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International Ein 27-jähriger Jungspund wird Österreichs Aussenminister

Österreich stellt künftig den jüngsten Aussenminister in Europa. Mit nur 27 Jahren ist Sebastian Kurz nun in das Amt gehoben worden. Wie wird er sich schlagen?

In einem Alter, in dem andere noch studieren, wird der 27-jährige Sebastian Kurz bereits Aussenminister Österreichs. Der Jungspund der konservativen ÖVP ist der Wunschkandidat seiner Partei und deren Chef, Vizekanzler Michael Spindelegger.

Der dynamische Kurz holte bei den Nationalratswahlen das beste Resultat aller Kandidaten. Einst belächelter Jungspund, ist Kurz nun parteiintern ein Hoffnungsträger. «Die ÖVP will signalisieren: Hier ist ein kommender Mann», sagt Armin Thurnher, Chefredaktor der österreichischen Wochenzeitung Falter, gegenüber SRF.

Ihm werde nun eine Bühne geboten, wo er sich profilieren könne. «Sozusagen ein politisches Fortbildungs- und Profilierungsprogramm auf Kosten des Staates», sagt Thurnher lachend. In diplomatischen Kreisen in Wien nennt man Kurz wegen seines Alters auch den «Abiturienten».

Wechsel von untätig hin zu unerfahren

Dennoch hat die Wahl in Österreich für wenig Aufruhr gesorgt. «Es wurde relativ gleichmütig hingenommen», sagt Thurnher. Der Grund: Die Aussenpolitik wird im Land seit jeher klein geschrieben. «Eigentlich ist es egal, wer das Amt bekleidet.»

«Seit dem EU-Beitritt haben wir kein aussenpolitisches Konzept mehr», sagt Thurnher. Kurz' Vorgänger, Michael Spindelegger, habe sich kaum um das Amt gekümmert. Der 27-Jährige sei sicher nicht schlechter für das Land. Thurnher: «Ein junger Mann, der lernbegierig ist und sich mit diesem Ministerium beschäftigt, hebt sich schon dadurch vom Vorgänger ab.»

Gute Rede

Eine weitere Eigenschaft kommt Kurz im neuen Amt entgegen: «Er kann gut zuhören», so Thurnher. In Interviews wirkt er souverän, spricht druckreif, ist nach aussen stets freundlich und auf Twitter und Facebook aktiv.

Auch auf Society-Veranstaltungen ist der 27-Jährige ein gern gesehener Gast, achtet auf gute Manieren und perfekte Kleidung. Seine nach hinten gegelten Haare wurden zu seinem Markenzeichen.

«Geil-O-Mobil»-Kampagne

Kurz ist Sohn einer Lehrerin und eines Technikers. Nach dem Abitur 2004 war er beim Militär. Noch während seines Jura-Studiums, das immer noch ohne Abschluss auf Eis liegt, wurde er Chef der Jungen ÖVP. Dabei sorgte er vor allem mit seiner «Geil-O-Mobil»-Kampagne für unvergessene Aufregung. Er kämpfte 2010 in Wien mit dem Slogan «Schwarz macht geil» um Wählerstimmen und verteilte dabei Kondome. Schwarz ist die Parteifarbe der ÖVP.

Mit nur 24 Jahren gelang Kurz sein bislang grösster Karrieresprung: Begleitet von hämischen Kommentaren wurde er zum Integrationsstaatssekretär ernannt. Damit wurde er zum jüngsten Regierungsmitglied der Geschichte.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Man kann nur hoffen, dass er nicht nur an das glaubt, was ihm seine "Lehrer" eingetrichtert haben, denn das wäre eben die Theorie die mit der Wirklichkeit praktisch nie übereinstimmt. Normalerweise müssen junge Leute sehr viel Erfahrungen sammeln, bevor sie in eine solch hohe Stellung gelangen. Man könnte auch sagen: Junge rein, Erfahrung raus, die Vergangenheit gibt es nicht mehr.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    So unwichtig wie SRF schreibt ist dieses Amt nicht. Oesterreich ist recht aktiv in den diversen UNO-Organisationen und auch als Brückenbauer in Osteuropa und Balkan geschätzt. Bevor man nun den neuen Aussenminister mit Spott und Hähme überhäuft, soll man ihn nun erst einmal gewähren lassen. Nach 100 oder auch 200 Tagen ist es dann noch früh genug zu sehen, wie es mit der österr. Aussenpolitik nun läuft. Unser Aussenminister hat übrigens die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegegessen.
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  • Kommentar von Kurt Gugganig, 9322 Egnach
    auch diesem "Jungspund" wird man den Hof machen, wenn es um die Unterstützung Österreichs geht in Sachen Europa, "wetten dass"??
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