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Demilitarisierte Zone um Idlib Assad wird die Rückeroberung nicht aus den Augen verlieren

Der Plan von Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, eine entmilitarisierte Zone rund um Idlib zu errichten, ist noch weit von einer dauerhaften Lösung entfernt. Aber es ist Zeit, die dadurch gewonnen wird – sehr wichtige Zeit, gerade auch für die Menschen in Idlib. Und es ist der tatsächliche Versuch, die Lage tatsächlich zu deeskalieren.

Zudem gibt es der Türkei Zeit, in Idlib Lösungen zu suchen, mit denen auch Russland künftig leben kann. Denn noch unterstützt Ankara in Idlib diverse Anti-Assad-Gruppierungen. Die Türkei wird deshalb in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, diese auseinanderzudividieren.

Übrigbleiben werden auf der einen Seite Gruppen, die in eine politische Lösung mit einbezogen werden können. Und wo auch Russland zustimmen kann. Auf der anderen Seite stehen vor allem die dschihadistischen, der Al-Kaida nahestehenden Gruppen, die entweder aufgeben müssen oder bekämpft werden.

Idlib bleibt im Visier Assads

Präsident Assad wird mit diesem Plan natürlich nicht zufrieden sein. Er hatte zuvor mehrfach betont, dass es sein Ziel ist, ganz Syrien wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Von diesem Ziel wird Assad, trotz der Absprache zwischen Putin und Erdogan, nicht so leicht abrücken.

Aber das Vorgehen von Putin und Erdogan hat auch gezeigt, dass Assad, auch wenn er diesen Krieg gewonnen hat, in Zukunft nicht mehr der alleinige Herrscher über Syrien sein wird. Sondern dass Russland, die Türkei und auch der Iran in Zukunft mitreden und mitbestimmen werden.

Aber das Ziel, Idlib zurückzuerobern, wird Assad trotz allem nicht so leicht aus den Augen verlieren.

Pascal Weber

Pascal Weber

Nahost-Korrespondent, SRF

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Seit 1999 arbeitet Weber für SRF. Als Redaktor und Produzent war er zunächst in der Sportredaktion tätig, danach bei «10vor10». Seit September 2010 ist er Korrespondent im Nahen Osten. Folgen Sie ihm auf Twitter, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Legende: Video «Assad wird das Ziel der Rückeroberung Idlibs nicht aufgeben» abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.09.2018.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Konrad Schläpfer (Koni)
    Eine Entmilitarisierte Zone bringt keinen Frieden. Die Rebellen müssen eliminiert werden, sonst gibt es nie Ruhe in Syrien.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Da Idlib zum syrischen Stat gehört, kann man davon ausgehen, dass Assad die Terroristen as dieser Stadt vertreiben will. Das wäre das Ziel jeder Regierung eines Landes. Ob die nun demokratisch gewählt ist, es sich um eine Diktatur oder eine Erbmonarchie handelt. MfG
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  • Kommentar von René Baron (René Baron)
    US Truppen sind ILLEGAL in Syrien, verstossen damit gegen Völkerrecht und UN-Beschlüsse. Aber uns und unseren Medien ist das nicht nur egal, sondern wir finden dann auch nichts dabei, Assad in SEINEM Land das vorzuwerfen, was US-Militärs in einem FREMDEN Land tun . Schon sehr, sehr seltsam.
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