen ist egal das tausende an den Massnahmen gegen Covid19 erkranken, physich und psychisch. Ihnen ist egal wenn tausende in den Ruin getrieben werden denn sie betrifft es ja nicht. Ich denke dass das die grösseren Egoisten sind als diejenigen die andere Lösungen suchen, aber irgendwie entschuldigt.
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    5. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Nur weil etwas droht ist es noch lange kein Fakt. Ausserdem bestand die Bedrohung auch schon vor Corona. Zudem besteht die Change wieder Zeugs übernehmen zu können, was früher ins Ausland ging.
      Der grösste Jobkiller sind Unternehmen welche die Digitalisierung verschlafen haben und jetzt blöd dastehen, wenn die Konkurrenz - die notabene neue Mitarbeiter einstellt - das halt mit Hilfe der neuesten Technologien effizienter und besser machen.
      Die Schuld nur bei Corona zu suchen ist zu einfach.
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Einmal mehr lohnt es sich, einen Blick nach Schweden zu werfen. Obwohl auch da die Anzahl der Neuinfektionen steigt bleibt die Hospitalisierung in etwa gleich (aktuell sind 265 Personen wegen dem Coronavirus in Spitalpflege, 35 davon auf der Intensivsation) und auch die Anzahl der Todesfälle bleibt stabil tief (gestern 1 Todesfall). Auch die WHO hat den Weg Schwedens als vorbildlich gelobt. Schweden zeigt also den Weg auf, wie man durch diese Krise kommen könnte ohne massive Schädigungen......
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    1. Antwort von Christian Oberholzer  (pandasquirry)
      Die wirtschaftlichen Schäden in Schweden sind ähnlich wie in der Schweiz, ausser dass in Schweden die Arbeitslosigkeit höher ist. Mir gefällt die Kontuintät des schwedischen Weges (kein hin und her), aber im Endeffekt kommen sie nicht besser weg.
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    2. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      @Christian Oberholzer: Na ja, im Beitrag geht es ja um andere Europäische Länder. Die Schweiz hat auch einen recht guten Weg eingeschlagen. Wenn ich mir aber aktuell die Zahlen Schwedens ansehe (siehe: platz.se) mit weniger als 300 Hospitalisationen und das mit der Schweiz verleiche, die aktuell übe 1'000 Hospitalisationen aufweist, muss ich feststellen, dass die Schweden ganz offensichtlich etwas besser machen......
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    3. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ja der Blick nach Schweden der zeigt mir 6000 Tote und 107'000 Positive und ein Laisser allez laisser faire Taktik. In Taiwan, mit einer 3 mal höheren Bevölkerungsdichte als Schweden gibt es Dank früher Maskenpflicht 532 Fälle mit 7 Toten. So, muss man es machen. Schweden ist das Beispiel für einen völlig verfehlte Gesundheitspolitik.
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