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Vier-Wochen-Shutdown in Paris und weiteren Teilen Frankreichs
Aus SRF 4 News aktuell vom 19.03.2021.
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Dritte Welle Frankreich zieht die Corona-Schraube wieder an

Frankreich verhängt im Kampf gegen die Corona-Pandemie regionale Ausgangsbeschränkungen – auch Paris ist betroffen.

Schon in den letzten Wochen und Monaten galten in Frankreich strengere Beschränkungen als in der Schweiz, so etwa eine landesweite Ausgangssperre am Abend und in der Nacht. Nun verschärft die Regierung die Corona-Massnahmen erneut – auch Paris ist betroffen.

Konkret: Ausflüge ins Freie sind ohne zeitliche Begrenzung, aber nur im Umkreis von zehn Kilometern erlaubt. Zudem werden in den betroffenen Regionen alle Läden geschlossen, die nicht Waren des täglichen Bedarfs verkaufen.

Massnahmen gelten für vier Wochen

«Die Epidemie verschlimmert sich», sagte Ministerpräsident Jean Castex am Donnerstagabend. Nun müsse verhindert werden, dass sie ausser Kontrolle gerate. Das Land sei von einer dritten Welle betroffen.

Inzwischen mache die zuerst in Grossbritannien nachgewiesene, ansteckendere Variante des Virus drei Viertel der Fälle aus. Die neuen Massnahmen sollen ab Freitagnacht für die nächsten vier Wochen gelten.

Keine Reisen über Ostern

«Wer ausser Haus geht, muss wieder eine Selbstdeklaration ausfüllen und etwa schreiben, ob man einkaufen, Sport treiben oder zur Arbeit geht», berichtet SRF-Korrespondent Daniel Voll aus Paris. Zudem gelten für die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Regionen Reiseverbote.

Gerade in den Städten und Agglomerationen, wo die Wohnungen klein sind, müssen sich die Leute draussen bewegen können.
Autor: Daniel VollFrankreich-Korrespondent von SRF

Ausser aus triftigen Gründen – etwa beruflichen – darf man nicht in andere Landesteile reisen. «Dies wird sehr viele Leute sehr hart treffen, vor allem über Ostern», sagt Voll. Etwa jeder dritte der knapp 67 Millionen Landesbewohner ist von den härteren Massnahmen betroffen.

Mann spaziert durch Paris, 17. März 2021.
Legende: Die Regeln gelten in 16 Départements – dazu zählen der Grossraum Paris, etliche Gegenden im Norden sowie das Département Alpes-Maritimes mit der Mittelmeer-Metropole Nizza. Getty Images

Die Massnahmen sind allerdings deutlich weniger streng als auch schon. In der Vergangenheit gab es ein Zeitlimit für den Aufenthalt an der frischen Luft – für Freizeitaktivitäten lag dies oft bei einer Stunde am Tag. Zudem bleiben die Schulen offen, es gibt aber Einschränkungen für die Oberstufen.

Lehren aus letzten Shutdowns

Premierminister Castex erklärte, dass der Aufenthalt im Freien besser sei als Feste drinnen – allerdings werde sichergestellt, dass es keine Grillpartys in den Parks geben werde.

Korrespondent Voll sieht einen Lerneffekt bei der Regierung: «Gerade in den Städten und Agglomerationen, wo die Wohnungen klein sind, müssen sich die Leute draussen bewegen können.» Zudem würden die Massnahmen diesmal nicht das ganze Land, sondern die Gebiete treffen, in denen das Virus aktiv sei.

Macron zunächst gegen Verschärfung

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Präsident Emmanuel Macron hatte im Januar Forderungen von Wissenschaftlern und einigen Regierungsmitgliedern zurückgewiesen, strengere Massnahmen einzuführen. Er wolle alles tun, um das Land so lange wie möglich offen zu halten, hiess es damals. Die Regierung stehe weiter zu dieser Entscheidung, sagte Castex am Donnerstag. «Wir hätten einen unerträglichen, dreimonatigen Lockdown gehabt. Es war richtig, dass wir das nicht gemacht haben.»

Im Grossraum Paris und anderen Gegenden hatte sich die Corona-Lage zuletzt deutlich verschlechtert. Patientinnen und Patienten wurden in Krankenhäuser anderer Landesteile gebracht, weil es auf den Intensivstationen an Kapazitäten fehlt. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner innerhalb einer Woche war im Grossraum Paris zuletzt auf rund 450 geklettert.

SRF 4 News, 19.03.2021, 7:20 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Meine Güte, die armen Franzosen/ösinnen! Ein Hin und Her, schlimmer als in Deutschland. Und wie bei uns Aktionismus mit der Giesskanne. Freunde in der Provence und auf den Inseln berichten, dass es auf dem Land so gut wie keine Fälle gibt, trotzdem aber aufgrund der Situation in Marseille, Toulon und Nice ganze Departements lahm gelegt werden. Aber bei uns hocken ja auch ganze Reisegruppen zusammen im Schnee, statt geordnet an 4er-Tischen.
  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Es ist bemerkenswert, dass auf obiger Karte der Wert "Anzahl der Fälle/100'000" an manchen Orten mit der polit. Landesgrenze übereinstimmt (Sp/F; F/D; D/P, CZE). Also nicht aussieht wie eine Karte, die einen biolog.-viralen, natürl. Prozess abbildet. Auf solch einer Karte sollten polit. Landesgrenzen verwischt sein (zB eine Karte der Pollenbelastung). Lässt sich dieses Phänomen allein mit der Reduktion des grenzüberschreitenden Verkehrs erklären od. kommen andere polit. Komponenten ins Spiel?
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Das hat ganz einfach damit zu tun, dass in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Massnahmen gelten bzw. sie gerade in einer leicht verschobenen Phase der Wellen stecken.
      Dieses 'Phänomen' ist nur für diejenigen erstaunlich, die steif und fest behaupten die Massnahmen hätten keinen Einfluss auf die Fallzahlen.
    2. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Herr Huwiler, interessant. Damit liesse sich an dieser Karte die Effektivität der Massnahmen ablesen. Z.B sollten die Massnahmen in Deutschland ca. 10x besser wirken als diejenigen in Tschechien. Ich kenne die exakten Massnahmen in D & CSK nicht, weiss aber, dass diejenigen in D schon seit Monaten gelten, also von einer "leicht verschobenen Phase" im Fall von D keine Rede sein kann. Konsequenterweise sollte CSK deshalb schnell die D Massnahmen anwenden und so seine Zahlen senken können.
    3. Antwort von Michael Heutschi  (=)
      glaube es liegt mehr an der (gesprochenen) Sprache. Siehe Schweiz.
  • Kommentar von Susanne Albertin  (Wir)
    Wie sieht die Impfsituation in Frankreich aus? Fände ich noch spannend zu wissen...
    1. Antwort von Susanne Albertin  (Wir)
      Gesucht. Gefunden. 3% der Bevölkerung. Ja denn...