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Deutschland: Grüne wählen Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin
Aus Tagesschau vom 12.06.2021.
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Deutsche Grüne im Wahlkampf Baerbock sucht den Befreiungsschlag

So etwas gab es bei einem Grünen-Parteitag selten: Einigkeit. Statt sich chaotisch über rund 3200 Änderungsanträge zu streiten, heissen die Delegierten das Wahlprogramm der Parteispitze gut. Deren gemässigter Kurs setzt sich durch: Der ökologische Umbau der Wirtschaft soll möglichst sozial verträglich gestaltet werden. Strategie und Programm für den Wahlkampf stehen: bloss keine Eigentore mehr wegen zu radikaler Forderungen.

Zuletzt gaben die Grünen in der Öffentlichkeit ein unglückliches Bild ab. Da waren Ungereimtheiten in Annalena Baerbocks Lebenslauf; Zuwendungen, die zu spät gemeldet wurden oder unbedachte Äusserungen von Co-Chef Robert Habeck zum Ukraine-Konflikt – für sich genommen Petitessen, doch insgesamt entstand das Bild eines dilettantischen oder zumindest reichlich naiven Wahlkampfteams.

Dabei hatte alles so schön angefangen

Die Quittung folgte auf dem Fuss: Die Grünen verloren in Umfragen deutlich und Annalena Baerbocks persönliche Werte stürzten richtiggehend ab. Dabei hatte alles so schön angefangen, als sie ihre Kandidatur Ende April bekannt gegeben hatte und danach zum Höhenflug ansetzte. Manch eine sah sie bereits auf der Zielgeraden ins Kanzleramt.

Am Parteitag der Grünen musste Baerbock nun wieder Boden gutmachen. Und erhielt von ihrer Partei viel Rückenwind. Über 98.5 Prozent der Delegierten wählten sie zur Kanzlerkandidatin und mit ihr Co-Chef Robert Habeck zum Spitzenkandidaten. Sie trete an für ein Zutrauen, es in Zukunft besser zu machen, sagte Baerbock.

Baerbock wurde zur Zielscheibe

Auch Co-Chef Habeck stellte sich hinter Baerbock und beschwor den Zusammenhalt. «Kameradschaft und Solidarität beweisen sich nicht bei Sonnenschein, sondern dann», den Blick auf Annalena Baerbock gerichtet, «wenn jemand im Regen steht».

Bereits vor ihrer Kandidatur als Kanzlerin war Baerbock für manche rechts der Mitte ein rotes Tuch gewesen, doch nun, im sich aufheizenden Wahlkampf der letzten Wochen, wurde sie regelrecht zur Zielscheibe.

Direkt zu Beginn des dreitägigen Parteitags machte Habeck deshalb klar: «Gemeinsam durch dick und dünn.» Die Grüne Harmonie steht, der Kurs ist definiert. Und die Partei bleibt ihren Werten treu: eigene Inhalte statt billiger Angriffe auf den politischen Gegner.

Wem trauen die Deutschen die Führung des Landes zu?

Bloss geht es in diesem Wahlkampf bisher weder um Fairness noch um innerparteiliche Geschmeidigkeit, und schon gar nicht scheint es um konkrete politische Inhalte zu gehen. Wie soll es auch, wenn die mächtigste Partei im Land, die CDU unter Kanzlerkandidat Armin Laschet, noch immer kein Programm hat.

Es geht vor allem darum, wem die Deutschen die Führung des Landes zutrauen und welche Partei den unbedingten Willen zur Macht hat, diese verteidigen oder sie erringen wird. Ob die Grünen diesem Kampf gewachsen sind, wird spannend sein zu beobachten. Die nötige Souveränität strahlt Baerbock bisher nicht aus.

Rendez-vous, 11.06.2021, 12:30 Uhr

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81 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Billeter  (Illusiontrust)
    Wieso hat Frau Baerbock in ihrer Vita die kürzliche Aufnahme in den den 5-jährigen Ausbildungskurs der "Global Young Leader" des WEF nicht erwähnt, den auch bereits der aktuelle deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn durchlaufen hat? Das ist doch ein wichtiger Meilenstein in der Vita, denn es werden jährlich nur 100 Personen in das WEF-Programm aufgenommen und zählt als Auszeichnung. Ist das der Artikelschreiberin bekannt?
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    So wie das Virus, sollte das Klima die Verantwortung jeder Regierung, respektive politischen Partei sein; wäre normaler Menschenverstand.
    Mir kommt vor als wäre dem nicht so und Klima wäre eine Monopol Verantwortung der Grünen?
    Wenn das andere Parteien zulassen, dann muss man sich tatsächlich fragen wo Ihre Prioritäten sind?
    Wenn diese das Klima auch vernünftig/plausibel angehen, kann das Grün = solo Klima Cliche, abgebaut und politisch von allen Parteien geltend gemacht werden.
    1. Antwort von Sven Lohrmann  (SvenL)
      Das Klima ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Daher haben das in DE alle grossen Parteien mit als Wahlkampfthema aufgenommen (ausser AFD, die die Umwelt noch stärker ausbeuten wollen).
      Leider hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass einzelne Abgeordnete kurzfristig doch gegen Umweltaspekte stimmen (z.B. Laufzeitverlängerung AKW und Kohlekraft, Glyphosatverbot, Unterstützung von Fragging, um Gaspipeline weitergebaut zu bekommen...).
  • Kommentar von Matthias Sommer  (abcdef)
    Wie kommt Frau Ramseier dazu, zu sagen, es seien Kleinigkeiten? Hätte sie das auch bei anderen KandidatInnen gesagt? Sich mit fremden Federn schmücken (ein Vordiplom ist kein Abschluss!) und Spesenundurchsichtigkeiten sind für mich alles andere als „Kleinigkeiten“
    1. Antwort von Christian Baumann  (Christian Baumann)
      Das Gegenteil von Kleinigkeiten sind 'Grossigkeiten'.
      Der Gold Standard der 'Grossigkeiten' in Sachen CV-Schönung wurde von den dt. Konservativen in Stein gemeisselt. Erinnern Sie sich noch an die Diskussionen über die Doktorarbeiten eines von Guttenberg oder einer Frau Schavan? Selbst die Doktorarbeit von Frau von der Leyen hielt nur knapp einer eingehenden Prüfung stand.
      Im Vergleich dazu ist ABae ein Engel.
    2. Antwort von Peter Billeter  (Illusiontrust)
      @Christian Baumann 10:07,
      Sie meinen unter den Blinden ist der Einäugige ....?
    3. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @C.Baumann
      Sie übersehen die Tatsache, dass von und zu Gutenberg und Schavan schlicht und einfach als Minister zurücktreten mussten - sprich handfeste persönliche Konsequenzen tragen mussten. Es stellt sich daher durchaus die Frage, ob das offensichtliche persönliche Fehlverhalten von Baerbock eigentlich gar keine Konsequenzen hat? Immerhin glänzt die Dame ja auch nicht bei der Transparenz und Kommunikation, nachdem nun klar war, dass da etwas im Argen liegt - stattdessen Salamitaktik!