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International Ein Monat vor Olympia: Schlechte Stimmung am Zuckerhut

Am 5. August beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Das aufstrebende Brasilien will seine Visitenkarte abgeben. Politisch und wirtschaftlich sieht es aber düster aus – um Klopapier bettelnde Polizisten sind noch das geringste Problem.

Es läuft längst nicht alles nach Plan. Auch wenn die Wettkampfstätten überwiegend fertiggestellt sind. Besonders dort, wo der Staat gefordert ist, liegt noch vieles im Argen. Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist finanziell in der Klemme, seit wegen des Preiszerfalls weniger Steuern aus der Erdölförderung anfallen.

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Rio 1 Monat vor den Spielen
aus HeuteMorgen vom 05.07.2016.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 46 Sekunden.

Die Krise ist in den öffentlichen Spitälern sichtbar, in denen vieles fehlt und chirurgische Eingriffe gestoppt werden müssen. Am stärksten jedoch im Bereich der Sicherheit. Das Loch in der Kasse des Bundesstaates trieb in den letzten Wochen viele Polizisten auf die Strassen, um bei den Bürgern um Toiletten- oder Druckerpapier für ihre Wachen zu betteln.

Die Sicherheit während den Olympischen Spielen sei aber voll gewährleistet, sagen die Behörden. Ein Kredit der Bundesregierung werde den Sicherheitsapparat von 85‘000 Polizei- und Armeeangehörigen finanzieren.

Rio, tiefstehende Sonne über der Stadt.
Legende: Aus der Vogelperspektive ist Rio schön wie eh und je. Bei näherer Betrachtung verdüstert sich das Bild. Keystone

Leere Versprechen

Verzögerungen gibt es auch bei der Infrastruktur. Der letzte Kilometer der neuen U-Bahnstrecke zum weitab vom Zentrum Rios liegenden Wettkampfgelände für Saalsportarten ist noch im Bau. Diese Metrolinie soll ab dem 1. August verkehren; nur für die Olympiabesucher, nicht für die grosse Masse. Sollte es ein leeres Versprechen bleiben, droht Rio ein immenses Verkehrschaos.

Nicht besser sieht bei der Wasserqualität in der Guanabara-Bucht aus, wo vor der Kulisse des Zuckerhuts die Segel-Wettbewerbe stattfinden. Die Bucht ist eine einzige Kloake, verseucht mit ungeklärten Abwässern und treibendem Müll. Rio hatte bei seiner Olympia-Bewerbung versprochen, bis zu den Spielen seien 80 Prozent der Abwässer geklärt. In Wirklichkeit sind es weniger als die Hälfte. Was die Umwelt betrifft, wurde kein einziges der abgegebenen Versprechen erfüllt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Ein unzahlbarer Event für die Armen, ein Profit für die Reichen und Politiker. Hoffentlich geht dieser Staat nicht bankrott. In Rio leben sehr viele reiche Leute und noch mehr Arme. Wenn die Politiker die Olympiade zur Verbesserung der Infrastruktur und der Armutsbekämpfung nutzen, kann sich Brasilien verbessern, sonst wird er in ein Chaos abstürtzen.
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Wie kann man in so einem Land OLYMPIA organisieren. Die Reichen werden reicher - und die Armen zahlreicher in Brasilien. Man sollte das Olympia-Komitee ab sofort absetzen, allein schon zur Ehre der tollen Sportler.
    1. Antwort von Bruno Vogt  (b.vogt)
      Die Politiker wollen es und die Bevölkerung hat zu sputen. Diesbezüglich möchte ich auch Hr Burnier wiedersprechen, es geht nicht um Intelligenz sondern um direkte Demokratie und Mitbestimmungsrecht der Bevölkerung bei solchen Angelegenheiten. Die Brasilianer hätten sicherlich auch nicht dafür gestimmt, aber befragt wurden sie nie.
  • Kommentar von Niklaus Schmutzli  (- Scheidegger)
    ...DAS wäre in der Schweiz nicht anders, aber versteckter!
    1. Antwort von Nicolas Burnier  ((Censored))
      Falsch! In der Schweiz gäbe es nur einen Bruchteil dieser Probleme. Aber wir Schweizer sind zu intelligent und geben unser Geld nicht für solche sündhaft teuren Anlässe aus.
    2. Antwort von Niklaus Schmutzli  (- Scheidegger)
      ...mal sehen wie es rauskommt mit der Kandidatur, hoffe sehr, dass Sie recht haben Herr Brunier aus Cham ZG. Denn die reiche Schweiz sind nicht wir, sondern die Banken, Versicherungen wenn überhaupt und noch ein paar steuergünstige Kantone, oder ganz einfach: DAS "intelligente" VOLK ZAHLT!