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Drohender Dammbruch 70'000 Menschen im Norden Puerto Ricos evakuiert

Legende: Video Bewohner von Puerto Rico kämpfen mit Folgen von Hurrikan «Maria» abspielen. Laufzeit 01:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.09.2017.
  • Auf Puerto Rico haben die schweren Regenfälle durch den Hurrikan «Maria» den Staudamm von Guajataca an seine Kapazitätsgrenze gebracht.
  • Auf dem Erddamm im Nordwesten der Insel war am Freitagnachmittag der Überlauf eingebrochen – was zu einer «extrem gefährlichen Lage» führte.
  • Jetzt wird befürchtet, dass der Damm aus dem Jahr 1929 brechen könnte.

Die Behörden von Puerto Rico haben darum rund 70'000 Menschen angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Das gesamte Gebiet entlang des Flusses Guajataca müsse «sofort» evakuiert werden, teilte der Nationale Wetterdienst auf Twitter mit.

National Weather Service Puerto Rico

Kurz darauf gab der Gouverneur Ricardo Rossello den Befehl zur Evakuierung für rund 70'000 Einwohner.

Evakuierung ist angelaufen

Der Damm drohe einzubrechen, sagte eine Mitarbeiterin des Katastrophenschutzes. «Es könnte heute Nacht oder morgen passieren oder in ein paar Tagen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es bald passiert», sagte sie der Agentur Reuters. Die Evakuierungen sollten innerhalb von Stunden erfolgen.

Der Überlauf des Erdstaudamms Guajataca.
Legende: Auf dem Erddamm aus dem Jahr 1929 ist der Überlauf eingebrochen. AFP | EBU

Der Staudamm wird als Trinkwasser-Reservoir und zur Stromgewinnung genutzt. Die Bewohner der angrenzenden Städte und Gemeinden wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. 320 Menschen aus zwei unmittelbar gefährdeten Gemeinden am Staudamm Guajataca wurden am Morgen mit Bussen in Sicherheit gebracht worden, zitierte die Zeitung «El Nuevo Día» das Gesundheitsamt der Stadt Isabela.

Schwere Schäden durch den Hurrikan

Der Hurrikan «Maria» hat bereits zuvor Puerto Rico schwer verwüstet. Nach offiziellen Angaben starben sechs Menschen. Laut Medienberichten sind es bereits 13 Todesopfer.

«Die Zerstörungen sind enorm, es gibt hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten», sagte die Präsidentin der Hauptstadt San Juan, dem Fernsehsender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien weiter ohne Strom. Zudem seien zahlreiche Regionen von der Kommunikation abgeschnitten. Nur rund 25 Prozent hätten derzeit Zugang zu Trinkwasser, hiess es.

Die gesamte Stromversorgung und das Kommunikationsnetz auf der Insel ist derzeit lahmgelegt. Wegen den sintflutartigen Regenfällen warnen die Behörden vor Schlammlawinen.

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