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International Das Töten in der Ukraine geht weiter

Im Osten des Landes sind über 30 Personen bei Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und pro-russischen Separatisten getötet worden. Derweil beraten sich in Brüssel 28 EU-Regierungsvertreter erneut über weitere Sanktionen gegen Russland.

Ukrainische Soldaten vor einem zerbombten Haus in Lisischansk, nahe Lugansk.
Legende: Ukrainische Soldaten vor einem zerbombten Haus in Lisischansk nahe Lugansk. Keystone

Bei schweren Gefechten zwischen Regierungseinheiten und Separatisten sind in der ostukrainischen Stadt Gorlowka nahe Donezk mindestens 31 Zivilisten getötet worden, unter ihnen acht Kinder. 43 weitere Personen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung mit.

Die Armee und die pro-russischen Aufständischen gaben sich gegenseitig die Schuld an den Opfern. Das Militär sprach zudem von mindestens 44 verletzten Soldaten.

Bei einem Granateneinschlag in einem Seniorenheim in Lugansk starben der Stadtverwaltung zufolge zudem weitere fünf Menschen. Acht Personen wurden verletzt. Weite Teile der Grossstadt seien ohne Gasversorgung und Strom, hiess es.

Flugzeug-Unfallstelle nicht zu erreichen

Weiter hart umkämpft war auch die Stadt Schachtjorsk im Gebiet Donezk. Die ukrainische Armee habe dort mindestens vier Luftangriffe auf feindliche Stellungen geflogen, sagte ein Kiewer Militärexperte. Die Ukraine wirft Moskau vor, die pro-russischen Separatisten über die Grenze mit Waffen und Kämpfern zu versorgen. Russland weist dies allerdings zurück.

Die endlosen Kämpfe behindern weiter die Aufklärung des abgestürzten Flugzeugs über der Ostukraine: Ermittler aus den Niederlanden und Australien scheiterten erneut mit dem Versuch, zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs vorzudringen.

Die Gruppe sei in der Stadt Donezk geblieben, weil an der Absturzstelle und auf dem Weg dorthin zu viel gekämpft werde, teilte das niederländische Justizministerium mit.

An Bord des Flugzeugs der Gesellschaft Malaysia Airlines waren 298 Menschen, davon 221 aus den Niederlanden und Australien. Es wird davon ausgegangen, dass die Boeing 777 auf ihrem Weg nach Kuala Lumpur nahe Donezk abgeschossen wurde. Von wem, ist unklar. Die Ukraine und die pro-russischen Rebellen machen sich gegenseitig für den mutmasslichen Abschuss verantwortlich.

Weitere Sanktionen geplant

Derweil haben Regierungsvertreter der 28 EU-Mitgliedsländer in Brüssel ihre Beratungen über weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland begonnen. Vor allem soll der Zugang russischer Banken zum europäischen Kapitalmarkt erschwert werden. Das Ziel der Sanktionen: Russland soll die Separatisten nicht mehr unterstützen.

Schon an Montagabend hatten sie sich die Regierungsvertreter auf Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen Personen beschlossen, die zum engeren Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin gehören.

BP bangt um seinen Gewinn

Der britische Öl-Gigant BP fürchtet derweil die negativen Folgen der Sanktionen. Eine Verschärfung der Sanktionen könne das Verhältnis zu Moskau und dem Staatskonzern Rosneft deutlich verschlechtern, erklärte BP. In Russland fördern die Briten rund ein Drittel ihres Öls. Dies könne sich ändern. Dann würden die Ergebnisse schlechter ausfallen als bislang. Die US-Sanktionen treffen Rosneft bereits.

Protest aus Rumänien

Rumänien ist besorgt: Die Ukraine habe ethnische Rumänen für den Kampf gegen pro-russische Separatisten einberufen – und zwar unverhältnismässig viele. Rumänien will nun wissen, nach welchen Regeln die ukrainische Teilmobilmachung läuft.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ralf Benniger, Dübendorf
    Habt ihr euch mal überlegt was der Westen verlangt. Dazu müsste Putin jeden überwachen und verhaften der in die Ukraine ziehen will. Wenn einer kämpfen gehen will dann lässt jeder freiheitsliebende Staat ihn ziehen. Viele gingen ja auch in die Fremdenlegion oder zu Blackwater! Was würde Amerika machen wenn ein Land nicht zahlt. Zuerst sanktionieren dann bombardieren. Der Unterschied ist Amerika verlangt 1600 % Wucherzins und Russland verlangt Geld für Gas welches zu billig war und nicht bezahlt.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Genau! Und die vielen jungen Menschen, übrigens auch aus Deutschland, welche sich mittlerweile islamischen Terroristen anschliessen. Ein riesiges Problem, welches der Westen mittlerweile hat & sie können es auch nicht verhindern. Im Gegensatz zu diesen in der Ost-Ukraine, werden diese zum Islam konvertierten zur Bedrohung für alle Christen in der westlichen Welt. Sollte man jetzt deswegen gegen alle diese Länder auch Sanktionen verhängen? Wenn schon, denn schon!
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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    In der Ukraine gibt es grosse Gebiete mit russischstämmiger Bevölkerung, welche ruhig geblieben sind. Denken Sie z.B. an die Region Charkow! Nur direkt an der Grenze zu Russland konnten sich die Separatisten ausbreiten, warum wohl? Der Ukraine wird von aussen ein Krieg aufgezwungen, den abgesehen von ein paar Fanatikern und Profiteuren auch in den östlichen Provinzen niemand will. Putin bestraft das Land für seinen eigenständigen Weg und lässt dafür ein paar Marionetten "tanzen", das ist alles!
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Interessant, wie dem Osten vorgeworfen wird, die Ostukrainer zu unterstützen, während der Westen unbekümmert Waffen und Geld an die Westukrainer schickt.
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    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      Seit wann gibt es eine Ost- und eine Westukraine? Es gibt nur eine Ukraine. Und die ukrainische Regierung hat das Recht, ja die Pflicht, das Territorium und die Souveränität des Landes zu verteidigen. Auch mit Geld und Waffen aus dem Westen.
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    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Der Osten unterstützt nur die "Ostukrainer", aber nicht die Ostukrainer! Der ORF hat's heute beim Namen genannt: Russland führt einen verdeckten Krieg in der Ukraine. Zuerst die Ukraine im Handstreich erobert und annektiert, und in der Ukraine lief's eben nicht recht nach Drehbuch Moskaus ...
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @L. Kunz/O.Würz: Blödsinn! Gestern in den Nachrichten gesehen, trugen die Freiheitskämpfer welche Strassen kontrollierten keine Masken, aber Soldaten der West-Ukraine auf ihren Panzern. Sind das jetzt auch angeheuerte Söldner vom Westen, weil sie vermummt waren? Fakt ist, dass es eben NICHT bewiesen ist, dass Putin diesen Konflikt schürt. Es sind lediglich Unterstellungen des Westen ohne jede Beweise. Alles Kalkül.
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    4. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      @ E. Waeden, es sind ausschliesslich Unterstellungen des Westens, das Russland die Krim sich im Handstreich unter den Nagel gerissen hat ... ... Es sind Unterstellungen, dass Russland nun versucht hat, im Osten der Ukraine selbiges ein weiteres Mal zu vollziehen ... .... Für wie blöd denken Sie, dass man einen verkaufen will?
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    5. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @L. Kunz: Eben für sehr dumm! Wiederhole es aber für Sie gerne nochmal! Die Ukraine sollte Putin als Pufferzone/Brücken-Staat zum Westen dienen. Mehr nicht! Wollte er die Ukraine, wäre er von der Krim direkt weiter marschiert. So desolat & völlig unvorbereitet die Armee der Ukraine damals war, wäre das kein Problem für Putin gewesen! Wäre ja dumm von ihm, solange damit zuzuwarten, bis die Regierung in Kiew mit Hilfe des Westen ihre Armee aufgerüstet & in Stellung gebracht haben, nicht?
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    6. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.K./Die Krim wurde seinerzeit auch wie ein Hanstuch weggeworfen.Wie gewonnen so zerronnen,könnte hierzu gesagt werden.Geliehen,wie alles andere auf diesem Planeten auch.Geht's den Menschen dor zwischenzeitlich schlechter?Wenn man zur Kenntnis nimmt,wie in unserer Bevölkerung(und anderswo)die politischen "Möglichkeiten" wahrgenommen werden,könnte man annehmen,dass es der Mehrheit egal ist,wer sie gerade"verwaltet".Hauptsache die Kasse und die alltäglichen Freuden stimmen.
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