Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

International Der Milliarden-Wolkenkratzer der EZB

In Frankfurt wird heute der neue Sitz der Europäischen Zentralbank offiziell eröffnet. 500 Millionen Euro sollte der Bau ursprünglich kosten. Letzten Endes wird es mehr als doppelt so viel sein: Heute rechnet die EZB mit 1,3 Milliarden Euro.

Die Eckdaten des EZB-Neubaus

  • Zwei Glastürme, 185 und 165 Meter hoch. Fünf Plattformen verbinden die Türme
  • Budgetierte Baukosten: 500 Millionen Euro, tatsächliche Kosten: voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro
  • Baubeginn: 2008; geplante Fertigstellung: Ende 2011; tatsächliche Fertigstellung: November 2014; Einweihung: 18. März 2015

Der Plan

500 Millionen Euro: Das ist die Vorgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Neubau in Frankfurt. Die Bank will vom Bankenviertel in ein neues Gebäude im Frankfurter Ostend umziehen. Den Architekturwettbewerb gewinnen Coop Himmelb(l)au aus Wien. Die Architekten planen zwei gläserne Türme.

Die Probleme

Bald zeigt sich, dass das EZB-Budget von 500 Millionen viel zu tief angesetzt ist. Das einzige Angebot eines Bauunternehmens, das 2008 eingeht, rechnet mit Kosten von 1,4 Milliarden Euro. Das ist der Bank zu viel. Eine Weile ist unklar, ob der Wolkenkratzer überhaupt gebaut wird.

Der zweite Versuch

Am Ende stückelt die Bank das Grossprojekt in kleinere Bauprojekte auf. So hofft sie, Angebote von mehreren Baufirmen zu erhalten. Die Strategie geht auf: 2009 gibt die EZB grünes Licht für den Bau. Sie rechnet mit höheren Kosten, geht aber davon aus, dass diese weniger als eine Milliarde Euro betragen werden.

Graffiti an der Wand, der EZB-Baustelle in Frankfurt
Legende: Grumpy Cat hat am Kapitalismus keine Freude: Graffiti an der Wand, welche die Baustelle des EZB-Wolkenkratzers umgab. Reuters

Das Resultat

Nach dem heutigen Stand kostet der Neubau rund 1,3 Milliarden Euro. Die definitive Zahl steht allerdings erst am Ende des laufenden Jahres fest. Für die Baukosten kommt die EZB auf: Sie bezahlt die Summe aus ihren Gewinnen.

Die Gründe

Nebst der zu optimistischen Budgetierung sorgen unter anderem die gestiegenen Stahlpreise für happige Mehrkosten. Gleichzeitig wird das Gebäude für mehr Mitarbeiter eingerichtet als ursprünglich geplant, was ebenfalls für zusätzliche Kosten sorgt: statt 2300 bietet es nun 2900 Menschen Platz.

Der Umzug

Das grosse Packen und Zügeln findet im November 2014 statt. Zu diesem Zeitpunkt machen sich die EZB-Mitarbeiter von der Innenstadt auf ins Ostend, wo der Neubau steht. 20‘000 Umzugkartons werden gefüllt und transportiert.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von P.Fetz , Zürich
    In der grössten Kriese bauen die ein Gold Tempel und in Südeuropa hungern die Menschen, dass ist Dekadents in der grössten Form!
  • Kommentar von K.D.Waldeck , Bellinzona
    Das ist ja der helle Wahnsinn ! Wie kann man pro Arbeitsplatz 500'000 EUR ( 1 Häusle mit Garten) aufwenden , wohlgemerkt nur für den Raum , nicht für die Einrichtung. Hier geht es um Büroarbeitsplätze und nicht industrielle Einrichtungen mit Maschinen.
  • Kommentar von M. Roe , Gwatt
    Ein sogenannter "Protzklotz". Brauchen wir die EZB in dieser Form wirklich?