- Der Bundestag hat das umstrittene Sparpaket der deutschen Regierung für stabile Krankenkassenbeiträge beschlossen.
- Für das Gesetz stimmten 318 Abgeordnete, es gab 284 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.
- Das Paket sieht Milliarden-Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche vor.
- Auch höhere Zuzahlungen und Einschnitte für Versicherte sind geplant.
Das Sparpaket soll die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr in Milliardenhöhe entlasten und neue Erhöhungen der Zusatzbeiträge verhindern.
Gesundheitsministerin Nina Warken hatte in der Debatte gesagt: «Alle Beteiligten im Gesundheitswesen leisten einen Beitrag, denn alle profitieren auch langfristig von einer nachhaltigen Finanzierung.»
Die Lage der Kassen sei dramatisch und erlaube keinen Aufschub. Ohne die Reform drohe 2027 eine Beitragserhöhung von einem Prozentpunkt. Daher gelte: «Wir wollen künftig mit dem Geld auskommen, das wir haben, und nur noch das bezahlen, was nutzt.»
Von der Opposition kam Kritik
Grünen-Fraktionschefin Britta Hasselmann sagte, das mit heisser Nadel gestrickte Gesetz schone die eigentlichen Kostentreiber. «Es wird keine Beitragsstabilität geben, sondern Krankenhausinsolvenzen, überlastete Hausärzte und verratene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.»
Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte im Bundestag: «Sie gefährden mit diesem Gesetz Menschenleben.» Auch Nicole Hess von der rechtspopulistischen AfD – der zweitstärksten Fraktion im Bundestag – äusserte sich alarmiert: «Das ist keine Reform, das ist eine Einladung zum Rückzug aus der Versorgung.»
Milliarden-Sparziel noch erhöht
Gesundheitsministerin Warken hatte das Sparziel für 2027 angesichts zuletzt rasanter steigender Ausgaben noch auf 18.8 Milliarden Euro (rund 17.3 Milliarden Franken) heraufgesetzt. Die neue Lücke werde mit dem nun vorliegenden Entwurf geschlossen, sagte sie.
Das Gesetz soll noch heute auch in den Bundesrat – die Kammer der Bundesländer – kommen.
Gegen Einschnitte gibt es seit Wochen heftige Proteste und Warnungen vor Verschlechterungen der Versorgung aus dem gesamten Gesundheitswesen.
Kanzler Friedrich Merz hatte deutlich gemacht, dass das Paket den Auftakt für eine Reihe grosser Reformen der seit Mai 2025 regierenden Koalition von Christ- und Sozialdemokraten in diesem Jahr bilden soll.