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Direkter Dialog Bahrain will Beziehungen mit Israel normalisieren

  • Kommenden Dienstag werde im Weissen Haus eine Friedenserklärung zwischen den beiden Ländern unterzeichnet, teilte die US-Regierung mit.
  • Bahrain wäre das vierte arabische Land, das Israel offiziell anerkennt. Erst vor wenigen Wochen hatten Israel und die VAE eine Annäherung angekündigt.
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Archiv: Israel und Emirate nehmen diplomatische Beziehungen auf
Aus Tagesschau vom 13.08.2020.
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«Ein weiterer historischer Durchbruch», schrieb US-Präsident Donald Trump auf Twitter: «Unsere beiden grossartigen Freunde Israel und das Königreich Bahrain einigen sich auf ein Friedensabkommen.»

In einer gemeinsamen Mitteilung der USA, Bahrains und Israels hiess es, die beiden Länder würden «volle diplomatische Beziehungen» aufnehmen. Damit würden die Bemühungen um Frieden im Nahen Osten vorangebracht.

Unterzeichnung im Weissen Haus

Am kommenden Dienstag wollen Israel und die VAE in Washington ihr Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. Bahrains Aussenminister Abdullatif al-Sajani werde ebenfalls anreisen und eine «Friedenserklärung» mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unterzeichnen.

Mit dem Abkommen werden die VAE und Bahrain nach Ägypten und Jordanien das dritte bzw. vierte arabische Land, das nun diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, welche die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Israel lobt Trump

US-Präsident Trump hatte sich für die Annäherung zwischen Israel und den VAE sowie Bahrain eingesetzt. Nach dem Durchbruch hat er wiederholt Hoffnungen auf weitere Fortschritte gemacht und sogar von einem möglichen «Frieden im Nahen Osten» gesprochen.

Israels Premier Netanjahu sprach von «einer neuen Ära des Friedens». Den Vereinbarungen seien jahrelange intensive Bemühungen hinter den Kulissen vorausgegangen. Es sei Präsident Trump zu verdanken, dass sie jetzt Früchte trügen.

Trump selber wirbt im Präsidentschafts-Wahlkampf mit seiner Israel-freundlichen Nahost-Politik, womit er besonders bei der für ihn wichtigen evangelikalen Wählerschaft punkten will. Sie ist Israel gegenüber traditionell positiv eingestellt. Zugleich wirbt der US-Präsident mit seinem harten Kurs gegen Israels Erzfeind Iran.

Bahrain beharrt auf Zwei-Staaten-Lösung

Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa betonte in einer Erklärung, es sei notwendig, zu einem «gerechten und umfassenden Frieden» zu gelangen. Er lobte zugleich die «beharrlichen Bemühungen», mit denen die USA den Friedensprozess vorangetrieben hätten. An der Zwei-Staaten-Lösung will das Königreich festhalten.

Die Palästinenser boykottieren die US-Regierung, seit Trump Jerusalem Ende 2017 einseitig als Hauptstadt Israels anerkannt und im Mai 2018 die US-Botschaft von Tel Aviv aus dorthin verlegt hat. Sie werfen Trump eine einseitig pro-israelische Politik vor.

Die Palästinenserführung in Ramallah drückte in einer Stellungnahme ihre «starke Ablehnung und Verurteilung» der neuen Vereinbarung aus. Es handle sich um «Verrat an Jerusalem, der Al-Aksa-Moschee und der palästinensischen Sache». Das Aussenministerium in Ramallah teilte mit, der palästinensische Gesandte in Bahrain sei zu Konsultationen zurückgerufen worden.

SRF 4 News, 11.09.2020, 20:00 Uhr;

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Alleinige Ausrichtung auf Geld und Macht bringt noch überhaupt keinen Frieden. Eher das Gegenteil ist der Fall: Rechtsnationalistische Siedler gegen die Westbank hin werden noch arroganter gegen die Palästinenser, worauf sich diese noch mehr benachteiligt fühlen.Das schürt langfristig eher Krieg als Frieden -eigentlich logisch. Rechtsnationalismus war langfristig noch nie ein Erfolgsrezept;das beweist auch die europäische Geschichte.Rechtsnationalistische Tendenzen vergiften von neuem die Welt.
  • Kommentar von Michael Siegrist  (Siegi)
    Erstmal super! Dass ein arabisches Land Israel anerkennt. Allerdings werden die Palästinenser überfahren, woran sie auch mitschuldig sind. Die Zweistaatenlösung ist tot. Warum nicht dafür kämpfen, israelische Staatsbürger mit gleichen Rechten zu werden? Mit Arabisch als Amtssprache, versteht sich.
    1. Antwort von Michael Siegrist  (Siegi)
      Mich würde interessieren, warum die Mehrheit meinen Vorschlag ablehnt. Sind sie radikal auf einer der beiden Seiten?
      Wenn man die Landkarte der Westbank anschaut, sieht man, dass die Palästinenser immer mehr Land verlieren. Was Israel besetzt hat, wird es nie mehr hergeben. Andererseits ist Israel ein reiches Land. Warum sollten die Palästinenser nicht das Beste für sich herausholen aus einer sonst ausweglosen Situation?
    2. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Das israelische Nationalstaatsgesetz, das 2018 in der Knesset verabschiedet wurde, schliesst die Gleichhehandlung der Araber aus. Darin wurde festgeschrieben, dass Israel die „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ und das vereinte Jerusalem die Hauptstadt ist.
      Die Arabisch wurde von einer Amtssprache zu einer Sprache mit einem nicht näher definierten Sonderstatus degradiert. Unwahrscheinlich, dass, dieses Gesetzt so einfach für die Palästinenser wieder aufgelöst wird.
  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Gut gemacht, Herr Trump, Herr Netanjahu und bahreinisches Königshaus!! Nur nicht die Botschaft in Jerusalem nicht vergessen.