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Grossangriff abgewendet? Russland und Türkei wollen demilitarisierte Zone um Idlib

Legende: Video So wollen Erdogan und Putin das Schlimmste verhindern abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.09.2018.
  • Der befürchtete syrische Großangriff auf die letzte Rebellenhochburg Idlib soll mit Hilfe einer entmilitarisierten Zone abgewendet werden.
  • Darauf verständigten sich die Präsidenten Erdogan und Putin bei einem Treffen im russischen Sotschi.
  • Bis zum 15. Oktober sollen demnach alle Kämpfer der Opposition eine 15 bis 20 Kilometer breite Zone verlassen.

In Idlib droht die schlimmste Schlacht des Syrien-Kriegs. Doch nun hat der türkische Präsident Erdogan seinem russischen Kollegen Putin einen Kompromiss abgerungen, der das größte Blutvergiessen vielleicht verhindert: Ein 15 bis 20 Kilometer breite entmilitarisierte Zone, aus der bereits bis zum 10. Oktober schwere Waffen der Regierungsgegner abgezogen werden sollen.

Dies sagte Putin nach den mehrstündigen Gesprächen in Sotschi. In der entmilitarisierten Zone würden türkische Soldaten und russische Militärpolizei gemeinsam patrouillieren.

Moskau: «Offensive gegen Idlib ist vom Tisch»

«Ich glaube, dass mit dieser Einigung eine große humanitäre Krise abgewendet worden ist», sagte Erdogan. Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad könnten in der Region bleiben.

Die Türkei werde aber sicherstellen, dass keine radikalen Gruppen mehr dort aktiv seien. «Russland wird dafür sorgen, dass diese kampffreie Zone in Idlib nicht angegriffen wird», sagte er.

Eine Offensive gegen Idlib sei damit vom Tisch, bestätigte auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Russland werde die syrische Führung über die Einigung informieren, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Erdogan fürchtet neue Fluchtwelle syrischer Zivilisten

Die Türkei als Schutzmacht der gemässigten Opposition versucht schon lange, syrische und russische Truppen von einem Angriff auf Idlib abzubringen, um ein drohendes Blutbad zu vermeiden. Sie befürchtet eine neue Fluchtwelle von syrischen Zivilisten. In Idlib sind etwa drei Millionen Zivilisten eingekesselt.

Die Provinz ist in Syrien das letzte grosse von Aufständischen beherrschte
Gebiet. Unter den Zehntausenden Bewaffneten finden sich Terroristen, die dem Islamischen Staat oder Al-Kaida verbunden sind, sowie Kämpfer der gemässigten Opposition.

Karte
Legende: Die Provinz ist in Syrien das letzte grosse von Aufständischen beherrschte Gebiet. SRF

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Konrad Schläpfer (Koni)
    Kaum ist der Russisch / Türkische Vorschlag bekannt wird sofort wieder Bombardiert. Solange die westl. Allianz zusammen mit Israel sich an keine Abmachungen halten bleibt Syrien ein Pulverfass. Hoffentlich wird den Leuten endlich klar wer die Kriegstreiber sind!!
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Und wie will man die Bewohner von Idlib befreien, die derzeit unter Herrschaft von Islamisten ( Rebellen) und Terroristen wählen müssen? Was ist das langfristige Konzept?
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  • Kommentar von Florian Bischoff (f.bischoff)
    jetzt machen die beide noch eine auf Humanitär, zynischer geht's nicht mehr.
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    1. Antwort von Luzius Brotbeck (LuziBrot)
      doch es geht noch zynischer und zwar wenn der Wertwesten (USA und Vasallen) und deren verbündete Golfdiktaturen Syrien völkerrechtswidrig und unter falschen Vorwänden bombardiert, vermeintlich gemässigte, jedoch in Tat und Wahrheit zu 90% dschihadistische radikal-islamische Kämpfer mit Waffen unterstützt und die syrische Bevölkerung mittels knallhartem Sanktionsregime aushungern lässt, während die umstrittenen Weisshelme, welche Giftgasangriffe inszenieren etc. mit Mio. unterstützt werden!
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Es geht sehr viel zynischer, z.B. Bill Clintons UN-Botschafterin und spätere US-Aussenministerin Madeleine Albright, sagte 1996, der Tod von 500’000 irakischen Kindern durch die Sanktionen „war ein Preis der es wert war“ (1). Diese Person bekam die „Presidential Medal of Freedom“. Gerne wies sie auch immer wieder auf den Holocaust hin... (1) Später hat sie sich für die Aussage allerdings entschuldigt.
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