Zum Inhalt springen
Inhalt

Drastische Verschärfung Neue US-Sonderzölle gegen China sind in Kraft

Legende: Video US-Zölle gegen China werden in Kraft gesetzt abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.09.2018.
  • Der erbitterte Handelskonflikt zwischen den USA und China hat offiziell die nächste Stufe erreicht.
  • Mit der neusten Verschärfung sind ab heute Montag bereits die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen belegt.

Die US-Regierung hatte vergangene Woche entschieden, ab diesem Montag Zölle auf chinesische Waren im Volumen von weiteren 200 Milliarden Dollar zu verhängen – zusätzlich zu den bereits eingeführten Abgaben auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar. Zusammen sind damit die Hälfte aller Importe aus China betroffen.

Die neuen US-Zölle werden zunächst zehn Prozent betragen, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden. Einige Produktgruppen, darunter Smart Watches von Apple, Bluetooth-Artikel sowie Hochstühle und Autositze für Kinder sind ausgenommen. Kommentatoren sehen darin einen Lobby-Erfolg der grossen Datenkonzerne wie Apple und Amazon.

Chinas Versuch der Vergeltung

Die chinesische Regierung hatte als Reaktion auf den Schritt der Amerikaner umgehend Vergeltung angekündigt: durch Extrazölle auf US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar. Grundsätzlich sind die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA zurückzuschlagen, allerdings begrenzt. Die USA führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus.

Beobachter weisen aber darauf hin, dass die chinesische Regierung andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnten etwa US-Firmen, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

Gespräche auf Eis gelegt

Präsident Donald Trump hatte bereits gedroht, er werde im Falle einer chinesischen Vergeltung «die dritte Phase» einleiten und weitere Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen überziehen. Das wäre dann praktisch das gesamte Einfuhrvolumen der USA aus der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt.

Angesichts der neuen US-Strafzölle hatte China nach einem Zeitungsbericht weitere Gespräche mit der Regierung in Washington vorerst auf Eis gelegt. Der für diese Woche geplante Besuch einer chinesischen Regierungsdelegation in Washington sei abgesagt worden, berichtete das «Wall Street Journal».

Ursprünglich hatte Chinas Vizepremier Liu He demnach auf Einladung von US-Finanzminister Steven Mnuchin nach Washington reisen wollen, um über eine Deeskalation des Handelskonflikts zu reden. Ob es einen neuen Termin für Gespräche gibt, war zunächst offen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Ach ja und noch etwas : Gewissen Leuten fehlt das sogenannte "INSIDERWISSEN" in bestimmten Fällen , um ( drohend ) zur Vorsicht zu mahnen !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Wieser (Walt)
    China wird nachgeben muessen. Schlussendlich geht es Trump nicht um die Steuern sondern um fairen Handel. Das Handelsbilanz Defizit mit China betraegt ca. 550 Milliarden US $. Pro Jahr! Zeit das ein Praesident das mal aendert. Die USA ist weit am laengeren Hebel. Die Chinesische Wirtschaft hat bereits einen riesigenEinbruch erlitten. Checken sie selbst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eckhart Wildi (Seagul)
    China ist die Werkbank der Welt für viele Güter, welche die Welt eigentlich nicht braucht. Wenn Trump dafür sorgt, dass die Produkte wieder mehr lokal oder regional hergestellt werden, die Preise steigen und der Konsument damit nicht jeden billigen Dreck kauft und am Ende gar der weltweite Gütertransport (v.a. mit schmuddligem Schiffsdiesel) reduziert werden kann, ja dann entwickelt sich Mister Ego geradezu zum Umweltaktivisten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen