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International Der Syrien-Krieg – eine Chronologie

Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien unerbittlich. Von den einst rund 23 Millionen Einwohnern wurde die Hälfte vertrieben, gegen 500'000 Menschen kamen ums Leben. Die wichtigsten Etappen.

Syrische Familien mit Koffern und Taschen, sie verlassen einen komplett zerstörten Vorort von Damaskus.
Legende: Die Vertriebenen: Syrische Familien verlassen einen Vorort von Damaskus. (Aufnahme von Ende August 2016) Reuters
  • März 2011: Eine Demonstration in der Hauptstadt Damaskus setzt eine Protestwelle gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad in Gang. Die Regierung reagiert mit Waffengewalt.
  • August 2013: 1400 Menschen sterben durch Chemiewaffen. Der UNO-Sicherheitsrat fordert Damaskus zur Vernichtung der Waffen auf.
  • September 2014: Die USA und Verbündete bombardieren erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordostsyrien.
  • Januar 2015: Nach monatelangen Gefechten mit der Terrormiliz haben kurdische Kämpfer die nordsyrische Stadt Kobane befreit.
  • September 2015: Assads Verbündeter Russland beginnt Luftangriffe in Syrien – nach russischen Angaben auf IS-Stellungen, nach westlicher Darstellung auf gemässigte Rebellengruppen.
  • November 2015: In Wien einigen sich die Teilnehmer einer Syrien-Konferenz, darunter der Iran und Russland, auf einen Friedensfahrplan, der eine Übergangsregierung vorsieht.
  • Januar 2016: In Genf beginnen Friedensgespräche. UNO-Sondervermittler Staffan de Mistura verhandelt mit den Delegationen getrennt, direkte Gespräche lehnen beide Seiten ab. Sie werden nach der dritten Runde im April auf Eis gelegt.
  • Februar 2016: Die USA, Russland und wichtige Regionalmächte handeln in München eine Waffenruhe für Syrien aus, die jedoch vor allem in Aleppo immer wieder gebrochen wird.
  • März 2016: Russlands Präsident Wladimir Putin befiehlt einen Teilabzug der russischen Soldaten aus Syrien. Syrische Regimetruppen erobern die historische Oasenstadt Palmyra vom IS zurück.
  • Juli 2016: Regierungstruppen kappen die letzte Versorgungsroute in die von Rebellen gehaltenen Stadtviertel von Aleppo und schneiden bis zu 300'000 Menschen von der Aussenwelt ab. Die humanitäre Situation in der umkämpften Stadt wird immer dramatischer.
  • August 2016: Kurdisch geführte Truppen erobern nach wochenlangen Kämpfen gegen den IS die Stadt Manbidsch im Norden Syriens. Mit Panzern und Kampfflugzeugen greift die Türkei in den Bürgerkrieg ein. Zusammen mit Rebellenkämpfern vertreiben die Türken den IS aus dem Grenzort Dscharablus und greifen auch ein von der Kurdenmiliz YPG angeführten Bündnis an.
  • September 2016: Die USA und Russland einigen sich erneut auf einen Plan zur Durchsetzung der Waffenruhe sowie für eine politische Lösung des Konflikts. Zudem wollen sie in Syrien militärisch gegen die als Terroristen eingestuften Islamistengruppen kooperieren.
  • Oktober 2016: Nach der unabsichtlichen Bombardierung syrischer Truppen durch US-Kampfflugzeuge und der Beschiessung eines Hilfskonvois vor Aleppo, mutmasslich durch Assad-Truppen, ist der Plan für eine Waffenruhe gescheitert. Die Kämpfe um Aleppo werden in aller Heftigkeit wieder aufgenommen. Moskau und Washington brechen die Gespräche ab.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Es gibt ein diffuses Konglomerat von konkurrierenden Kräften mit völlig unterschiedlichen Zielvorstellungen die sich in Syrien gegenseitig bekämpfen. Dieser Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und KSA hat sich zu einem unglaublichen Chaos entwickelt. Selbst bei den "Alliierten" herrscht Uneinigkeit, gegen wen man hier eigentlich kämpfen will. Da macht die Türkei ihr eigenes Ding indem sie die Kurden bombardieren und auch B. al-Assads Truppen angreifen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) In Syrien herrscht die blanke Anarchie, jeder kämpft gegen jeden. Und B. al-Assad ist derzeit der einzige Ordnungsfaktor in dieser Anarchie, der solange Krieg führen wird, bis die Hysterie "Assad muss weg" weggelegt worden ist. Es wundert also nicht, dass immer wieder die 'Rebellen' allen Waffenruhen zum Trotz, das Chaos weiter befeuern.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Endlich stimmt einmal der Titel: Der Syrien-Krieg. Aus dem kurzen Intermezzo als Bürgerkrieg ist längst ein ausgewachsener internationaler Krieg geworden. Der Konflikt wird international finanziert und die aktiven Akteure bestehen auch aus Weltbürgern. Die Chronologie ist etwas merkwürdig zusammengesetzt. Woher sind die 500'000 Toten. Das wird eher dem gesamten Aktionsgebiet der IS-Krieger entsprechen. In Syrien sind die Zahler bei 300'000, was auch viel zu viel ist.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Und dennoch gibt es in unserem Land Leute, welch selbst bei 500'000 Toten und 12'000000 Flüchtlingen nicht anerkennen wollen, dass diese Menschen keine Wirtschaftsflüchtlinge sind! Irgendwie surreal oder?
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